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Archiv für Juli, 2008

Giorgio Locatelli „Made in Italy – Das Kochbuch“, 624 Seiten, 39,95 €, Christian, ISBN: 978-3884727997;

Kein Kochbuch wie viele andere. Es geht um „La Convivialità“, um die Geselligkeit, um die italienische Gastfreundschaft. Und in der Tat, es steckt viel Liebe, fast Besessenheit in diesem Buch. Locatelli bekennt sich zur Slow-Food-Bewegung, also dazu, dass Essen mehr ist als Nahrungsaufnahme. Alles klar? Alles klar!

Hasan Ali Toptas „Die Schattenlosen“ , 247 Seiten, 19,90 €, „Türkische Bibliothek“ im Unionsverlag, ISBN: 978-3293100046 (ab August als Taschenbuch 9,90 €);

Dass er Gerichtsvollzieher und Finanzbeamter war, das passt eigentlich gar nicht zu Hasan Ali Toptas (50), der, so wörtlich, als „urwüchsiges Erzähltalent“ gilt. In „Die Schattenlosen“ beschreibt er eine Gesellschaft im Aufbruch, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Traum und Wirklichkeit, so der Klappentext ganz treffend.

Robert Kagan „Die Demokratie und ihre Feinde“, 128 Seiten, 16,95 €, Siedler, ISBN: 978-3886808908;

Der Kalte Krieg ist tot, es lebe der kalte Krieg. Robert Kagan, amerikanischer Publizist und Politikberater, teilt die Welt in Gut und Böse – auf der einen Seite die Demokratien, auf der anderen Seite die erstarkenden Autokratien mit China und Russland an der Spitze. So diskussionswürdig die Rückschlüsse Kagans sind, seine Analyse ist spannend.

Udo Bernhart/Monika Kellermann „Gardasee – Eine kulinarische Rundreise“, 256 Seiten, 49,90 €, Collection Rolf Heyne, ISBN: 978-3899103779;

Eine winzige Mietwohnung in Bardolino – so startete die große Liebe für Monika Kellermann. Der Gardasee und das Hinterland sind fortan ihre zweite Heimat. Die Buchautorin (Kochen, Wein, Genuss) stellt in dem großformatigen, gewichtigen Bildband viele authentische Menschen vor, abseits des Tourismus‘. Und so geht’s einmal rund um den See.

Nâzim Hikmet „Die Namen der Sehnsucht“, 220 Seiten, 29,90 €, Ammann, ISBN: 978-3250104407;

Ein wunderschönes Buch – wie man es vom Schweizer Verlag Ammann kennt, liebevoll editiert und zweisprachig, die Gedichte des türkischen Nationaldichters Nâzim Hikmet. Sie stehen für die moderne Türkei. In der Übersetzung von Gisela Kraft entwickeln sie eine nahezu magische Energie.

Götz Aly „Unser Kampf 1968“, 256 Seiten, 19,90 €, S. Fischer, ISBN: 978-3100004215;

Götz Aly provoziert. Er tat es vor Jahren, als er die Historikergilde gegen sich aufbrachte mit seiner ökonomischen Erklärung der NS-Judenvernichtung („Hitlers Volksstaat“), und er tat es nun erneut, als er mit seinen eigenen Leuten abrechnete, den 68ern. „Unser Kampf“ erinnert ganz gewollt an „Mein Kampf“.

Mely Kiyak „10 für Deutschland, 260 Seiten, 14 €, Edition Körber-Stiftung, ISBN: 978-3896840684;

Es geht um Deutsch-Türken, die’s geschafft haben. Sie sind erfolgreich in die deutsche Politik eingestiegen – auf kommunaler Ebene, in Landtagen oder in Bundestag (wie Lale Akgün, SPD) und Europaparlament (wie Cem Özdemir von den Grünen). Aber die Sammlung von Gesprächen und Porträts der jungen Berliner Journalistin Mely Kiyak ist mehr – das Sittengemälde eines Einwanderungslandes.

Katja Mutschelknaus „Kaffeeklatsch“, 144 Seiten, 19,95 €, Elisabeth Sandmann, ISBN: 978-3938045282;

Es gibt doch immer noch Bücher, die nicht geschrieben wurden, aber unbedingt geschrieben werden müssen. Zum Beispiel die Geschichte des weiblichsten aller Vergnügen, des Kaffeeklatsches. 300 Jahre Geschichte der „Stunde der Frauen“ hat Katja Mutschenknaus erforscht und amüsant erzählt.

Guillermo Martinez „Der langsame Tod der Luciana B.“, 189 Seiten, 17,95 €, Eichborn, ISBN: 978-3821872001;

„Was erzählt denn ein Kriminalroman in erster Linie? Nicht unbedingt die Tatsachen, nicht die aufeinanderfolgenden Leichen, sondern die Vermutungen, die möglichen Erklärungen, das, was dahintersteckt“, sagt der Schriftsteller Kloster, ein Held Antiheld dieses an Rätseln reichen Kriminalroman. Wer hat recht, wer will wen ermorden?

Hans-Joachim Löwer „Atatürks Kinder“, 215 Seiten, 19,90 €, Frederking & Thaler, ISBN: 978-3894056810;

Rätselhafte Türkei, Land der Gegensätze. Der Auslandsreporter Hans-Joachim Löwer hat zur Beschreibung der „heutigen Türkei“, so der Untertitel des Buchs, ein journalistisches Format gewählt: Reportagen oder Porträts, wie er sie nennt. Leider reizt er die Möglichkeiten nicht aus.

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