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Archiv für die 'Türkei' Kategorie

Barbara Köhler „Istanbul, zusehends – Gedichte, Lichtbilder“, 80 Seiten, Lilienfeld, 18,90 €, ISBN: 978-3940357489;

Koehler_Istanbul

Nicht Tourist, nicht Einheimische, so fühlte sich die Dichterin Barbara Köhler, als sie, 2014, ein paar Wochen in Istanbul lebte. Genau gesagt in Beyoglu, dem europäischsten (einst griechischen) aller Stadtteile, der tatsächlichen Schnittstelle zwischen Europa und Asien. Unterwegs mit einer Digitalkamera hielt sie in Bild und Gedicht ihre Eindrücke fest. Ein schönes Büchlein.

Hilal Sezgin „Landleben – Von einer, die raus zog“, 272 Seiten, 19,95 €, DuMont, ISBN: 978-3832196233;

Ach Goddele, je unruhiger die Zeiten umso größer ist das Bedürfnis nach Idylle. Und die hat die einstige Stubenhockerin und bekannte Autorin Hilal Sezgin (41) ausgerechnet in der Lüneburger Heide gefunden, auf dem Land, dort wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Im Windschatten des Zeitschriften-Bestsellers „Landlust“ gibt’s jetzt also die passenden türkisch-deutschen Memoiren. Wunderbar.

Zülfü Livaneli „Roman meines Lebens – Ein Europäer vom Bosporus“, 360 Seiten, 22,95 €, Klett-Cotta, ISBN: 978-3608938951;

Er ist einer der berühmtesten türkischen Künstler der Gegenwart und ein kritischer Chronist seines Heimatlandes. Jetzt hat der in Anatolien aufgewachsene Filmemacher, Musiker und Schriftsteller Zülfü Livaneli (65) seine Autobiografie vorgelegt – ein spannendes Stück Geschichte über das jahrzehntelange Ringen der Türkei um seine Zugehörigkeit zu Europa.

Sineb El Masrar „Muslim Girls- Wer wir sind, wie wir leben“, 192 Seiten, 14,95 €, Eichborn, ISBN: 978-3821865331;

Zum richtigen Zeitpunkt ist dieses Buch erschienen, kurz nachdem Sarrazin fürchtete, „Deutschland schafft sich ab“ und bevor der frisch gebackene Bundesinnenminister Friedrich (CSU) behauptete, der Islam gehört nicht zu Deutschland (was er kurz danach wieder relativierte). Sineb El Masrar, 1981 als Tochter marrokanischer Einwanderer in Deutschland geboren, und Mitglied der Integrationskonferenz von Maria Böhmer, räumt auf mit Vorurteilen über muslimische Frauen in Deutschland.

Fabian von Poser „Namibia – Durch die Augen des Geparden“, 131 Seiten, 14,90 €, Picus, ISBN: 978-3854529750;

Barbara Denscher „Armenien – Im Schatten des Ararat“, 131 Seiten, 14,90 €, Picus, ISBN: 978-3854529774;

Zwei Bildbände ohne Bilder: Fabian von Poser und Barbara Denscher beschreiben in ihren Reisereportagen zwei faszinierende Gegenden – das ehemals deutsche Namibia und die armenisch-türkische Grenzregion um den sagenhaften Berg Ararat, wo der Legende nach einst die Arche Noah strandete.

Oksan Svastics „Jüdisches Istanbul“, 211 Seiten, 19,90 €, Mandelbaum, ISBN: 978-3854763291;

Von jüdisch-christlichen Werten ist zurzeit die Rede, wenn die Islamophoben wieder mal die deutsche Leitkultur verteidigen müssen. Istanbul hat eine uralte jüdisch-christliche-islamische Leitkultur. Die jüdische ist nicht so offensichtlich, aber sie lebt. Das zeigt dieser hochinteressante Reiseführer.

Andreas Herzau „Istanbul“, 144 Seiten, 29,80 €, Hatje Cantz, ISBN: 978-3775726153;

„Istanbul ist eine riesengroße, bunte Matroshka“, so umschreibt Dichterin Elif Shafak ihre Heimatstadt. Öffnet man die Puppe, so lugt jeweils eine andere hervor. Vier sind es mindestens, die der Hamburger Fotojournalist Andreas Herzau auf seinem Streifzug entdeckt hat.

Karsten Kronas „Beyoglu Blue“, 144 Seiten, 36 €, Kehrer, ISBN: 978-3868281217;

Wäre Istanbul die Türkei, die CSU und ihr komischer Verbündeter Sarkozy kämen gar nicht auf die Idee dem Land den EU-Beitritt verwehren zu wollen. Denn die Metropole am Bosporus verkörpert die Welt: Asien, den rückwärts gewandten Islam und das aufgeklärte, postmoderne Europa – siehe dieser Fotoband.

Hilal Sezgin „Mihriban pfeift auf Gott“, 320 Seiten, 16,95 €, DuMont, ISBN: 978-3832195540;

Mihriban Erol ist eine normale junge Frau. Als „Nichtskönnerin auf hohem Niveau“ taumelt sie so durchs Leben, 32 Jahre alt, ohne Freund, ohne richtigen Schulabschluss. Im Urlaub fliegt sie nach Ägypten, diesmal aber nicht allein. Sie nimmt ihren jüngeren Bruder Mesut mit, den seine Frau gerade verlassen hat, und dessen Tochter Suni. Als bei der großen Silvestergala im Fernsehen die Besucher reihenweise kollabieren, weil der Sekt von Islamisten vergiftet wurde, verdächtigt Mihriban sofort ihren Bruder.

Ayse Kulin „Der schmale Pfad“, 288 Seiten, 19,90 €, Union (Türkische Bibliothek), ISBN: 978-3293100183;

In den 1980er-Jahren waren es die Männer, die Linken, die Widerstand leisteten gegen das autoritäre, militaristische Regime der Türkei, in den 2000-er Jahren waren es vor allem die Frauen, die Schriftstellerinnen, die den Wandel forderten. Autorinnen wie Oya Baydar mit ihrem beeindruckenden Roman „Verlorene Worte“ oder eben Ayse Kulin, deren 2005 erschienener Roman „Der schmale Pfad“ nun in der türkischen Bibliothek in deutscher Veröffentlichung erschienen ist.

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