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Archiv für die 'Politik' Kategorie

Hans-Joachim Löwer „Die Stunde der Kurden: Wie sie den Nahen Osten verändern“, 224 Seiten Styria Premium, 24,99 €, ISBN: 978-3222134937;

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Die Kurden sind eines der größten Völker ohne eigenen Staat. Wichtigste Minderheit in der Türkei, die nach jahrelanger Annäherung des Staats nun wieder Terror erleben, Widersacher des IS in Syrien und im Irak, wo sie zumindest Teilautonomie genießen. Und jetzt sind sie auch noch unverzichtbarer Verbündeter des Westens im Krieg gegen den Terror. Der langjährige Auslandskorrespondent Hans-Joachim Löwer sagt, warum nun die Stunde der Kurden schlägt.

Georg Brunold „Nichts als der Mensch“, 800 Seiten, Galiani, 85 €, ISBN: 978-3869710747;

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„Vielgestaltig ist das Ungeheure, und nichts ist ungeheurer als der Mensch“, schrieb vor bald zweieinhalbtausend Jahren der Dichter Sophokles. Was also ist der Mensch? Das ist die zentrale Frage dieses opulenten, mehr als 800 Seiten stark, großformatigen Wälzers. Kürzer kann man sich diesem Thema wohl auch nicht widmen. Georg Brunolds Anthologie von menscherklärenden Textversuchen ist zwar schon vor gut einem Jahr erschienen, für mich aber das Buch des Jahres 2014 und eine wirkliche Empfehlung.

Evgeny Morozov „Smarte neue Welt“, 656 Seiten, 24,90 €, Blessing, ISBN: 978-3896674760;

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Nein, Morozov, der Vordenker, träumt nicht davon, dass das Internet die Weltr rettet. Im Gegenteil, er denkt bereits über die Digitalisierung hinaus und fürchtet allerlei negative Entwicklung. Der Titel seines aktuellen Buchs erinnert nicht ohne Grund an Huxleys „Schöne neue Welt“.

Edith Tudor-Hart „Im Schatten der Diktaturen“, 137 Seiten, 35 €, HatjeCantz, ISBN: 978-3775735667;

Zu Unrecht ist sie heute fast vergessen: Edith Tudor-Hart, geborene Suschitzky. Die 1973 mit 65 Jahren verstorbene Fotografin war eine der wichtigsten Dokumentaristinnen derZwischenkriegszeit, erst in Wien und dann in London, wo sie ab 1933 auch als sowjetische Agentin, wenn auch in von geringer Wichtigkeit, tätig war. Ihr präziser Blick galt den sozialen Verwerfungen in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts.

Paul Greenberg „Vier Fische – Wie das Meer auf unseren Teller kommt“, 312 Seiten, 22 €, Berlin, ISBN: 978-3827010124;

Wo der Fisch herkommt, den wir tiefgekühlt im Supermarkt kaufen und dann in Pfanne oder Backofen zubereiten? Ist doch klar, aus dem Meer. Dort haben Lachs, Kabeljau & Co. viele Monate friedlich ihre Runden gedreht, bevor sie der Fischer gefangen hat. Denkste. Mit Romantik hat die Wirklichkeit nichts mehr zu tun. Paul Greenberg ist der Sache nachgegangen.

Bob Woodward „Obamas Kriege – Zerreißprobe einer Präsidentschaft“, 496 Seiten, 24,99 €, DVA, ISBN: 978-3421045089;

Man muss sich ja wundern, woher der Mann alles weiß. Aber, dass Bob Woodward, einer der beiden Enthüller der Watergate-Affäre in der vergangenen vier Jahrzehnten beste Verbindungen in die Zentralen der Macht geknüpft hat, ist unstrittig. Der leitende Redakteur der Washington Post hat hinter die offizielle Fassade des Weißen Hauses geschaut und liefert viele interessante Details, vor allem im Hinblick auf den bevorstehenden Präsidentschafts-Wahlkampf.

Rainer Funk „Der entgrenzte Mensch“, 240 Seiten, 19,99 €, Gütersloher Verlagshaus, ISBN: 978-3579067568;

Unsere Gesellschaft ist grenzenlos. Individualismus, Globalisierung und Liberalismus sichern uns eine Freiheit zu, die vor wenigen Jahrzehnten noch nicht einmal denkbar war. Aber können wir damit wirklich umgehen? Rainer Funk, Tübinger Psychoanalytiker und Schüler von Erich Fromm, hat da so seine Zweifel. Und er kann sie auch noch begründen.

Lev Gudkov/VictorZaslavsky „Russland – Kein Weg aus dem postkommunistischen Übergang?“, 208 Seiten, 19,90 €, Wagenbach, ISBN: 978-3803136350;

Wie korrupt ist Europa? Wie sehr lässt Europa sein wirtschaftliches Verhältnis zu Europa durch energiepolitische Erwägungen beeinflussen? Und die Menschenrechtsfragen werden darob schamhaft verschwiegen. Für die beiden Wissenschaftler Gudkov und Zaslavsky ist klar: Russland steckt im postkommunistischen Übergang fest.

Hans-Christian Buch „Apokalypse Afrika oder Schiffbruch mit Zuschauern“, 272 Seiten, 29 €, Eichborn, ISBN: 978-3821862361;

Am Schluss steht ein Brief an den Bundespräsidenten. Horst Köhler soll, so appelliert, Hans Christoph Buch am 22. April 2008 Paul Kagame, den ruandischen Präsidenten, nicht in Deutschland empfangen. Engagiert wie dieser Brief ist diese Reportagensammlung. Buchs Geschichten vermitteln keinen Optimismus und kein Wohlgefühl, es sind Berichte von Orten, an denen das Leben hart, ungerecht und gefährlich ist.

Rebekka Reinhard „Odysseus oder Die Kunst des Irrens“, 240 Seiten, 18,99 €, Ludwig, ISBN: 978-3453280175;

Konrad Adenauer hat’s gewusst: Irren ist menschlich, oder wie der Bundeskanzler es formulierte: Was schert mich mein Geschwätz von gestern. In unserer Gesellschaft aber gilt Irren, gilt Fehler machen immer noch als Makel. Die studierte Philosophin Rebekka Reinhard findet das falsch: Nur wer Fehler macht, kann auch ans Ziel kommen, lautet ganz einfach formuliert ihre Botschaft.

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