Über Joachim

Es gibt auch lesenswerte Bücher, die nicht in den Spiegel- und Focus-Bestsellerlisten auftauchen. Ein paar davon findet ihr hier. Lest selbst ...

Alltägliche Probleme zwischen den Welten

Yusuf Yesilöz „Hochzeitsflug“, 198 Seiten, 27,80 €, Limmat, ISBN: 978-3857916229;

Homosexualität ist in der muslimisch-patriarchalischen Türkei noch immer ein großes Tabu. Auch wenn es in Istanbul längst eine Schwulenszene gibt, die jeder westlichen Großstadt zur Ehre gereicht, auf dem Land ist alles ganz anders, wie der junge türkische Schweizer Yusuf Yesilöz erzählt.

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Ein Dichter, der gerne einen Roman schreiben möchte

икониAlbert Ostermaier „Schwarze Sonne scheine“, 288 Seiten, 22,90 €, Suhrkamp, ISBN: 978-3518422205;

Nicht jeder Dichter beherrscht auch die ausführliche Stilform. Den neuen Roman des oberbayerischen Poeten Albert Ostermaier habe ich in seiner ganzen Blasiertheit – ich gestehe das – nicht bis zum Ende durchgehalten.

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So spannend war die Antike

Die Geschichte ist geschrieben, und alles ist längst bekannt. Von wegen. Geschichtsbücher von heute haben nichts mehr mit bloßen Aufstellungen von Jahreszahlen zu tun, wie zwei grandiose neue Werke, erschienen vor ein paar Monaten und herausgebracht von zwei Professoren, belegen – auch für den Laien! Vorgestellt werden:

Christian Marek „Geschichte Kleinasiens in der Antike“ (C.H. Beck);
Mischa Meier/Steffen Patzold „August 410 – Ein Kampf um Rom“ (Klett-Cotta);

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Die Stimme der Entrechteten

Thomas Hettche „Die Liebe der Väter“, 223 Seiten, 16,95 €, Kiepenheuer & Witsch, ISBN: 978-3462041873;

Ein Buch, das ich auch selber schreiben könnte: Peter trennte sich von Ines, als die gemeinsame Tochter gerade zwei Jahre alt war. Seitdem ist die kleine Annika Machtinstrument. Aus jeder Terminabsprache wird ein Kampf. Als Peter mit Freunden und der inzwischen 13-jährigen Tochter zum Jahreswechsel auf Sylt urlaubt, kommen sich Vater und Tochter erstmals näher. Ein sehr persönliches Buch!

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Warum Affenhirn gut schmecken kann

Thomas O. Höllmann „Schlafendes Lotus, trunkenes Huhn – Kulturgeschichte der chinesischen Küche“, 255 Seiten, 19,95 €, ISBN: 978-3406605390;

Neulich erst las ich von einem Besucher in einem China-Restaurantg, der verstört das Weite suchte, weil die Leute um ihn herum ständig rülpsten. China ist anders, und das Essen ist es auch. Denn merke: „Die Chinesen essen alles, was vier Beine hat und kein Tisch ist!“ Ausgehend von dieser Weisheit erklärt der Sinologe Thomas O. Höllmann auf amüsante Weise die chinesische Küche.

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Die Bewahrer bayerischen Freigeists

Biermösl Blosn „Grüß Gott, mein Bayernland“, 448 Seiten, 29,90 €, Kein & Aber, ISBN: 978-3036952529;

Seit 34 Jahren schon sind sie das Aushängeschild bayerischen Freigeists: Michael, Christoph und Hans Well, besser bekannt als Biermösl Blosn. Schon 1994 war unter dem Titel „Grüß Gott, mein Bayernland“ im Haffmans-Verlag ein Liederbuch des Trios erschienen, und  nun hat der Schweizer Verlag „Kein & Aber“ dieses noch stark erweitert.

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Pandora hört nicht auf zu lachen

Magdalene Pennarz „Das Lachen der Pandora“, 236 Seiten, 17,90 €, Dresdner Buchverlag, ISBN: 978-3941757103;

Nach den ersten paar Seiten war ich irritiert: Ein Debüt und doch so viel Lebensklugheit? Dann las ich, dass die Autorin 71 Jahre alt ist. Und nun ist klar, warum die Geschichte von Anna so prall, so facettenreich, so eindringlich, aber auch so überladen ist.

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Eine Reise durch ein ganzes Jahrhundert

Hans Joachim Schädlich „Kokoschkins Reise“, 192 Seiten, 17,95 €, Rowohlt, ISBN: 978-3498064013;

Ein komplettes Jahrhundert auf weniger als 200 Seiten, geht das? Ja, Hans Joachim Schädlich ist das gelungen. Er erzählt die spannende Geschichte des Exil-Russen Fjodor Kokoschkin, der im Alter von 95 mit der Queen Mary 2 von Southhampton nach New York fährt und sich seines Lebens erinnert.

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Die Sprachlosigkeit nach der Katastrophe

Andreas Schäfer „Wir vier“, 192 Seiten, 18,95 €, DuMont, ISBN: 978-3832195748;

Aus vier wurden drei: Lothar, seine Frau Ruth und deren Sohn Merten. Dessen älterer Bruder Jakob ist ermordet worden. Die Familie ist am Ende. Ein beeindruckender Roman von Andreas Schäfer, der zu Recht auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis landete, auch wenn er aufgrund der wenig spektakulären Sprache keine Siegchance haben dürfte.

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Synthese von Orient und Okzident

Tess Mallos „Die Küche Marokkos“, 296 Seiten, 24,95 €, Dorling Kindersley, ISBN: 978-3831015863;

Die meisten Marokko-Besucher bekommen von der dortigen Küche wenig mit. Sie sind in (Club-)Hotels europäischen Standards untergebracht und verbringen ihre Zeit am Strand oder auf geführten Märschen durch die Souks. Schade, ihnen entgeht eine ganze Menge, wie dieses Kochbuch eindrucksvoll aufzeigt.

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