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Archiv für die 'Zeitgeschichte' Kategorie

Lore Krüger „Ein Koffer voller Bilder – Fotografien von 1934 bis 1944“, 168 Seiten, Edition Braus, ISBN: 978-3862281046;

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Ein Emigrantenschicksal. 1933 verließ die gerade mal 23-jährige Lore Krüger ihre Heimatstadt Magdeburg um erst nach London zu gehen und dann nach Spanien, wo ihre Eltern schon waren, um dann in Paris ihre Fotografinnen-Ausbildung zu vollenden. Die deutsche Jüdin, Widerständlerin gegen Hitler, hinterließ nach ihrem Tod mit fast 95 Jahren einen einzigartigen Schatz. 150 Schwarzweiß-Fotografien aus der Zeit nach ihrer Emigration.

Henriette Schroeder „Ein Hauch von Lippenstift für die Würde: Weiblichkeit in Zeiten größter Not“, 160 Seiten, Elisabeth Sandmann, 24,95 €, ISBN: 978-3938045916;

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Würde in Zeiten von Krieg und Verfolgung. Ob die Journalistin Henriette Schroeder wohl geahnt hatte, dass ihr Buch über ein Jahr nach Erscheinen so aktuell sein würde. In einer Zeit, in der täglich Tausende aus Bürgerkriegsländern nach Europa fliehen, wird Weiblichkeit hochgehalten. Zu Recht und absolut gerechtfertigt.

Helga Hirsch „Endlich leben – Die fünfziger Jahre im Rückblick von Frauen“, 288 Seiten, Siedler, 19,99 €, ISBN: 978-3886809899;

Der Krieg ist vorbei. Es gibt einen neuen deutschen Staat (genauer gesagt natürlich zwei), eine neue Währung und einen Neuanfang in jeder Hinsicht. „Endlich wieder leben“, das ist das Motto in den 50-er Jahren. Die Journalistin und Buchautorin Helga Hirsch hat ein faszinierendes Porträt der Aufbruchszeit geschaffen – zwischen Petticoat und Kriegsheimkehrern.

Bob Woodward „Obamas Kriege – Zerreißprobe einer Präsidentschaft“, 496 Seiten, 24,99 €, DVA, ISBN: 978-3421045089;

Man muss sich ja wundern, woher der Mann alles weiß. Aber, dass Bob Woodward, einer der beiden Enthüller der Watergate-Affäre in der vergangenen vier Jahrzehnten beste Verbindungen in die Zentralen der Macht geknüpft hat, ist unstrittig. Der leitende Redakteur der Washington Post hat hinter die offizielle Fassade des Weißen Hauses geschaut und liefert viele interessante Details, vor allem im Hinblick auf den bevorstehenden Präsidentschafts-Wahlkampf.

Olivier Guez „Heimkehr der Unerwünschten – Die Geschichte der Juden in Deutschland nach 1945“, 356 Seiten, 22,95 €, Piper, ISBN: 978-3492052627;

Deutschland, das Land der Mörder – die Juden als Unerwünschte: Die Unterdrückung der Juden in Deutschland endete nicht mit der Stunde Null und nicht mit dem Bekanntwerden des Holocaust. Doch obwohl sich vor den Nazis geflohene deutsche Juden auch noch nach 1945 in ihrer Heimat unwillkommen fühlen mussten, kehrten einige zurück. Warum sie dies taten, dem widmete der französische Journalist Olivier Guez, der fünf Jahre in Berlin lebte, dieses Buch.

Jan Karski „Mein Bericht an die Welt – Geschichte eines Staates im Untergrund“, 528 Seiten, 28 €, Kunstmann, ISBN: 978-3888977053;

Sage keiner, die Welt hätte nicht Bescheid gewusst über das Wüten der Deutschen in den besetzten Ostgebieten, über Holocaust und Völkermord. Jan Karski berichtete den Alliierten schon 1942/43 darüber, was er als polnischer Widerstandskämpfer gesehen und erlebt hat. Noch vor Kriegsende, 1944, erschien sein Tatsachenbericht „Story of a secret State“ und wurde in den USA ein Bestseller. In Deutschland wollte man davon nach Kriegsende allerdings nichts wissen, und so erschien das Buch erst dieses Frühjahr auf deutsch.

Catherine Donzel/Marc Walter „Legendäre Hotels“, 359 Seiten, 36,95 €, Frederking & Thaler, ISBN: 978-3894057961;

Die Bücher der Reihe „Legendäre …“ gehören zu den besten Reisebüchern, die es auf dem Literaturmarkt gibt. Mit den „Legendären Hotels“ ist nun erneut ein kleinformatiges Schwesterchen hinzugekommen, das mit den großen Brüdern aber sehr gut mithält.

Christian Brandstätter „Berlin – Die Welt von gestern in Farbe“, 160 Seiten, 29,90 €, Brandstätter, ISBN: 978-3850334723;

Was fasziniert mehr als alte Fotografien? Der österreichische Verleger Christian Brandstätter hat heuer einen sensationellen Bildband über das alte Berlin herausgebracht. Sensationell deshalb, weil die gezeigten Bilder allesamt koloriert sind. Sie zeigen ein Leben in Frabe, das man bisher nur in schwarz-weiß kannte.

Alfred de Zayas „Völkermord als Staatsgeheimnis – Vom Wissen über die ,Endlösung der Judenfrage‘ im Dritten Reich“, 204 Seiten, 26,90 €, Olzog, ISBN: 978-3789283291;

Wer wusste eigentlich was? Auch 66 Jahre nach Kriegsende wird in Historikerkreisen darüber gestritten, ob die Deutschen schon während der Nazi-Diktatur vom Holocaust, also der systematischen Vernichtung der Juden, wussten. Der lange in Deutschland tätige amerikanische Völkerrechtler Alfred de Zayas hat jetzt so eine Art Anti-Goldhagen vorgelegt. Der hatte vor 15 Jahren die Deutschen als „Hitlers willige Vollstrecker“ dargestellt. Wie zu erwarten war, bekommt de Zayas vor allem Beifall von rechten Kreisen.

München als Hort des Islamismus, als Zuflucht für die in Ägypten verfolgte Muslim-Brüderschaft. Gleich zwei Bücher befassen sich mit diesem Thema …

Vorgestellt werden:

Stefan Meining „Eine Moschee in Deutschland“, 316 Seiten 19,95 €, C.H. Beck, ISBN: 978-3406614118;

Ian Johnson „Die vierte Moschee – Nazis, CIA und der islamische Fundamentalismus“, 360 Seiten, 22,95 €, Klett-Cotta, ISBN: 978-3608946222;

Mehr dazu:

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