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Archiv für die 'Reportagen' Kategorie

Christine Barth u. a. „Begegnungen auf Feuerland. Selk’nam, Yámana, Kawesqar: Fotografien von Martin Gusinde 1918-1924“, 280 Seiten HatjeCantz, 68 €, ISBN: 978-3775738910;

Gusinde_Feuerland

Es waren Reisen in eine ganz ferne Region, vor allem aber sind es heute Reisen in eine längst vergangene Zeit. In eine Zeit, als es in Feuerland noch Völker und Kulturen gab, die inzwischen längst verschwunden sind und deren Namen nur wenigen Experten bekannt sind.

Matthias Politycki „London“, 157 Seiten, 24,95 €, Corso, ISBN: 978-3862600151;

Ein Vierteljahr, so lang war Matthias Politycki in London, um die europäische Metropole kennen zulernen. Die knapp acht Millionen Einwohner machten ihm zunächst Angst, doch je besser sich der Schriftsteller in der Stadt auskannte, um so besser gefiel sie ihm:  „Weiter, immer weiter“, das ist auch das Motto dieses Buches.

Große Journalisten, große Reportagen.

 

Gerhard Waldherr „Bruttoglobaltournee“ (Salis);
Wolfgang Büscher „Hartland – Zu Fuß durch Amerika“
(Rowohlt);

Mehr dazu:

Hans-Christian Buch „Apokalypse Afrika oder Schiffbruch mit Zuschauern“, 272 Seiten, 29 €, Eichborn, ISBN: 978-3821862361;

Am Schluss steht ein Brief an den Bundespräsidenten. Horst Köhler soll, so appelliert, Hans Christoph Buch am 22. April 2008 Paul Kagame, den ruandischen Präsidenten, nicht in Deutschland empfangen. Engagiert wie dieser Brief ist diese Reportagensammlung. Buchs Geschichten vermitteln keinen Optimismus und kein Wohlgefühl, es sind Berichte von Orten, an denen das Leben hart, ungerecht und gefährlich ist.

Toby Lester „Der vierte Kontinent – Wie eine Karte die Welt veränderte“, 560 Seiten, 39,90 €, Berlin, ISBN: 978-3827007322;

Fasziinierend. Bis zur Entdeckung Amerikas, das urspünglich irrtümlich für Indien gehalten wurde,gingen die Menschen davon aus, dass die Welt aus drei Teilen besteht, aus Europa, Asien und Afrika. Der deutsche Kartograf Martin Waldseemüller veränderte die Welt, als er 1507, keine 20 Jahre nach der Entdeckung Amerikas die erste Karte dieses vierten Kontinents zeichnete. Er hielt sich an die Berichte des Seefahrers Amerigo Vespucci, der die südamerikanische Ostküste erkundet hatte, und nannte ihm zu Ehren den neuen Erdteil „America“.

Hugues Le Bret „Die Woche, in der Jérôme Kerviel beinahe das Weltfinanzsystem gesprengt hätte“, 280 Seiten, 18 €, Kunstmann, ISBN: 978-3888977220;

Die Geschichte liest sich so absurd, dass man sie nicht glauben möchte. Und doch gelang es einem kleinen, nicht einmal hoch bezahlten Aktienhändler im Januar 2008 die ehrwürdige Großbank Société Générale mit ihren 160.000 Mitarbeitern an den Rand des Bankrotts. Hugues Le Bret erzählt, wie das passieren konnte.

Constanze Wild/Michele Volkhardt „Ayurveda“, 287 Seiten, 58 €, Umschau, ISBN: 978-3865286642;

„Please leave your world here“, steht auf dem Email-Schild: Kalari Kovilakom im südindischen Kerala ist so eine Art Zentrum des Ayurveda. Was aber verbirgt sich hinter diesem so Geheimnis umwobenen Begriff? Dass Ayurverda eigentlich alles ist, wird in diesem wunderbaren Bildband eindrucksvoll dargestellt.

Manfred Beier „Alltag in der DDR: So haben wir gelebt“, 288 Seiten, 19,95 €, Fackelträger, ISBN: 978-3771644673;

20 Jahre sind es jetzt, dass die DDR unterging und mit ihr die Alltagskultur der sozialistischen Republik. Wie war das so in Ostdeutschland? Wie lebten die Menschen jenseits der Propaganda ihrer Staatsführung? Der Lehrer Manfred Beier (1927-2002) hat rund 60.000 Fotografien gesammelt, das größte Privatarchiv der DDR. Erst nach seinem Tod entdeckten es seine Söhne und sicherten es der Nachwelt.

Thomas Wolfe „Oktoberfest“, 112 Seiten, 10 €, Manesse, ISBN: 978-371754083;

Heute beginnt das Oktoberfest: „… erkannten wir die Aussichtslosigkeit, dort einen Platz zu finden. Tausende von Menschen brüllten an den Tischen über ihrem Bier, und viele Hunderte wälzten sich unentweg auf und ab und hielten Ausschau nach einer Lücke.“ 1927, als der amerikanische Schriftsteller Thomas Wolfe, erstmals die Münchner Wiesn besuchte, ging’s dort genauso zu wie heute.

Georg Brunold „Nichts als die Welt – Reportagen und Augenzeugenberichte aus 2500 Jahren“, 608 Seiten, 85 €, Galiani Berlin, ISBN: 978-3869710013;

Seit bald 15 Jahren wünsche ich mir englische Schuhe aus Pferdeleder, solche, die ein ganzes Leben halten. Bisher konnte ich sie mir nicht leisten. Es gibt auch Bücher fürs Leben. „Nichts als die Welt“ ist so eines. Mehr noch, es ist „ein Eingang zur Welt“, wie es im Klappentext unter Bezug auf Stefan Zweig heißt. Mit dem kiloschweren Schmöker ist dem neuen Berliner Verlag Galiani ein großer Wurf gelungen.

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