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Archiv für die 'Autobiografie' Kategorie

Andrea Riedinger „Meine Trauer traut sich was – Nach einem Schicksalsschlag wieder Mut zum Leben lassen, 200 Seiten, Adeo, 17,99 €, ISBN:978-3863340308;

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Schlimmer geht immer, heißt es. Was Andrea Riedinger an Schicksalsschlägen erlebt hat, ist aber wohl nicht zu steigern: Erst stirbt ihr Mann mit nur 35 Jahren an einem Hirntumor, kurz darauf verliert die Mutter einer kleinen Tochter ihr ungeborenes Kind, dann ist sie selber krebskrank – und allein damit und mit ihrer Verantwortung. 

Per Leo „Flut und Boden“, 348 Seiten, Klett-Cotta, 21,95 €, ISBN: 978-3608980172;

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Auch wenn im Untertitel steht „Roman einer Familie“ so ist „Flut und Boden“ eigentlich weit mehr, eine Autobiografie, die Geschichte von Leos eigener Familie, von dessen Großvater, einst glühender Anhänger der Nazizeit und der Frage nach dem Warum.

Christian Jakubetz „Der 40-Jährige, der aus dem Golf stieg und verschwand: Das hier ist ein Buch. Über die merkwürdigen Verhaltensweisen von Menschen jenseits der 40“, 250 Seiten, Eff Ess, 12,90 €, ISBN: 978-3980505642 (brochiert);

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Neulich telefonierte ich mit meinem Vetter Egbert. „Boah, ich werde dieses Jahr 60“, sagte er. „Und ich 50“ antwortete ich. „Mit 50 ging es mir auch richtig scheiße“, gab er zurück. Der arme Christian Jakubetz. Der ist nun auch 50, leidet aber schon seit er 40 ist. Immerhin hat er darüber ein amüsantes Buch geschrieben.

Leben als Freiheit und Abgrund

Karl Ove Knausgard „Leben“, 624 Seiten, 22,99 €, Luchterhand, ISBN: 978-3630874135;

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Mit „Sterben“ hat er angefangen. Nun. im vierten Band seiner auf sechs Teile angelegten autobiografischen Romanprojekts „Min Kampf“ ist Karl Ove Knausgard im „Leben“ angelangt. Endlich die Schulzeit und damit die Kindheit des Norwegers sind beendet.

Jürg Amann „Vater, warum hast Du mich verlassen – Die Autobiografie Jesu Christi“, 112 Seiten, 14,95 €, Arche, ISBN: 978-3716026946;

Als sich das Leben von Jörg Amann dem Ende zuneigte, wagte der Schweizer Schriftsteller noch einmal etwas ganz Großes: Er schrieb eine Autobiografie von Jesus Christus. Autobiografie, das klingt erst mal nach Blasphemie, dabei bedient sich der inzwischen verstorbene Autor der vier Evangelien, um die Geschichte des Religionsgründers zu erzählen.

Patti Smith „Traumsammlerin“, 112 Seiten, 16,99 €, Kiepenheuer & Witsch, ISBN: 978-3462045703;

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Es ist schon berauschend, den Werdegang von Patti Smith zu verfolgen. Wie sie sich als weltweit erfolgreiche Rock’n’Rollerin im Dauer-Drogenrausch an der Seite von Robert Mapplethorpe zur Hausfrau und Mutter wandelt. Nach dessen Tod wieder eine Musikkarriere startet und inzwischen sich auch noch als Schriftstellerin einen Namen gemacht hat. Wo diese Wandlungsfähigkeit herkommt, wird nach „Traumsammlerin“ ein wenig deutlich.

Pola Kinski „Kindermund“, 245 Seiten, 19,95 €, Suhrkamp, ISBN: 978-3458175711;

Dass er ein Ekel war, wusste jeder. Dass er furchtbare Sachen erzählt auch. Dass er vieles davon aber tatsächlich praktizierte, daran glaubte weiland niemand. Dabei stimmte, was Klaus Kinski über sich und die Seinen erzählte. Eines seiner Opfer, seine Tochter Pola, hat darüber erzählt.

Oskar Roehler „Herkunft“, 592 Seiten, 19,99 €, Ullstein, ISBN: 978-3550088445;

Oskar Roehler kannte ich zuvor nur als Filmemacher: „Die Unberührbare“, ein Film über seine eigene Mutter, oder das ebenso beeindruckende „Agnes und seine Brüder“. Nun hat sich der Sohn der Schriftstellerin Gisela Elsner auch als fähiger Autor hervorgetan. Kein Wunder bei so einer belebten Familiengeschichte.

Jan Karski „Mein Bericht an die Welt – Geschichte eines Staates im Untergrund“, 528 Seiten, 28 €, Kunstmann, ISBN: 978-3888977053;

Sage keiner, die Welt hätte nicht Bescheid gewusst über das Wüten der Deutschen in den besetzten Ostgebieten, über Holocaust und Völkermord. Jan Karski berichtete den Alliierten schon 1942/43 darüber, was er als polnischer Widerstandskämpfer gesehen und erlebt hat. Noch vor Kriegsende, 1944, erschien sein Tatsachenbericht „Story of a secret State“ und wurde in den USA ein Bestseller. In Deutschland wollte man davon nach Kriegsende allerdings nichts wissen, und so erschien das Buch erst dieses Frühjahr auf deutsch.

Hilal Sezgin „Landleben – Von einer, die raus zog“, 272 Seiten, 19,95 €, DuMont, ISBN: 978-3832196233;

Ach Goddele, je unruhiger die Zeiten umso größer ist das Bedürfnis nach Idylle. Und die hat die einstige Stubenhockerin und bekannte Autorin Hilal Sezgin (41) ausgerechnet in der Lüneburger Heide gefunden, auf dem Land, dort wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Im Windschatten des Zeitschriften-Bestsellers „Landlust“ gibt’s jetzt also die passenden türkisch-deutschen Memoiren. Wunderbar.

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