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	<title>Lauter Lesenswertes</title>
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	<description>Neue und nicht mehr ganz neue Bücher</description>
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		<title>Veltroni_Sonne</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 19:15:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jonas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Walter Veltroni &#8220;Die Entdeckung des Sonnenaufgangs&#8221;, 155 Seiten, 17,90 €, Klett-Cotta, ISBN: 978-3608937046;



]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Walter Veltroni &#8220;Die Entdeckung des Sonnenaufgangs&#8221;, 155 Seiten, 17,90 €, Klett-Cotta, ISBN: 978-3608937046;</em></p>
<p><em><a href="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2010/03/Veltroni_Sonne.gif"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-6633" title="Veltroni_Sonne" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2010/03/Veltroni_Sonne-89x150.gif" alt="" width="89" height="150" /></a></em></p>
<p><em><br />
</em></p>
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		<title>Vom R&#228;tsel der vollkommenen Liebe</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 03:16:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ines</dc:creator>
				<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Andrew Sean Greer &#8220;Geschichte einer Ehe&#8221;, 208 Seiten, 19,95 €, S. Fischer, ISBN: 978-3100278180;

1953, die USA waren noch ein ganz anderes Land als heute. Der Antikommunismus, mit Senator McCarthy als Vork&#228;mpfer, w&#252;tete im Land, es herrschte Rassentrennung, und auch Homosexuelle wurden verfolgt. In dieser Epoche l&#228;sst der 1970 geborene Andrew Sean Greer seine &#8220;Geschichte einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Andrew Sean Greer &#8220;Geschichte einer Ehe&#8221;, 208 Seiten, 19,95 €, S. Fischer, ISBN: 978-3100278180;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4734" title="Greer_Ehe" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/09/Greer_Ehe-93x150.gif" alt="Greer_Ehe" width="93" height="150" /></em></p>
<p>1953, die USA waren noch ein ganz anderes Land als heute. Der Antikommunismus, mit Senator McCarthy als Vork&#228;mpfer, w&#252;tete im Land, es herrschte Rassentrennung, und auch Homosexuelle wurden verfolgt. In dieser Epoche l&#228;sst der 1970 geborene Andrew Sean Greer seine &#8220;Geschichte einer Ehe&#8221; spielen. Es geht um mehr als um Liebe &#8230;</p>
<p><span id="more-4733"></span></p>
<p>Pearlie und H0lland sind offenbar ein ideales Paar. Es ist ihr zweiter Versuch: &#8220;<em>Als ganz junges Ding</em>&#8221; hatte sie ihn kennengelernt und dann, nach seiner R&#252;ckkehr aus dem Krieg, erneut, am Strand von San Francisco. Diesmal scheint ihr Gl&#252;ck vollkommen.</p>
<p>Sie liebt ihn  &#8220;<em>lichterloh</em>&#8220;. Sie heiraten, Sohn Sean kommt zur Welt, er erkrankt an Kinderl&#228;hmung. Das nicht eben einfache Leben als schwarze Mittelstandsfamilie in einem wei&#223;en Viertel in San Francisco funktionietr &#8211; bis eines Tages ein Mann vor der T&#252;r steht, ein Mann, den Holland aus gemeinsamen Kriegstagen kennt und der Pearlei ein 100.000-Dollar-Angebot macht &#8230;</p>
<p>Mehr soll hier von der sehr sch&#246;n, sehr durchg&#228;ngig erz&#228;hlten Geschichte nicht verraten werden. Allerdings bleiben neben der starken Erz&#228;hlerin Pearlie alle anderen Figuren seltsam blass. Das tut der Geschichte nicht wirklich gut, dem Lesevergn&#252;gen aber keinen Abbruch.</p>
<p>Bewertung: ****</p>
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		<title>Die DDR als Familiengeschichte</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2010/03/08/maxim_herz/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 03:08:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Maxim Leo &#8220;Haltet euer Herz bereit&#8221;, 272 Seiten, 19,95 €, Blessing, ISBN: 978-3896674012;

20 Jahre nach dem Untergang der DDR dominiert die Verkl&#228;rung. Statt einer Abrechnung mit dem Unrechtssystem beschr&#228;nkt sich die mediale Erinnerung auf Film-Grotesken wie &#8220;Goodbye Lenin&#8221; und Sonnenallee&#8221; und auf das Ph&#228;onmen der Ostalgie. Maxim Leo will hier einen Gegenpunkt setzen, ohne zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Maxim Leo &#8220;Haltet euer Herz bereit&#8221;, 272</em> <em>Seiten, 19,95 €, Blessing, ISBN: 978-3896674012;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4577" title="Maxim_Herz" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/09/Maxim_Herz-94x150.gif" alt="Maxim_Herz" width="94" height="150" /></em></p>
<p>20 Jahre nach dem Untergang der DDR dominiert die Verkl&#228;rung. Statt einer Abrechnung mit dem Unrechtssystem beschr&#228;nkt sich die mediale Erinnerung auf Film-Grotesken wie &#8220;Goodbye Lenin&#8221; und Sonnenallee&#8221; und auf das Ph&#228;onmen der Ostalgie. Maxim Leo will hier einen Gegenpunkt setzen, ohne zu verurteilen. Ob das gelingen kann?</p>
<p><span id="more-4576"></span></p>
<p>Maxim Leo hat 19 Jahre in der Deutschen Demokratischen Republik verbracht. Pr&#228;gende Jahre. Anschlie&#223;end studierte der Ostberliner Politik und wurde Redakteur bei der Berliner Zeitung &#8211; hoch dekoriert, unter anderem mit dem Theodor-Wolff-Preis. &#8220;Haltet euer Herz bereit&#8221; ist seine Familiengeschichte.</p>
<p>Sie ist exemplarisch, oder sie soll es sein. Der Gro&#223;vater war als ehemaliger j&#252;discher R&#233;sistancek&#228;mpfer gegen das Dritte Reich &#252;berzeugt vom Erfolg des Sozialismus, die Eltern leben den Widerspruch und zweifeln an der demokratischen Legitimation des Regimes. Und Maxim, Jahrgang 1970, w&#228;chst in diesem Konflikt auf. Er wird sp&#228;ter ein &#252;berzeugter Westdeutscher.</p>
<p>Seine Wurzeln verleugnet er aber nicht. Und so soll &#8220;Haltet euer Herz bereit&#8221; eine Familiengeschichte sein. Und tats&#228;chlich f&#252;gt sie der Auseinandersetzung mit der Deutschen Demokratischen Republik ein weiteres Kapitel bei, das leider bisweilen verharmlosend wirkt, weil es den kollektiven Freiheitsentzug stark vernachl&#228;ssigt.</p>
<p>Und so ist die Leo&#8217;sche Familiengeschichte auch keine wirkliche Geschichtsaufbereitung, sondern eher ein Versuch, am Exempel eine Parabel zu konstruieren. Wahr ist, was beruhigt und gut klingt. Und da passt es gut, dass aus dem &#252;berzeuten Parteig&#228;nger ein Zweifler wurde und sp&#228;ter ein Vorzeige-Wessi (<em>&#8220;Ich bin ein Spie&#223;er&#8221;</em>).</p>
<p>Allein am Humor l&#228;sst es Maxim  fehlen. Witzig ist das Erinnerungsbuch nicht, daf&#252;r aber manchmal auf unfreiwillige Weise komisch und verschroben: In Leos Familie prallen die Lebensentw&#252;rfe frontal aufeinander. Sie dokumentiert die Hoffnungen in die fr&#252;he DDR und das Scheitern nach 40 Jahren. Interessant!</p>
<p>Bewertung: ****</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="448" height="272" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/_AjYVZ00xGQ&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="448" height="272" src="http://www.youtube.com/v/_AjYVZ00xGQ&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>Alles h&#228;ngt mit allem zusammen</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2010/03/06/zaehringer_viele/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Mar 2010 03:26:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Norbert Z&#228;hringer &#8220;Einer von vielen&#8221;, 486 Seiten, 22,90 €, Rowohlt, ISBN: 978-3498076641;

80 Jahre, mehr als ein Leben. Es ist der 1. September 1923. Ein Erdbeben &#228;ngstigt die Menschen in Japan, als Edison Fromm in der Mojaew&#252;ste, wo die Erde auch noch bebt, zur Welt kommt. Zur gleichen Zeit wird in Berlin Siegfried Heinze geboren, dessen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Norbert Z&#228;hringer &#8220;Einer von vielen&#8221;, 486 Seiten, 22,90 €, Rowohlt, ISBN: 978-3498076641;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4628" title="Viele" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/09/Viele-89x150.gif" alt="Viele" width="89" height="150" /></em></p>
<p>80 Jahre, mehr als ein Leben. Es ist der 1. September 1923. Ein Erdbeben &#228;ngstigt die Menschen in Japan, als Edison Fromm in der Mojaew&#252;ste, wo die Erde auch noch bebt, zur Welt kommt. Zur gleichen Zeit wird in Berlin Siegfried Heinze geboren, dessen Vater noch am selben Tag in einer Schie&#223;erei stirbt. Zwei M&#228;nner, ein Jahrhundert &#8211; eine globale Geschichte erz&#228;hlt Z&#228;hringer quasi im R&#252;ckw&#228;rtsgang, ausgehend vom Jahr 2003.</p>
<p><span id="more-4627"></span></p>
<p>Der gelernte Bankkaufmann Norbert Z&#228;hringer, Jahrgang 1967, hat ein ehrgeiziges Buch geschrieben. Aber es gelingt ihm mit gro&#223;er Akribie, die ungez&#228;hlten Handlungsstr&#228;nge seiner Geschichte zusammenzuhalten. Nur die Geschichte selbst leidet etwas darunter &#8211; aber dazu sp&#228;ter.</p>
<p>Edison Frimm w&#228;chst in Los Angeles  bei seiner alleinerziehenden Mutter, einer Sortierin bei der  Post, auf. Der Junge arbeitet als Poolreiniger, k&#228;mpft sp&#228;ter f&#252;r die US-Luftwaffe in Europa (wo er nach einem Absturz fast von Siggi Heinze erschossen wird).  Er landet im Gef&#228;ngnis, weil er seinem Vermieter mit einer  Bratpfanne geschlag hat. Als er rauskommt, will er von einer Br&#252;cke springen.</p>
<p>Siggi, der Sohn eines &#252;berzeugten Nazis, der zu einem der ersten „M&#228;rtyrer der Bewegung“ wurde, folgt dessen Spuren. Viele Jahre sp&#228;ter kommt der Berliner Polizeikommissar Mauser ins Spiel, und der Mord an Siggis Vater l&#228;sst sich ebenso wie einige weitere Verbrechen aufkl&#228;ren.</p>
<p>Und dann sind da noch der armenisch-georgische Exilant Bebo und der japaner Koga, und alle sind irgendwie miteinander verkn&#252;pft. Menschen, Sachen, es gibt immer wieder eine Verbindung, und Z&#228;hringer macht sie deutlich. &#8220;Einer von vielen&#8221; g&#228;be einen gewaltigen Film ab.</p>
<p>Der geheimnisvolle Thomas Pynchon gelangte mit kollossalen Entw&#252;rfen wie diesem Weltruhm. Norbert Z&#228;hringer wandelt auf seinen Spuren, ohne die erz&#228;hlerische, sprachliche Klasse zu haben. Manchmal wirken seine Beschreibungen etwas fad.</p>
<p>Trotz dieser Schw&#228;chen: &#8220;Einer von vielen its bemerkens- und lesenswert.</p>
<p>Bewertung: ****</p>
<p><em><br />
</em></p>
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		<item>
		<title>Man wei&#223; nie, wo&#8217;s hingehen soll</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2010/03/04/zaimoglu/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 03:01:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jonas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Feridun Zaimoglu &#8220;Hinterland&#8221;, 442 Seiten, 19,95 €, Kiepenheuer &#38; Witsch, ISBN: 978-3462041330;

Orient trifft Okzident, man nehme einen Schuss deutsche Romantik und mische ihn mit einer Prise M&#228;rchen aus 1000 und einer Nacht, und fertig ist &#8220;Hinterland&#8221;. Naja, das klingt zu sch&#246;n, und ich muss sagen, ich war so richtig entt&#228;uscht von diesem neuesten Opus von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Feridun Zaimoglu &#8220;Hinterland&#8221;, 442 Seiten, 19,95 €, Kiepenheuer &amp; Witsch, ISBN: 978-3462041330;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4891" title="Hinterland" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/09/Hinterland-90x150.gif" alt="Hinterland" width="90" height="150" /></em></p>
<p>Orient trifft Okzident, man nehme einen Schuss deutsche Romantik und mische ihn mit einer Prise M&#228;rchen aus 1000 und einer Nacht, und fertig ist <em>&#8220;Hinterland&#8221;</em>. Naja, das klingt zu sch&#246;n, und ich muss sagen, ich war so richtig entt&#228;uscht von diesem neuesten Opus von Feridun Zaimoglu, nachdem mir dessen <a href="http://www.lesenblog.de/2008/04/01/413/" target="_blank">&#8220;Liebesbrand&#8221;</a> sehr gut gefallen hatte.</p>
<p><span id="more-4890"></span></p>
<p>Aber so ist das mit der Romantik, und Zaimoglu ist ein hoffnungsloser Romantiker: Dem einen gef&#228;llt&#8217;s, der andere kann damit nichts anfangen. Mir erschien es als m&#252;hsam, den vielen Erz&#228;hlstr&#228;ngen zu folgen, ohne je das gro&#223;e Ganze dahinter zu erblicken.</p>
<p>Der Roman m&#228;andert dahin wie ein wilder Fluss, mal f&#252;hrt er uns nach Prag, dann nach Istanbuld und zur&#252;ck nach Berlin, an die Nordsee und nach Ankara. Es geht um Ferda und Aneschka. Sie haben sich in Prag getroffen und trennen sich immer wieder, um sich &#252;ber ihr Leben und ihre Gef&#252;hle klar zu werden.</p>
<p>Dazwischen treten aber noch andere, m&#228;rchenhafte Figuren auf: die Dame Vlasta etwa, die in Kontakt steht mit Waldzwerglein. In einem Interview sagte Zaimoglu mal, es gehe ihm um „die Sehnsucht“ , um die „Suche nach Erf&#252;llung“.</p>
<p>F&#252;r diesen Roman, gewidmet den &#8220;Sonderlingen&#8221;, bin ich leider zu gew&#246;hnlich.</p>
<p>Bewertung: **</p>
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		<item>
		<title>Wasser ist alles, ohne Wasser ist alles nichts</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2010/03/02/ware_wasser/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Mar 2010 03:01:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Naturwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Gunther Hirschfelder/Angelika Ploeger (Hrsg.) &#8220;Purer Genuss?&#8221;, 295 Seiten, 29,90 €, Campus, ISBN: 978-3593390284; 

Ein Buch &#252;ber Wasser, das erschien mir erstmal seltsam. Klar Wasser ist Leben, und wir Menschen bestehen zu &#252;ber 90 Prozent aus Wasser. Und Wasser ist mancherorts knapp, ja es soll sogar Ausl&#246;ser f&#252;r Kriege in der Zukunft sein. Und so ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Gunther Hirschfelder/Angelika Ploeger (Hrsg.) &#8220;Purer Genuss?&#8221;, 295 Seiten, 29,90 €, Campus, ISBN: 978-3593390284; </em></p>
<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4750" title="Ware_Wasser" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/09/Ware_Wasser-96x150.gif" alt="Ware_Wasser" width="96" height="150" /></p>
<p>Ein Buch &#252;ber Wasser, das erschien mir erstmal seltsam. Klar Wasser ist Leben, und wir Menschen bestehen zu &#252;ber 90 Prozent aus Wasser. Und Wasser ist mancherorts knapp, ja es soll sogar Ausl&#246;ser f&#252;r Kriege in der Zukunft sein. Und so ist das Thema nicht merkw&#252;rdig, es ist h&#246;chstens merkw&#252;rdig, dass es nicht l&#228;ngst ein solches Buch gab.</p>
<p><span id="more-4749"></span>Wasser ist l&#228;ngst globales Thema, voriges Jahr wurden Zeitungsleser mit Berechnungen &#252;ber virtuelles Wasser erschreckt. Demnach verbraucht eine Tasse Kaffee nicht nur eine Tasse Wasser, sondern auch 140 Liter f&#252;r Produktion und Transport.</p>
<p>Grundlage des von dem Bonner Kulturantropologen Gunter Hirschfelder verantworteten Sammelbands ist eine Tagung, die im Mai 2006 in Heidelberg stattfand. Hirschfelder und seine drei Mit-Herausgeber Angelika Ploeger, Volker Pudel sowie Gesa Sch&#246;nberger haben die Vortr&#228;ge in vier Themenbl&#246;cken gegliedert.</p>
<p>Am Anfang geht es um den Umgang mit Trinkwasser, dessen Qualit&#228;t und die globalen Verflechtungen. Es folgt eine &#8220;Kulturgeschichte des Durstes&#8221; und Glaubensfragen ans Wasser. Dazu gibt es ganz konkrete medizinische Fragestellungen und zum Schluss wird die An- und Verwendung von Wasser als Rohstoff und als Produkt beleuchtet: &#8220;Von der Industrie zur Gastronomie&#8221;.</p>
<p>Ein wertvolles Sachbuch f&#252;r Menschen, die mehr wissen wollen.</p>
<p>Bewertung ****</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Menschlichkeit hat keinen Platz mehr</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2010/02/28/glister-ab-sep/</link>
		<comments>http://www.lesenblog.de/2010/02/28/glister-ab-sep/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 28 Feb 2010 03:59:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[John Burnside &#8220;Glister&#8221;, 288 Seiten, 19,95 €, Knaus, ISBN: 978-3813503494;

Solche Szenarien kennt man als Filmfreund: Eine entmenschlichte Welt, gepr&#228;gt durch die giftigen Hinterlassenschaften von Industriebetrieben. Aber dieser kafkaeske, an tschernobylischen &#196;ngsten reiche Roman spielt in einer nicht definierten Jetztzeit, in Schottland. Und wenn man dem sprachbegabten John Burnside eins partout nicht absprechen kann, dann ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>John Burnside &#8220;Glister&#8221;, 288 Seiten, 19,95 €, Knaus, ISBN: 978-3813503494;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-3734" title="glister" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/06/glister-94x150.gif" alt="glister" width="94" height="150" /></em></p>
<p>Solche Szenarien kennt man als Filmfreund: Eine entmenschlichte Welt, gepr&#228;gt durch die giftigen Hinterlassenschaften von Industriebetrieben. Aber dieser kafkaeske, an tschernobylischen &#196;ngsten reiche Roman spielt in einer nicht definierten Jetztzeit, in Schottland. Und wenn man dem sprachbegabten John Burnside eins partout nicht absprechen kann, dann ist es eine ausgepr&#228;gte Fantasie, diese Geschichte realit&#228;tsnah zu erz&#228;hlen.</p>
<p><span id="more-3733"></span></p>
<p>Im Mittelpunt steht Leonard, ein 15-j&#228;hriger Bursche, ausgestattet mit einer (m&#228;nnlichen) Attraktivit&#228;t, die f&#252;r dieses Alter ganz und gar ungew&#246;hnlich erscheint, aber vor allem ist er der einzige Mensch in diesem psychisch ausged&#246;rrten Milieu von Arbeitslosen und Resignierten.</p>
<p>In dieser nicht n&#228;her benannten Stadt sind die Leute entweder arbeitslos oder krank oder beides. Auch die Natur ist sterbenskrank und bringt seltsame Mutationen hervor &#8211; im Umfeld einer Chemiefabrik, die zwar l&#228;ngst stillgelegt ist, aber immer noch das Leben (oder das was davon &#252;brig blieb) bestimmt.</p>
<p><em>&#8220;Manche Jugendliche schaffen es nicht einmal bis zu ihrem zwanzigsten  Lebensjahr.&#8221; </em>Und andere verschwinden einfach aus &#8220;Innertown&#8221;, wie der schreckliche Ort hei&#223;t. Niemand hat die Jungen mehr gesehen, au&#223;er der Ortspolizist Morrison, ein ehemaliger Scherge des Systems, der den zugerichteten Leichnam eines der Jugendlichen fand, aber niemandem davon erz&#228;hlte.</p>
<p>Leonard hingegen, aus dessen Perspektive der &#252;berwiegende Teil der Geschichte erz&#228;hlt wird,  macht sich auf die Suche und dabei spielt auch der titelgebende &#8220;Glister&#8221; eine gro&#223;e Rolle &#8230;</p>
<p>Dieser post-zivilisatorische Roman erinnert mich in seiner Heftigkeit an Cormac McCarthys <a href="http://www.lesenblog.de/2007/09/03/verstorendes-endzeit-szenario/" target="_blank">&#8220;Die Stra&#223;e&#8221;</a>, auch wenn dessen &#196;stethik die Kargheit ist und Burnside auf opulente Bilder setzt.</p>
<p>Bewertung: ****</p>
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		<title>Ein Welttheater in &#252;berbordender Sprachgewalt</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Feb 2010 03:37:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanna</dc:creator>
				<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Brigitte Kronauer &#8220;Zwei schwarze J&#228;ger&#8221;, 286 Seiten, 21,90 €, Klett-Cotta, ISBN: 978-3608938852;

&#8220;Einf&#228;lle &#252;ber die Welt haben&#8221;, so hei&#223;t es irgendwann &#252;ber Gr&#228;fin Aurora von K&#246;nigsmark, und dieser Satz ist ein Schl&#252;sselsatz im neuesten Roman der sprachgewaltigen Brigitte Kronauer. Sie offenbart uns in diesem fantasiespr&#252;henden Roman ein Sammelsurium an Personen, bei dem man leicht den &#220;berblick [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Brigitte Kronauer &#8220;Zwei schwarze J&#228;ger&#8221;, 286 Seiten, 21,90 €, Klett-Cotta, ISBN: 978-3608938852;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-5012" title="Kronauer" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/10/Kronauer-92x150.gif" alt="Kronauer" width="92" height="150" /></em></p>
<p><em>&#8220;Einf&#228;lle &#252;ber die Welt haben&#8221;</em>, so hei&#223;t es irgendwann &#252;ber Gr&#228;fin Aurora von K&#246;nigsmark, und dieser Satz ist ein Schl&#252;sselsatz im neuesten Roman der sprachgewaltigen Brigitte Kronauer. Sie offenbart uns in diesem fantasiespr&#252;henden Roman ein Sammelsurium an Personen, bei dem man leicht den &#220;berblick verlieren kann. Zur Not hilft ein Blick in das Personenverzeichnis.</p>
<p><span id="more-5011"></span></p>
<p>Wie das Leben so ist: Am Anfang ist alles in bester Ordnung, aber dann zerbricht nach und nach dieser ganze Mikrokosmos. Es geht um die Schriftstellerin Rita Palka, die aus ihrem neuen Buch liest &#8211; es hei&#223;t &#8220;Zwei schwarze J&#228;ger&#8221; &#8211; und um einen Leseabend in einem Schloss, an dem nicht alles glatt l&#228;uft, freundlich formuliert.</p>
<p>Dieses Buch im Buch ist zwar nicht neu, aber in diesem Fall wohl gelungen. Denn Palka wird Teil ihrer Erz&#228;hlung, auch wenn nur <em>&#8220;acht Camouflagezuh&#246;rer&#8221;</em> und  der Schlossverwalter. Die Bronzeskulptur der  Schwarzen  J&#228;ger, die in der r&#246;mischen Villa Borghese steht, wird f&#252;r alle beteiligten zum Symbol ihrs eigenen Lebens, ihrer wahren Probleme.</p>
<p>Kritiker verglichen dieses Panoptikum schon mit &#8220;Short Cuts&#8221;, jenem genialen Episodenfilm von Robert Altman, der das Westk&#252;sten-Amerika der 90er Jahre charakterisiert hatte. Und so setzt Brigitte Kronauer nun den deutschen Dekadenzen und Depressionen des Nuller-Jahrzehnts ein literarisches Denkmal und das auch noch auf eine sehr erfrischende Weise mit einer &#252;berbordenen Freude am Jonglieren mit Sprache.</p>
<p>Dieser Roman ist ein mal boshaftes, mal sympathisierendes Welttheater. Er f&#228;ngt den Leser ein und l&#228;sst ihm Platz f&#252;r eigene Geschichten, mit denen er die Episoden von &#8220;Zwei schwarze J&#228;ger&#8221; vervollst&#228;ndigen darf. Gl&#228;nzend!</p>
<p>Bewertung: *****</p>
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		<title>Auch Jasper ist schuld an der Finanzkrise</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2010/02/24/magnusson/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 03:55:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Kristof Magnusson &#8220;Das war ich nicht&#8221;, 289 Seiten, 19,90 €, Antje Kunstmann, ISBN: 978-38889757820;

Drei Menschen, drei Fehlentscheidungen, drei Wendepunkte. Der in Hamburg geborene Kirchenmusiker und &#220;bersetzer  Magnusson hat eine Geschichte zum B&#246;rsencrash geschrieben &#8211; von Jasper, einem Investmentbanker im Gr&#246;&#223;enwahn, von der &#220;bersetzerin Maike, die nach einem neuen Sinn sucht, und dem amerikanischen Bestsellerautor Henry, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Kristof Magnusson &#8220;Das war ich nicht&#8221;, 289 Seiten, 19,90 €, Antje Kunstmann, ISBN: 978-38889757820;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-5020" title="Magnusson" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/10/Magnusson-100x150.gif" alt="Magnusson" width="100" height="150" /></em></p>
<p>Drei Menschen, drei Fehlentscheidungen, drei Wendepunkte. Der in Hamburg geborene Kirchenmusiker und &#220;bersetzer  Magnusson hat eine Geschichte zum B&#246;rsencrash geschrieben &#8211; von Jasper, einem Investmentbanker im Gr&#246;&#223;enwahn, von der &#220;bersetzerin Maike, die nach einem neuen Sinn sucht, und dem amerikanischen Bestsellerautor Henry, den eine Schreibblockade qu&#228;lt.</p>
<p><span id="more-5019"></span>&#220;ber die Ursachen der Finanzkrise wird viel ger&#228;tselt. Gier ist das meist gebrauchte Attribut. Aber eigentlich ist es ja viel komplizierter, wie das Beispiel Jasper zeigt. Der 31-j&#228;hrige Trader in Chicago hat immerhin 200 Millionen Dollar versenkt.</p>
<p>Vorangegangen war dem eine Blitzkarriere, die mit Vernunft nicht mehr viel zu tun hat. Schlie&#223;lich geht dem Nomalmenschen ja nicht ein, wieso die Banken selbst mit Verlustpapieren traumhafte Gewinne machen konnten. In echt &#252;brigens, nicht nur im Roman. <em> </em></p>
<p><em>„Man soll ja nicht Peanuts sagen, aber im Grunde genommen war es das.“ </em>Das Verh&#228;ltnis zu Gewinn und Verlust fehlt in dieser Welt v&#246;llig. Eine Karriere wie im Rausch endet im Chaos einer ganzen Bank, und am Ende landet Jasper auf der Fahndungsliste.</p>
<p>Und da kommen Bestsellerautor Henry LaMarck und seine deutsche &#220;bersetzerin Meike Urbanski ins Spiel. Er sieht ein Foto von Banker Jasper L&#252;demann und findet auf diese Weise endlich die Geschichte, die er schreiben will. Und sie, auf der Spur von LaMarck, dessen Werk sie &#252;bersetzen soll, trifft in Chicago auf Banker Jasper.</p>
<p>Ein Dreiecksspiel, das hier arg konstruierterscheint, ist flott erz&#228;hlt, mit Humor und Tiefgang, ein wirklich unterhaltsames St&#252;ck Literatur. Ein ernster Hintergrund mit leichter Hand erz&#228;hlt. Eine Kom&#246;die im besten Sinne. Da verzeiht man ein sprachliche Volten gerne.</p>
<p>Lesen!</p>
<p>Bewertung: ****</p>
<p><em><br />
</em></p>
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		<title>Die zerst&#246;rerische Kraft der Liebe</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2010/02/22/pauls_vergangenheit/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 03:56:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Alan Pauls &#8220;Die Vergangenheit&#8221;, 558 Seiten, 24,90 €, Klett-Cotta, ISBN: 978-3608937053;

Wieder geht es um die Liebe. Alan Pauls, ein hierzulande bisher unbekannter argentinischer Autor, hat mit &#8220;Die Vergangenheit&#8221; f&#252;r Furore gesorgt. Der 50-J&#228;hrige wird verglichen mit Marcel Proust, der 2003 verstorbene Roberto Boláno (&#8220;2666&#8243;) nannte ihn gar einen &#8220;der gr&#246;&#223;ten lebenden Autoren S&#252;damerikas&#8221;. Zu Recht?
Ja! [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Alan Pauls &#8220;Die Vergangenheit&#8221;, 558 Seiten, 24,90 €, Klett-Cotta, ISBN: 978-3608937053;</em></p>
<p><em><a href="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2010/01/alan_pauls.gif"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-6054" title="alan_pauls" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2010/01/alan_pauls-94x150.gif" alt="" width="94" height="150" /></a></em></p>
<p>Wieder geht es um die Liebe. Alan Pauls, ein hierzulande bisher unbekannter argentinischer Autor, hat mit &#8220;Die Vergangenheit&#8221; f&#252;r Furore gesorgt. Der 50-J&#228;hrige wird verglichen mit Marcel Proust, der 2003 verstorbene Roberto Boláno (&#8220;2666&#8243;) nannte ihn gar einen &#8220;der gr&#246;&#223;ten lebenden Autoren S&#252;damerikas&#8221;. Zu Recht?</p>
<p><span id="more-6046"></span>Ja! &#8220;Die Vergangenheit&#8221; ist ein komplexes, ein schwieriges, ein sehr lebenskluges und extremes Buch. Liebe ist das Gef&#252;hl, was den Mensch zum Menschen macht, sagt Pauls und erz&#228;hlt die Geschichte von Rimini und Sofia, deren Ehe nach zw&#246;lf Jahren endet.</p>
<p>Die Trennung regeln sie wie ein Gesch&#228;ft, &#8220;<em>mit Gewissenhaftigkeit, Flei&#223; und handwerklicher Genauigkeit</em>&#8220;. Aber zw&#246;lf Jahre sind eine lange Zeit, und sie sind nicht einfach zu vergessen. &#220;bersetzer Rimini fl&#252;chtet sich in die Arbeit, in Aff&#228;ren, in Kokain &#8211; aber der Vergangenheit kann er nicht entkommen.</p>
<p>Rimini zeugt ein Kind mit ein anderen &#8211; und nun, Jahre nach der Trennung  entfaltet die Liebe zu Sofia ihre zerst&#246;rerische Kraft: Sie entf&#252;hrt das Kind der anderen, schneidet ihm eine Haarlocke ab und gibt es zur&#252;ck. Das vernichtet Riminis Beziehung und in der Konsequenz auch seine Existenz.</p>
<p>Fantastisch, wie furios Pauls mit Sprache umgeht (kongenial &#252;bersetzt von Christian Hansen) und in endlos langen S&#228;tzen die inneren Monologe wiedergibt, die Selbstzweifel, den Selbstbetrug und die krankhafte Seite der Liebe greifbar macht.</p>
<p>Gro&#223;e Literatur!</p>
<p>Bewertung: *****</p>
<p><em><br />
</em></p>
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