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Archiv für die 'Geschichte' Kategorie

Rom aus anderer Sicht

Greg Woolf „Rom“, 495 Seiten, Klett-Cotta, 29,95 €, ISBN: 978-3608948486;

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Echt jetzt, oder? Eine Geschichte von Rom. Also ob es die nicht 1000fach gäbe. Doch der englische Frühgeschichtler Greg Woolf hat tatsächlich ein ungewöhnliches Buch geschrieben. Im Original ist von Story die Rede, in der deutschen Übersetzung von Biographie. Beides beschreibt den ungewöhnlichen Ansatz Woolfs ganz ausgezeichnet.

Hans-Joachim Löwer „Die Stunde der Kurden: Wie sie den Nahen Osten verändern“, 224 Seiten Styria Premium, 24,99 €, ISBN: 978-3222134937;

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Die Kurden sind eines der größten Völker ohne eigenen Staat. Wichtigste Minderheit in der Türkei, die nach jahrelanger Annäherung des Staats nun wieder Terror erleben, Widersacher des IS in Syrien und im Irak, wo sie zumindest Teilautonomie genießen. Und jetzt sind sie auch noch unverzichtbarer Verbündeter des Westens im Krieg gegen den Terror. Der langjährige Auslandskorrespondent Hans-Joachim Löwer sagt, warum nun die Stunde der Kurden schlägt.

Menschen machen Geschichte

Orlando Figes „Russland. Die Tragödie eines Volkes: Die Epoche der russischen Revolution 1891 bis 1924“, 980 Seiten, Berlin, 26,99 €, ISBN: 978-3827012753 (brochiert);

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Bald 20 Jahre alt ist dieses Buch – aber immer noch aktuell oder vielleicht auch gerade wieder. Der Londoner Geschichtsprofessor Figes erzählt in diesem voluminösen Buch gut 30 Jahre russischer Geschichte, als das Zarenreich unterging und die Kommunisten die Macht übernahmen.

Hans Giffhorn „Wurde Amerika in der Antike entdeckt? Karthager, Kelten und das Rätsel der Chachapoya“, 288 Seiten, C.H. Beck, 18,95 €, ISBN: 978-3406664885;

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Die Frage, wer Amerika wirklich entdeckt hat, beschäftigt uns schon lange. Dass es Kolumbus nicht war, ist klar. Er kam 1492, weit nach den Wikingern, die in Grönland los gesegelt waren. Wer dann? Waren es tatsächlich schon vor 2000 Jahren Kelten und Karthager, wie der Kulturwissenschaftler Prof. Giffhorn glaubt beweisen zu können?

The Bodleian Library „Leitfaden für britische Soldaten in Deutschland 1944“, 160 Seiten, Kiepenheuer & Witsch, 8 €, ISBN: 978-3462046342;

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Ein kleines Büchlein, auch schon bald eineinhalb Jahre auf dem Markt, aber als Kuriosum einzigartig. Mit dem „Leitfaden“ im Tornister wurden die britischen Soldaten am Ende des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland geschickt. Eine Einführung in deutsche Geschichte, deutsche Kultur und Benimmregeln für die künftigen Besatzer. Leitmotiv: „Bleiben Sie anständig und gerecht, aber werden Sie nicht weich.“

Christine Barth u. a. „Begegnungen auf Feuerland. Selk’nam, Yámana, Kawesqar: Fotografien von Martin Gusinde 1918-1924“, 280 Seiten HatjeCantz, 68 €, ISBN: 978-3775738910;

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Es waren Reisen in eine ganz ferne Region, vor allem aber sind es heute Reisen in eine längst vergangene Zeit. In eine Zeit, als es in Feuerland noch Völker und Kulturen gab, die inzwischen längst verschwunden sind und deren Namen nur wenigen Experten bekannt sind.

Philippe Lechermeier/Rébecca Dautremer „Die Bibel“, 384 Seiten, Coppenrath, 44 €, ISBN: 978-3649621164;

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Das Buch der Bücher, herausgebracht in unzähligen Ausgaben. Im Taschenformat und als Großausgabe. Kann es da noch was Neues geben, etwas das heraussticht? Ja, die für Kinder geschriebene Interpretation von Philippe Lechermeier tut es.

Thomas Bleitner „Frauen der 1920er Jahre: Glamour, Stil, Avantgarde“, 192 Seiten, Elisabeth Sandmann, 38 €, ISBN: 978-3938045862;

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Kein Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts regt bis heute die Fantasie so sehr an wie die 1920er Jahre. Die „Roaring Twenties“, die Zeit der Partys, der Völlerei, des Aufbruchs nach Erstem Weltkrieg und der Überwindung der alten Gesellschaftsordnungen. Frauen spielten bei dieser gesellschaftlichen Revolution eine besondere Rolle, wie dieser Bildband deutlich macht.

Elisabeth Angermair  (Hrsg.) „München im 19. Jahrhundert: Frühe Photographien 1850 bis 1914“, 200 Seiten, Schirmer Mosel, 49,80 €, ISBN: 978-3829606547;

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Wer München mag, wird auch dieses Buch mögen – auch wenn München darin kaum wieder zu erkennen ist. Immerhin sind viele der Fotos über 150 Jahre alt. Da war der Märchenkönig Ludwig II gerade mal in der Grundschule.

Hermann Parzinger „Die Kinder des Prometheus – Eine Geschichte der Menschheit vor der Erfindung der Schrift“, 848 Seiten, C.H. Beck, 39,95 €, ISBN: 978-3406666575;

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Ist eigentlich kein Bildband. Im Gegenteil, die paar Zeichnungen in diesem kiloschweren Buch sind nicht der Rede wert. Und doch, so finde ich, gehört der Parzinger unbedingt in diese Aufstellung von überaus weihnachtsgeschenktauglichen Büchern. Schon lange nämlich habe ich kein derart faszinierendes wissenschaftliches Werk gelesen.

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