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Archiv für die 'Reportagen' Kategorie

Joachim Sartorius „Die Prinzeninseln“, 112 Seiten, 18 €, Mare, ISBN: 978-3866481169;

prinzeninseln

Es ist nur ein schmales Büchlein, aber es weckt mehr Gefühle als mancher große Roman: Der in Berlin lebende Lyriker Joachim Sartorius hat eine Liebeserklärung an die Prinzeninseln, jene Istanbul vorgelagerten Inseln, auf denen von jeher die reichen und mächtigen der Metropole ihren Sommersitz haben.

Judith Schalansky „Atlas der abgelegenen Inseln“, 144 Seiten, 34 €, Mare, ISBN: 978-3866481176;

Atlas_Inseln

Diese Buch faszinierte mich schon, bevor ich es in Händen hielt: Ein Atlas mit 50 Inseln, die alle eins gemein haben: Sie sind weit weg von jeglicher Zivilisation. Was für eine grandiose Idee – und noch dazu wunderschön editiert. Ein Buch für Weltenbummler und Ästheten.

Jens Bergmann/Bernhard Pörksen (Hrsg.) „Skandal“, 352 Seiten, 18 €, Herbert von Halem, ISBN: 978-3938258477;

skandal

Skandal, das ist der Ausruf der Bürgerlichkeit. Die Medien feiern den täglichen Skandal. Die Leser/Zuschauer/Hörer/User freuen sich, dass schon wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Und jedes Jahr werden es mehr, weil nur noch die Empörung wirklich zieht.

Peter Ackroyd „Die Themse – Biographie eines Flusses“, 576 Seiten, 39,95 €, Knaus, ISBN: 978-3813503166;

themse

Mit Lebensadern werden Flüsse nur allzu gerne verglichen. Sie sind wie Blutbahnen. Nicht ohne Grund lagen und liegen die Metropolen an Flüssen: Paris, Berlin, New York und natürlich mein München. Und London liegt an der Themse. Diesem mit 346 Kilmeter Länge nicht eben bedeutendem Fluss hat der Londoner Schriftsteller Peter Ackroyd ein beeindruckendes Werk gewidmet.

Aysegül Acevit „Zu Hause in Almanya“, 196 Seiten, 17,90 €, Campus, ISBN: 978-3593386997;

Das Bild, das meine Tochter von Ausländern hat, bekümmert mich: Wann immer sie abends in München unterwegs ist und von jungen Männern angemacht oder bedroht wird, sind es nur „die Türken“. Schlimm? Schlimm! Jetzt habe ich mit ihr einen Deal geschlossen: Ich korrigiere ihre Studienarbeiten, und sie liest dieses Buch. Sie ist einverstanden. Es besteht wieder Hoffnung!

Hans-Jürgen Jakobs „Geist oder Geld – Der große Ausverkauf der freien Meinung“, 240 Seiten, 18 €, Pendo, ISBN: 978-3866121584;

Der Qualitäts-Journalismus ist auf den Hund gekommen, in Deutschland und weltweit. Geld regiert die Welt der Medien. Die Gier hat auch die Nachrichten-Branche erfasst: Es geht um die Jagd nach Rendite, nicht um die nach exklusiven Informationen. Die Konsequenzen tragen die Leser/Seher/Nutzer (Bürger) – und die Demokratie.

Daniel Schwartz „Schnee in Samarkand“, 988 Seiten, 49,95 €, Eichborn, ISBN: 978-3821858319;

samarkand

Dieses Buch sollte man nicht lesen wie ein normales Buch. Es ist einfach nicht normal. Der Untertitel „Reisebericht aus 3000 Jahren“, nun ja, er charakterisiert diesen opulenten 1000-Seiten-Wälzer wohl am besten. „Schnee in Samarkand“ ist allerdings eine neue Dimension.

Rainer Wieland/Petra Müller (Hrsg.) „Frauen schön und stark“, 128 Seiten, 19,95 €, Knesebeck, ISBN: 978-3868730319;

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Eine ausgezeichnete Idee: Bilder von Frauen durch Frauen erklären zu lassen. Malerei und Literatur in einem. 56 Frauen von heute interpretieren zumeist auf eine ganz persönliche Art Bilder von Frauen – die, und das ist die Pikanterie, fast immer von Männern  gemalt wurden.

Gerhard Launer „Über Deutschland“, 157 Seiten, 39,95 €, Knesebeck, ISBN: 978-3868730234;

claunerdeutschland

So schön ist Deutschland. Rund 200.000 Luftbilder hat Gerhard Launer in seinem Archiv. Für diesen Bildband hat er mehr als 100 der schönsten Fotos genommen und sie mit Texten berühmter Schriftsteller kombiniert. Ein treffliches Buch zum 60. der Staatsgründung.

Christopher de Bellaigue „Rebellenland – Eine Reise an die Grenzen der Türkei“, 320 Seiten, 19,90 €, C. H. Beck, ISBN: 978-3406577536;

bellaigue

Am Einzelfall das Generelle darstellen, das ist das Wesen der Reportage. Insofern hat der britische Journalist Christopher de Bellaigue auf seiner fast dreijährigen Zeitreise durch das ostanatolische Städtchen Varto eine klassische Reportage geschrieben. Sie ist das Beste, was ich bisher über innertürkische Konflike gelesen habe.

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