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Archiv für die 'Geschichte' Kategorie

Christian Jakubetz „Der 40-Jährige, der aus dem Golf stieg und verschwand: Das hier ist ein Buch. Über die merkwürdigen Verhaltensweisen von Menschen jenseits der 40“, 250 Seiten, Eff Ess, 12,90 €, ISBN: 978-3980505642 (brochiert);

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Neulich telefonierte ich mit meinem Vetter Egbert. „Boah, ich werde dieses Jahr 60“, sagte er. „Und ich 50“ antwortete ich. „Mit 50 ging es mir auch richtig scheiße“, gab er zurück. Der arme Christian Jakubetz. Der ist nun auch 50, leidet aber schon seit er 40 ist. Immerhin hat er darüber ein amüsantes Buch geschrieben.

Georg Brunold „Nichts als der Mensch“, 800 Seiten, Galiani, 85 €, ISBN: 978-3869710747;

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„Vielgestaltig ist das Ungeheure, und nichts ist ungeheurer als der Mensch“, schrieb vor bald zweieinhalbtausend Jahren der Dichter Sophokles. Was also ist der Mensch? Das ist die zentrale Frage dieses opulenten, mehr als 800 Seiten stark, großformatigen Wälzers. Kürzer kann man sich diesem Thema wohl auch nicht widmen. Georg Brunolds Anthologie von menscherklärenden Textversuchen ist zwar schon vor gut einem Jahr erschienen, für mich aber das Buch des Jahres 2014 und eine wirkliche Empfehlung.

Ian Morris „Krieg, wozu er gut ist“, 529 Seiten, 26,99 €, Campus, ISBN: 978-3593397160;

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Der Titel dieses neuen Bestsellers von Ian Morris ist schon die pure Provokation. Der Inhalt steht dieser aber in nichts nach: Krieg, so Morris‘ These, hat die Welt besser gemacht. Er war eine Triebfeder des Fortschritts, behauptet der Autor, justamente im Jubiläumsjahr des Ersten Weltkriegs.

Stefan Rinke „Kolumbus und der Tag von Guanahani 1492“, 192 Seiten, 24,95 €, Theiss, ISBN: 978-3806224689;

1492, dieses Datum kennt jeder, ebenso wie 1789, das Jahr, als die Französische Revolution begann, oder 1945, als der Zweite Weltkrieg endete. 1789  setzte mit dem italienischen Seefahrer Christoph Kolumbus (angeblich) erstmals ein Europäer seinen Fuß auf den amerikanischen Kontinent. Die Geschichte dieser Seefahrt kennt jedes Kind, und trotzdem erzählt sie der Wissenschaftler Stefan Rinke noch mal ganz neu, mit vielen spannenden Details.

Georg Rohrecker „Die Kelten – Auf den Spuren unseres versteckten Erbes“, 240 Seiten, 24,95 €, Pichler, ISBN: 978-3854315476;

Die Kelten, jenes geheimnisvolle Volk, das zur Zeitenwende die Römer ärgerte und uns Flussnamen wie Isar hinterließ, haben es Georg Rohrecker besoners angetan. Jahrzehntelang versuchte der 2009 verstorbene Historiker nachzuweisen, dass die Kelten sein Heimatland viel stärker geprägt haben als jene Hochkulturen, von denen wir dies glauben. Und dass wir dies nur deshalb nicht wissen, weil die keltische Hochkultur ohne Schrift auskam. Dieser Sammelband ist sozusagen Rohreckers Vermächtnis.

Aus dem alten Ägypten

Katja Lembke/Bettina Schmitz (Hrsg.) „Giza – Am Fuß der großen Pyramiden“, 239 Seiten, 29,90 €, Hirmer, ISBN: 978-3777434810;

Das älte Ägypten faszinierte schon vor über 100 Jahren den Hildesheimer Kaufmann und Mäzen Wilhelm Pelizaeus. Als 18-Jähriger sammelte in der Firma seines Onkels in Alexandria erste Orienterfahrungen, und von da an ließ ihn das uralte Kulturland am Nil nie mehr los. Er sammelte altägyptische Kunstwerke, finanzierte archäologische Grabungen und hinterließ seiner Heimatstadt nach seinem Tod 1930 eine eindrucksvolle Sammlung, die er 1911 gegründet hatte. Zum 100. Jubiläum findet derzeit in Hildesheim eine große Sonderschau statt. Dazu ist ein umfangreicher Katalog erschienen.

Alfred de Zayas „Völkermord als Staatsgeheimnis – Vom Wissen über die ,Endlösung der Judenfrage‘ im Dritten Reich“, 204 Seiten, 26,90 €, Olzog, ISBN: 978-3789283291;

Wer wusste eigentlich was? Auch 66 Jahre nach Kriegsende wird in Historikerkreisen darüber gestritten, ob die Deutschen schon während der Nazi-Diktatur vom Holocaust, also der systematischen Vernichtung der Juden, wussten. Der lange in Deutschland tätige amerikanische Völkerrechtler Alfred de Zayas hat jetzt so eine Art Anti-Goldhagen vorgelegt. Der hatte vor 15 Jahren die Deutschen als „Hitlers willige Vollstrecker“ dargestellt. Wie zu erwarten war, bekommt de Zayas vor allem Beifall von rechten Kreisen.

Hans-Joachim Böttcher „Christiane Eberhardine“, 352 Seiten, 24,90 €, Dresdner Buchverlag, ISBN: 978-3941757257;

August der Starke, ja, der ist auch geschichtlich nicht so bewanderten Menschen ein Begriff, als sächsicher Herrscher, der sich zum König von Polen wählen ließ und dazu vom lutherischen zum katholischen Glauben wechselte – ein Triumph für die Gegenreformation Ende des 17. Jahrhunderts. Aber August oder korrekter Friedrich August hatte auch eine Gemahlin, die nicht ohne war. Obwohl die Ehe aufgrund der amourösen Avancen des Fürsten sehr bald nur noch auf dem Papier existierte, hinterließ auch die Bayreuther Markgrafentochter ihre Spuren auf dem Feld der Geschichte.

Toby Lester „Der vierte Kontinent – Wie eine Karte die Welt veränderte“, 560 Seiten, 39,90 €, Berlin, ISBN: 978-3827007322;

Fasziinierend. Bis zur Entdeckung Amerikas, das urspünglich irrtümlich für Indien gehalten wurde,gingen die Menschen davon aus, dass die Welt aus drei Teilen besteht, aus Europa, Asien und Afrika. Der deutsche Kartograf Martin Waldseemüller veränderte die Welt, als er 1507, keine 20 Jahre nach der Entdeckung Amerikas die erste Karte dieses vierten Kontinents zeichnete. Er hielt sich an die Berichte des Seefahrers Amerigo Vespucci, der die südamerikanische Ostküste erkundet hatte, und nannte ihm zu Ehren den neuen Erdteil „America“.

Lorenz Jäger „Hinter dem großen Orient – Freimaurerei und Revolutionsbewegungen“, 141 Seiten, 19,90 €, Karolinger, ISBN: 978-3854181347;

Wer Freimaurer hört, denkt an Geheimbünde, an den Versuch der Weltherrschaft, an alte Männer und den Da-Vinci-Code. Lorenz Jäger, Redakteur bei der FAZ, räumt mit diesen Mythen auf und beleuchtet in diesem handlichen Buch anhand historischer Quellen die Geschichte und das Wirken der Logen.

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