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Archiv für Mai, 2011

München als Hort des Islamismus, als Zuflucht für die in Ägypten verfolgte Muslim-Brüderschaft. Gleich zwei Bücher befassen sich mit diesem Thema …

Vorgestellt werden:

Stefan Meining „Eine Moschee in Deutschland“, 316 Seiten 19,95 €, C.H. Beck, ISBN: 978-3406614118;

Ian Johnson „Die vierte Moschee – Nazis, CIA und der islamische Fundamentalismus“, 360 Seiten, 22,95 €, Klett-Cotta, ISBN: 978-3608946222;

Mehr dazu:

Aviad Kleinberg „Die sieben Todsünden – Eine vorläufige Liste“, 239 Seiten, 19,90 €, Insel, ISBN: 978-3458174820;

Sieben Todsünden kennt die Kirche: Von Trägheit bis Hochmut, von Neid bis Zorn. Was aber hat dies zu bedeuten? Welche Funktion haben Sünden? Der israelische Geschichtsprofessor Aviad Kleinsberg deutet in einer kulturgeschichtlichen Betrachtung, was gut und was böse ist und warum es das ist. Er hält sich dabei an historische Quellen und interpretiert sie aus heutiger Perspektive auf höchst unterhaltsame Art.

Kiffen, stehlen und morden

Carlos Busqued „Unter dieser furchterregenden Sonne“, 192 Seiten, 17,90 €, Kunstmann, ISBN: 978-3888976780;

Ein Nachtrag zum Gastland 2010 auf der Buchmesse 2010: Carlos Busqueds Debütroman führt die Leser in eine furchterregende Geschichte in einer furchterregenden Gegend. Im „Chaco“, der Steppe ganz im Norden Argentiniens, lebt die Hoffnungslosigkeit und blüht die Kriminalität.

Inger-Maria Mahlke „Silberfischchen“, 199 Seiten, 16,95 €, Aufbau, ISBN: 978-3351033095;

Wer mag schon Silberfischchen? Diese putzigen, kleinen Tierchen, die sich immer dann zeigen, wenn im dunklen Altbau-WC das Licht angemacht wird. Die Polin Jana Potulski ist auch so eine Art Silberfischchen, vor allem als sie dem pensionierten Polizisten Hermann Mildt an einer Bushaltstelle in Frankfurt/Oder über den Weg läuft. Zurück kann sie nicht, weil Ausweis und Tasche gestohlen wurden. Also folgt sie Mildt nach Hause.

Dirk Kurbjuweit „Kriegsbraut“, 336 Seiten, 19,95 €, Rowohlt, ISBN: 978-3871346613;

Wieder ein Journalist, der einen Roman geschrieben hat, aber Dirk Kubjuweit ist nicht irgend jemand. Der 48-Jährige leitet das Spiegel-Hauptstadtbüro und ist somit einer der profilitersten Kenner deutscher Politik. „Kriegsbraut“ ist sein Versuch, den deutschen Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan aus Sicht der Betroffenen, der Bundeswehr-Soldaten, zu erzählen.

Michael Miersch/Henryk M. Broder/Josef Joffe/Dirk Maxeiner „Früher war alles besser“, 244 Seiten, 16,99 €, Knaus, ISBN: 978-3813503852;

Da haben sich ja die Richtigen zusammengefunden: Chefzyniker Henryk M. Broder, der ehemalige Natur-Chefredakteur Maxeiner und dessen Kumpel Miersch und nicht zuletzt der frühere SZ-Redakteur und jetzige Zeit-Herausgeber Josef Joffe. Das ungleiche Quartett erinnert sich: Früher ar alles besser, diesen Satz kennen wir ja zur Genüge von Eltern, Großeltern und Vorgängern im Amt.

Allan J. Hobson „Das optimierte Gehirn“, 394 Seiten, 29,95 €, Klett-Cotta, ISBN: 978-3608943610;

Man könnte meinen, Descartes erlebt in den Neurowissenschaften seine Auferstehung. In keiner anderen Disziplin wird derzeit so viel enträtselt und von mythologischem Balast befreit wie hier. Autor Allan J. Hobson hat sich in seinem Fachbuch (kein Ratgeber!) vorgenommen, auch noch die letzten Geheimnisse von Bewusstsein, Traum und Schlaf durch einen Griff in den Chemiekasten zu erklären.

Toby Lester „Der vierte Kontinent – Wie eine Karte die Welt veränderte“, 560 Seiten, 39,90 €, Berlin, ISBN: 978-3827007322;

Fasziinierend. Bis zur Entdeckung Amerikas, das urspünglich irrtümlich für Indien gehalten wurde,gingen die Menschen davon aus, dass die Welt aus drei Teilen besteht, aus Europa, Asien und Afrika. Der deutsche Kartograf Martin Waldseemüller veränderte die Welt, als er 1507, keine 20 Jahre nach der Entdeckung Amerikas die erste Karte dieses vierten Kontinents zeichnete. Er hielt sich an die Berichte des Seefahrers Amerigo Vespucci, der die südamerikanische Ostküste erkundet hatte, und nannte ihm zu Ehren den neuen Erdteil „America“.

Andrea Giovene „Das Haus der Häuser“, 356 Seiten, 19,90 €, Osburg, ISBN: 978-3940731364;

Dieses Buch war mal berühmt, vor 42 Jahren. Damals erschien das italienische Original und wurde beim internationalen Buchfestival in Nizza als bester europäischer Roman ausgezeichnet. Dann aber geriet „Das Haus der Häuser“ wieder in Vergessenheit, es passte einfach nicht in das Nach-68er-Europa. So kam es, dass dieser bemerkenswerte Roman jetzt erst ins Deutsche übersetzt und hierzulande veröffentlicht wurde, durch den ambitionierten Osburg-Verlag.

Der dreifache Agent

Werner Stiller „Der Agent – Mein Leben in drei Geheimdiensten“, 256 Seiten, 19,90 €, C.H. Links, ISBN: 978-3861535928;

Wer Geheimagent hört, denkt an James Bond, an Guillaume, an Mauss, aber nicht unbedingt an Werner Stiller. Dabei ist das Leben des ehemaligen Stasi-Mitarbeiters nicht weniger aufregend als das der vorgenannten: 1979 floh er mit einem Koffer brisanter Dokumente nach West-Deutschland, mit denen Dutzende DDR-Spione enttarnt wurden. Der Bundesnachrichtendienst wiederum tat alles, um ihn vor der Rache von Mielkes Leuten zu schützen und übergab ihn schließlich, als er Stillers Sicherheit nicht mehr gewährleisten konnte, an die amerikanische CIA. In USA baute sich Stiller alias Fischer ein neues Leben auf. Abenteuerlich!

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