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Archiv für die 'Musik' Kategorie

Reijko Kekkonen „Wiegenlieder aus aller Welt“, 128 Seiten, 24,90 €, Reclam, ISBN: 978-3150109212 (mit CD);

 

Halt, da war doch was. Richtig, schon vor drei Jahren hatte der Reclam-Verlag ein Buch über Wiegenlieder herausgegegeben. Damals ging es um eine, wie ich schrieb, Rettung in letzter Minute, bevor die schönen alten Lieder, die unsere Großeltern noch vorsangen, verloren sind. Jetzt geschieht das gleiche wieder, weltweit.

Barbara Mohn/Dagmar Munck (Hrsg.) „Volkslieder“, 128 Seiten, 24,90 €, Reclam, ISBN: 978-3150107942;

Nach den „Wiegenliedern“ nun die „Volkslieder“: Der Reclam-Verlag hat, so scheint es, eine Marktlücke entdeckt und leistet damit auch noch einen gesellschaftlichen Beitrag. Denn viele der 80 Volkslieder, die Barbara Mohn und Dagmar Munck hier herausgegeben, waren zuletzt mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Wer singt heute noch Volkslieder?

Biermösl Blosn „Grüß Gott, mein Bayernland“, 448 Seiten, 29,90 €, Kein & Aber, ISBN: 978-3036952529;

Seit 34 Jahren schon sind sie das Aushängeschild bayerischen Freigeists: Michael, Christoph und Hans Well, besser bekannt als Biermösl Blosn. Schon 1994 war unter dem Titel „Grüß Gott, mein Bayernland“ im Haffmans-Verlag ein Liederbuch des Trios erschienen, und  nun hat der Schweizer Verlag „Kein & Aber“ dieses noch stark erweitert.

Bruno Tosi „Maria Callas – La divina in cucina“, 160 Seiten, 29,95 €, Südwest, ISBN: 978-3517082677;

Kaum zu glauben: Bis zu ihrem frühen Tod hielt Maria Callas streng Diät und sammelte trotzdem mit großer Leidenschaft Kochrezepte. Ihr Faible für hervorragende Küche war allerdings nur engsten Freunden bekannt. Deshalb dauerte es auch so lange, bis Bruno Tosi, Archivpfleger und Bewahrer des Erbes der Callas, dieses Buch herausgab. Sozusagen als Dessert gibt’s noch auf CD die schönsten Arien der „Göttlichen“.

Schlaf, Kindlein, schlaf!

Frank Walka „Wiegenlieder“, 128 Seiten, 19,90 €, Reclam, ISBN: 978-3150107393;

Das ist eine Rettungsaktion, womöglich eine in letzter Minute. Denn in all dem Radioeinheitsbrei gehen Volkslieder unter und schon gar die Wiegenlieder, die unsere (Groß-)Mütter uns vorsangen: „Schlaf, Kindlein, schlaf „, „Es wird schon gleich dunkel“ oder auch „Guten Abend, gute Nacht“. 42 der schönsten Wiegenlieder finden sich in diesem gefühlvoll illustrierten Buch, dem auch noch eine CD beiliegt.

Danny Goldberg „Unter Genies“, 360 Seiten, 19,90 €, Rogner & Bernhard, ISBN:978-3807710549;

Unter_Genies

„Vorstellungskraft ist das Allergrößte“, hat 2007 Patti Smith gesagt: Rock’n’Roll ist Vorstellungskraft, Energie und Innovation. Musikmanager Danny Goldberg hat mit fast allen Künstlern gearbeitet, die in der Szene Rang und Namen haben. Er lebte „Unter Genies“ – fürwahr beneidenswert.

Tobias Rüther „Helden: David Bowie und Berlin“, 222 Seiten, 19,90 €, Rogner & Bernhard, ISBN: 978-3807710310;

bowie

Das Berlin des David Bowie ist im Hauptstadtrausch schon lange untergegangen, jenes Berlin, das der britische Muti-Künstler später eimal die „Hauptstadt des Heroins“ nannte, jenes Berlin, dem Kriegsdienstverweigerer und Hausbesetzer seien Stempel aufdrückten. Tobias Rüther bringt uns mit seinem „Helden“ Bowie zurück in die wilden 70-er.

Großformatige Nähe

Jim Rakete „1/8 Sekunde – Vertraute Fremde“, 272 Seiten, 68 €, Schirmer-Mosel, ISBN: 978-3829602969;

Er ist ein Fossil in einer sich schnell ändernden Welt. Jim Rakete, 47-jähriger Fotograf in Berlin, hat in den vergangenen 30 Jahren jeden porträtiert, der in dieser Republik prominent ist oder scheint. Und immer analog. Bis heute rührt Rakete kein dialoges Material an. Er vermisse „die Wechselwirkung von Standpunkt und Geschmack“.

Michael Stipe/David Belisle (Fotos) „R.E.M. – Hello“, 192 Seiten, 49,90 €, Schwarzkopf & Schwarzkopf, ISBN: 978-3-89602-841-9;

Schon oft hieß es, R.E.M., also Ar.Ih.Em., sind Vergangenheit, tot, erledigt. Und dann brachten sie wieder ein neues Album heraus und zeigten sich wandelbarer als so ziemlich jede andere Band. 30 Jahre lang geht das nun schon so. Jetzt ist „Accelerate“ erschienen, Michael Stipe und seine Freunde sind wieder auf Tournee, und Schwarzkopf & Schwarzkopf hat diesen prächtigen Bildband herausgegeben.

Paul Trynka „Iggy Pop“, 528 Seiten, 29,90 €, Rogner & Bernhardt, ISBN: 978-3807710396 (erhältlich bei www.zweitausendeins.de);

James Osterberg jun. ist schon 61, er hatte bisher ein bewegtes Leben, und darum sind 520 Seiten Biografie durchaus okay. Schon gar, wenn man weiß, das Osterberg als Iggy Pop bekannt ist oder schlicht als „Gottvater des Punk“. Ein ungewöhnliches Werk über einen ungewöhnlichen Musiker.