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Archiv für Juni, 2010

Rachel Pollack „Tarot-Weisheit“, 510 Seiten, 25,90 €, Königsfurt-Urania, ISBN: 978-386826520;

Pollack_Tarot

Was ist Tarot? Wo kommt es her? Wem nützt’s? All diese Fragen und noch viele mehr werden in diesem Buch beantwortet. Rachel Pollacks „Tarot-Weisheit“ hat das Zeug zum Standardwerk. Ob großes oder kleines Arkana, Zahlen- oder Hofkarten, dies ist die bisher ausführlichste Darstellung der spirituellen Lehren des Tarots.

Paolo Giordano „Die Einsamkeit der Primzahlen“, 368 Seiten, 19,95 €, Blessing, ISBN: 978-3896673978;

Primzahlen

Primzahlen, war da nicht mal was? Der italienische Literaturaufsteiger Paolo Giordano hat Physik studiert und an einer renommierten italienischen Autorenschule gelernt. Er weiß also, wie man Bestseller konstruiert in Zeiten, in denen die Geschichten, die das Leben schreibt, hauptsächlich in Fernsehserien dargestellt werden. Dramaturgisch wohlfeil ist jedenfalls, dass es jeweils nur ein einziger Tag ist, der das Leben der beiden Protagonisten aus der Bahn wirft.

Thomas Kunst „Strandkörbe ohne Venedig“, 144 Seiten, 14,90 €, Plöttner, ISBN: 978-3938442722;

Kunst_Venedig

Ein Buch mit CD, ein Buch mit Soundtrack. Thomas Kunst, 45-jähriger Schriftsteller aus Stralsund, übt sich in ausgefallenen Formen. Und so wie die Musik auf der Begleit-CD, so fließt auch „Strandkörbe ohne Venedig“ dahin. In endlosen Schachtelsätzen strömt die Lebens- und Gefühlswelt des Lektors Bengt Claasen.

Aus dem Gejagten wird ein Jäger

William Boyd „Einfache Gewitter“, 448 Seiten, 25 €, Berlin, ISBN: 978-3827008787;

Boyd

Was zeichnet einen Thriller aus: Dass er vorgebliche Zufälle kalkuliert einsetzt? Dass er eine Botschaft hat, und spannende Geschichten erzählt, in denen unbescholtene Menschen in lebensbedrohende Situationen geraten? Ja, so geht das bei William Boyd. „Einfache Gewitter“ ist der zehnte Roman des in Ghana geborenen schottischen Autoren, der mit „Erbarmungslos“ internationale Bekanntheit erlangte.

Heiner Geißler „Ou Topos – Suche nach dem Ort, den es geben müsste“, 224 Seiten, 18,95 €, Kiepenheuer & Witsch, ISBN: 978-3462036831;

Geissler

Gelehrte sind in der Politik selten geworden, die Männer und Frauen, die über den Tellerrrand hinausschauen. Heiner Geißler, den eine große Zeitung kürzlich zu dessen 80. Geburtstag als „Missionar der CDU“ würdigte, ist einer von ihnen. In diesem Alter macht Geißler natürlich keine Politik mehr, er schreibt kluge Bücher, solche wie „Ou Topos“.

Andreas Unterweger „Wie im Siebenten“, 137 Seiten, 18 €, Droschl Literaturverlag, ISBN: 978-3854207573;

Ein leichtes Buch zu schreiben, ist schwer. Und leicht ist dieses Buch keinesfalls, mit seiner kunstvollen, teilweise verschwurbelten Sprache, seinen ständigen Wiederholungen, diesem „ich, Andreas“. Als Leser muss man sich Zeit nehmen, um die Geheimnisse zu erkennen.

Ulrich Raulff „Kreis ohne Meister – Stefan Georges Nachleben“, 544 Seiten, 29,90 €, C. H. Beck, ISBN: 978-3406592256;

Das ist eines dieses seltenen Bücher, die eine ganz unbekannte Zeitgeschichte erzählen. Eine Geschichte, die ohne diese Arbeit verschollen wäre. Es geht um den berühmten Freundeskreis von Stefan George. Dieser bedeutende, aber leider heute nicht mehr gelesene Schriftsteller sammelte bis in die 1930-er Jahre viele Dichter, Philosophen und Intellektuelle um sich. Was aus ihnen nach Georges Tod wurde, ist Thema dieser Arbeit.

A. L. Kennedy „Was wird“, 224 Seiten, 19,90 €, Wagenbach, ISBN: 978-3803132239;

Schriftsteller sollen nicht nur schreiben, sie sollen sich auch melden. Anders ausgedrückt: Sie müssen sich einmischen. A. L. Kennedy, kurz ALK, ist so eine Art Idealtypus für diese Schriftsteller-Kategorie. Die 45-jährige Schottin argumentiert vehement gegen den Irakkrieg und nutzt dazu Demonstrationen, Zeitungskolumnen und ihr Talent als Kabarettistin. Auch in „Was wird“ hält sie den Briten den Spiegel vor.

Vier Beine sind zwei zu viel

Nina Jäckle „Nai – oder was wie so ist“, 89 Seiten, 14,90 €, Klöpfer & Meyer, ISBN: 978-3940086440;

Ein irritierendes Buch: Keine erzählte Geschichte, kein Rundheurm, nur Nai, die Titelheldin, die in kindlicher Weise reflektiert. Sparsam wie so manche moderne Kunst ist diese Geschichte – und ich bin leider mit ihr so gar nicht warm geworden.

Alexander Schimmelbusch „Blut im Wasser“, 126 Seiten, 16,90 €, Blumenbar, ISBN: 978-3936738582;

Westerwelles idiotisches Wort von der spätrömischen Dekadenz, bei dieser Geschichte wäre es angemessen gewesen. Alex und Pia haben alles und sind doch zwei bedauernswerte Menschen, bei denen die Vielfalt des Lebens ausgehöhlt wurde durch materiellen Reichtum. Eine beeindruckende, kurze Geschichte über die Sinnlosigkeit.

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