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Archiv für Mai, 2010

Robert Littell „Das Stalin-Epigramm“, 400 Seiten, 22 €, Arche, ISBN: 978-3716026229;

Robert_Littell

Was kommt heraus, wen ein Thrillerautor eine historisch verbürgte Geschichte schreibt. Real Fiction? So kann man wohl seine Interpretation der letzten vier Lebensjahre des russischen Schriftstellers Ossip Mandelstam (1891 bis 1938), der wie so viele Berufskollegen und Intellektuellen Opfer der „Großen Säuberungen“  Stalins wurde. Im Unterschied zu den meisten hatte er den Diktator  allerdings persönlich provoziert.

Fritz B. Simon (Hrsg.) „Vor dem Spiel ist nach dem Spiel“, 192 Seiten, 19,95 €, Carl-Auer-Verlag, ISBN: 978-3896706928;

Fussball

Der FC Bayern hat gerade die Champions-League verloren, da gibt es medial keine Wirtschaftskrise mehr und keine Bedrohung durch einen atomar aufgerüsteten Iran, und wo Griechenland ist … halt, die sind ja für Südafrika qualifiziert. Fußball, die angeblich schönste Nebensache der Welt,  bewegt die Welt mehr als alles andere. Warum das so ist, verrät uns dieses Buch. „Vor dem Spiel ist nach dem Spiel“ ist d a s  Buch zur WM.

Leonid Dobycin „Die Stadt N.“, 226 Seiten, 22,50 €, Friedenauer Presse, ISBN: 978-3932109614;

Literatur-Nobelpreisträger Joseph Brodsky nannte Leonid Dobycin einmal den bedeutendsten russischen Prosa-Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Dumm nur, dass bis vor wenigen Jahren den 1936 unter Stalin auf ungeklärte Weise umgekommenen Autoren bisher kaum einer kannte. Der kleine, aber sehr, sehr erlesene Verlag Friedenauer Presse hat dies geändert. Vor wenigen Monaten erschien Dobycins Hauptwerk „Die Stadt N.“ auf Deutsch (die erste Herausgabe bei S. Fischer von 1989 ist längst vergriffen) – und wurde von den Feuilletons ausgiebig gefeiert.

Katharina Hacker „Alix, Anton und die anderen“, 125 Seiten, 19,80 €, Suhrkamp, ISBN: 978-3518421277;

Hacker_Alix

Katharina Hackers vor vier Jahren mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneter Roman „Die Habenichtse“ faszinierte mich in der Sterilität und Kargheit Nun ist ihr Nachfolger da ( Teil eines Zyklus, dessen Fortsetzungen nach Hackers Trennung nun im Fischer-Verlag erscheinen). Und wieder geht es um Menschen in einer schwierigen Lebensphase.

Ilse Helbich „Das Haus“, 140 Seiten, 18 €, Droschl Literaturverlag, ISBN: 978-3854207627;

In diesem Buch steckt die Weisheit eines langen, erfüllten Lebens. Die 87-jährige Ilse Helbich, die erst vor ein paar Jahren mit dem literarischen Schreiben begann, plädiert an die Unvernunft des Alters, zu wagen, was möglich ist, was das Herz einem ansagt.

Krieg in Afghanistan, Flugzeugattentäter, Streit über Minarette und Moscheen – die christlich-muslimische Welt ist völlig aus den Fugen. Drei europäische Muslime haben sich mit der Realität in Westeuropa auseinandergesetzt und darüber Bücher geschrieben – mal mehr, mal weniger provokativ.

Die Titel:

Navid Kermani „Wer ist Wir? Deutschland und seine Muslime“;
Seyran Ates „Der Islam braucht eine sexuelle Revolution“;
Tariq Ramadan „Radikale Reform“;

Lewis Carroll/Robert Ingpen „Alice im Wunderland“, 192 Seiten, 19,95 €, Knesebeck, ISBN: 978-3868732245;

Das Märchen von Alice im Wunderland ist nicht kaputt zu kriegen: Vor fast 150 Jahren, 1863, brachte Carroll die bezaubernde Geschichte heraus, vor ein paar Monaten kam die neueste Interpretation des famosen Tim Burton in die Kinos. Ganz am Original orientiert sich die Neuauflage im Knesebeck-Verlag, fabelhaft illustriert von Robert Ingpen.

Franz Fühmann/Jacky Gleich „Das Wintermärchen“, 48 Seiten, 12,90, Hinstorff, ISBN: 978-3356013306;

Kennen Sie Frank Fühmann? Nein, dann sind Sie sicherlich nicht in der DDR aufgewachsen. Der 1984 viel zu früh verstorbene Schriftsteller, der nicht einen einzigen Roman veröffentlichte, war einer der bedeutendesten Autoren der Nachkriegszeit. Anlässlich des 25. Todestags hat der Rostocker Hinstorff-Verlag Fühmanns Nacherzählung von Shakespeares „Wintermärchen“ neu editiert – wunderbar illustriert von Jacky Gleich.

Sebastian Loth „Jolante sucht Crisula“, 64 Seiten, 12 €, NordSüd, ISBN: 978-3314017469;

Das ist die Geschichte einer wunderbaren Freundschaft, zwischen Jolante, einer kleinen Gans, und der Schildkröte Crisula, die seit 127 Jahren im Gemüsebeet lebt. Die beiden verbringen ihre Tage miteinander, lesen sich Bücher vor, machen Sport und lachen zusammen. Doch plötzlich ist Crisula weg.

Ulrich Plenzdorf/Stefanie Harjes „Gutenachtgeschichte“, 48 Seiten, 14,90 €, Hinstorff, ISBN: 978-3356013450;

„Seid ihr alle da, dann schreit mal alle ja, aber schreit nicht so laut, denn dies ist eine Gutenachtgeschichte, und ihr müsst im Bett liegen, und im Bett schreit man nicht.“ Gutenacht-Geschichten für Kinder gibt es viele, aber kaum eine ist so originell wie diese.

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