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Ein wahrer literarischer Schatz sind Bilderbücher. Bringen sie doch den Kleinsten die Literatur näher. Vier bemerkenswerte Neuerscheinungen möchte ich hier vorstellen:

Wolfdietrich Schnurre/KlausEnsikat „Die Leihgabe“ (Aufbau);
Jorge Bucay/Gusti „Wie der Elefant die Freiheit fand“ (S. Fischer);
Kathrin Schärer „Johanna im Zug“ (Atlantis);
Marcus Pfister „Was macht die Farben bunt?“ (Nord-Süd);

Mehr dazu:

Wolfgang Herrndorf „Tschick“, 256 Seiten, 16,95 €, Rowohlt, ISBN: 978-3871347108;

Okay, „Tschick“ ist ein Bestseller, kein wirklicher Geheimtipp. Aber das ahnte ich nicht, als ich mir dieses Buch im Herbst für eine Rezension besorgte. Inzwischen gilt „Tschick“ als Entdeckung, wurde von den Feuilletons frenetisch gefeiert. Und ich muss sagen: Voll zu Recht!

Die ganze Welt des Kaffees

Angelika Brox/Karen Grol (Hrsg.) „Arabica & Robusta“, 272 Seiten, 17,90 €, Stories & Friends, ISBN: 978-3981156065;

Meine Leidenschaft für Kaffee entwickelte sich irgendwann im zarten Alter von 16, sozial definiert sozusagen: Denn ich war in Berlin bei meinem zehn Jahre älteren Vetter und er führte mich ins Kaffeehaus, wo es eine Melange gab. Nie wieder war Kaffee so köstlich. Erinnerungen wie diese und andere Geschichten über den „Türkentrank“  finden sich in dieser Anthologie.

Spezial Türkei II

Für die Türkei, ihre Literatur und die Integrationsdebatte hierzulande hat dieser Blog von jeher ein Faible: Davon zeugt nicht nur unser erstes Türkei-Spezial zur Buchmesse 2008, als das Land am Bosporus Gastland war, sondern auch viele Literaturempfehlungen seither und Buchbesprechungen, die die Integrationsdebatte hierzulande weiterbringen. Nun, das Thema bleibt virulent, und darum starten wir morgen ein weiteres Türkei-Spezial. Vorgestellt werden in den nächsten Tagen folgende Titel:

Klaus Kreiser „Istanbul – Ein historischer Stadtführer“
Pinar Selek „Zum Mann gehätschelt – Zum Mann gedrillt“
Armin Laschet „Die Aufsteiger-Republik – Zuwanderung als Chance“
Ruprecht Polenz „Besser für beide – Die Türkei gehört in die EU“
Stefan Schmid „Integration als Ideal – Assimilation als Realität“
Nevim Cil „Topographie des Außenseiters“
Murathan Mungan „Städte aus Frauen“
Ayse Kulin „Der schmale Pfad“
Hilal Sezgin „Mihriban pfeift auf Gott“
Mario Pschera/Ilk Cagla/Bacik Cicek „Intercity Istanbul-Berlin“

Viel Spaß!

Paolo Giordano „Die Einsamkeit der Primzahlen“, 368 Seiten, 19,95 €, Blessing, ISBN: 978-3896673978;

Primzahlen

Primzahlen, war da nicht mal was? Der italienische Literaturaufsteiger Paolo Giordano hat Physik studiert und an einer renommierten italienischen Autorenschule gelernt. Er weiß also, wie man Bestseller konstruiert in Zeiten, in denen die Geschichten, die das Leben schreibt, hauptsächlich in Fernsehserien dargestellt werden. Dramaturgisch wohlfeil ist jedenfalls, dass es jeweils nur ein einziger Tag ist, der das Leben der beiden Protagonisten aus der Bahn wirft.

Andreas Unterweger „Wie im Siebenten“, 137 Seiten, 18 €, Droschl Literaturverlag, ISBN: 978-3854207573;

Ein leichtes Buch zu schreiben, ist schwer. Und leicht ist dieses Buch keinesfalls, mit seiner kunstvollen, teilweise verschwurbelten Sprache, seinen ständigen Wiederholungen, diesem „ich, Andreas“. Als Leser muss man sich Zeit nehmen, um die Geheimnisse zu erkennen.

Vier Beine sind zwei zu viel

Nina Jäckle „Nai – oder was wie so ist“, 89 Seiten, 14,90 €, Klöpfer & Meyer, ISBN: 978-3940086440;

Ein irritierendes Buch: Keine erzählte Geschichte, kein Rundheurm, nur Nai, die Titelheldin, die in kindlicher Weise reflektiert. Sparsam wie so manche moderne Kunst ist diese Geschichte – und ich bin leider mit ihr so gar nicht warm geworden.

Ilse Helbich „Das Haus“, 140 Seiten, 18 €, Droschl Literaturverlag, ISBN: 978-3854207627;

In diesem Buch steckt die Weisheit eines langen, erfüllten Lebens. Die 87-jährige Ilse Helbich, die erst vor ein paar Jahren mit dem literarischen Schreiben begann, plädiert an die Unvernunft des Alters, zu wagen, was möglich ist, was das Herz einem ansagt.

Lewis Carroll/Robert Ingpen „Alice im Wunderland“, 192 Seiten, 19,95 €, Knesebeck, ISBN: 978-3868732245;

Das Märchen von Alice im Wunderland ist nicht kaputt zu kriegen: Vor fast 150 Jahren, 1863, brachte Carroll die bezaubernde Geschichte heraus, vor ein paar Monaten kam die neueste Interpretation des famosen Tim Burton in die Kinos. Ganz am Original orientiert sich die Neuauflage im Knesebeck-Verlag, fabelhaft illustriert von Robert Ingpen.

Studio Zuffi (Hrsg.) „1000 Küsse“, 446 Seiten, 14,90 €, Parthas, ISBN: 978-3869640198;

„Es war die vergnüglichste Sache, welche ich je, ohne zu lachen, getan habe“, das hat Woody Allen mal über den Kuss gesagt. Denn: „Ein Kuss macht den Unterschied zwischen Freundschaft und Liebe.“ Ein bezauberndes Buch ist dieses „1000 Küsse“, faustgroß, passt in jede Frauenhandtasche, voll gepackt mit 200 Zitaten aus der Weltliteratur. Ein Buch für Liebende.

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