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Archiv für Februar, 2009

Jenseits der Konventionen

Sadie Jones „Der Außenseiter“, 416 Seiten, 22,90 €, Schöffling & Co., ISBN: 978-3895613852;

Das Faszinierende an Sadie Jones Debutroman ist nicht unbedingt die Geschichte, es ist die Sprache. Ganz dicht ist „Der Außenseiter“ an seinen Figuren, folgt ihnen in ihren schlimmsten Stunden und lässt doch noch Platz für den Leser. Am besten gelingt das bei Lewis – dem Außenseiter und Antihelden.

Wie weit darf die Liebe gehen?

Barbara Bronnen „Liebe bis in den Tod“, 169 Seiten, 18 €, Arche, ISBN: 978-3716023808;

Ein kleines Buch über ein höchst brisantes, aktuelles Thema: Sterbehilfe.  Emanuel Forster (80) hat seine schwerkranke Frau Käthe erschossen – aus Liebe wie er sagt. Sich selbst zu richten, gelingt ihm nicht. Nun steht er vor Gericht: Totschlag? Tötung auf Verlangen? Motiv: Mitleid oder Selbstmitleid?

Lilo Schwarz „Selbstcoaching mit Tarot“, 175 Seiten, 16,90 €, Königsfurt-Urania, ISBN: 978-3868265057;

Über Tarot gibt es inzwischen Unmengen von Literatur, Seriöses und Unseriöses, Brauchbares und Abgedrehtes. Lilo Schwarz, gelernte Psychologin aus der Schweiz, versucht den Spagat zwischen der Welt der Karten und unserer modernistischen Kultur.

Judith Kuckart „Die Verdächtige“, 288 Seiten, 19,90 €, Dumont, ISBN: 978-3832180720;

„Der Mann, den ich liebe, ist am Sonntag vor zwei Wochen in der Geisterbahn verschwunden.“ Marga Burg, die diese Vermisstenanzeige aufgibt, ist eine Frau voller Geheimnisse. Robert, der Polizeibeamte, der aussieht wie George Clooney, aber gerade von seiner Frau verlassen wurde, ist fasziniert von der Zeugin, der Verdächtigen, was auch immer. Ist dieses Buch nun Kriminalroman oder Liebesgeschichte – oder doch beides?

Derrick Jensen „Endgame“, 544 Seiten, 22,90 €, Pendo, ISBN: 978-3866121928;

Des Menschen Freude an der Apokalypse zeigt sich auch in der derzeitigen Wirtschaftskrise: Allerorten wird der Untergang unserer Zivilisation beschworen. Einer, der darüber sichern nicht jammern würde, ist Derrick Jensen. Der kalifornische Umweltaktivist hat den Untergang schon eingeläutet. Das „Endgame“ läuft.

Sarah Wiener „Frau am Herd“, 304 Seiten, 24,95 €, Droemer/Knaur, ISBN: 978-3426648285;

Ein Bund frische Karotten, drei Stangen Lauch, ein Sellerie – Sarah Wiener, die Frau am Herd, zeigt schon auf dem Titelbild ihres jüngsten Kochbuchs, worauf es ihr ankommt: auf frische, biologisch produzierte Lebensmittel. Die 46-jährige Österreicherin  ist der Shooting-Star des derzeitigen Fernsehkoch-Hypes.

Anna Gavalda „Alles Glück kommt nie“, 640 Seiten, 24,90 €, Hanser, ISBN: 978-3446230576;

„Anouk ist tot“,  ein Brief mit nur drei Worten bringt das Leben des erfolgsgewohnten Charles Balanda völlig durcheinander. Nach ihrem mit Audrey Tautou verfilmten Megaseller „Zusammen ist man weniger allein“ hat die französische Kultautorin Anna Gavalda wieder einen Roman geschrieben, der all jene begeistern wird, die an die Kraft der  Liebe glauben.

Frank Kämmer „1oo Bioweine für jeden Anlass und wo man sie kaufen kann“, 208 Seiten, 12,95 €, Eichborn, ISBN: 978-3821856865;

Bioweine sind längst salonfähig. Galten sie vor Jahren noch als sauerampferähnliche Gewächse, so sind längst auch renommierte Weingüter auf biologischen Anbau umgestiegen. Frank Kämmer, einer der besten deutschen Sommeliere, hat nun 100 Empfehlungen zusammengestellt, vom einfachen Tafelwein bis zum Edelgewächs.

Wo bleibt eigentlich der Hund?

David Edmonds/John Eidinow „Rousseaus Hund – Zwei Philosophen, ein Streit und das Ende aller Vernunft“, 350 Seiten, 21,95 €, DVA, ISBN: 978-3421042514;

„Das Leben ohne Hund ist ein Irrtum“, behauptete der Schriftsteller Carl Zuckmayer. Und Jean-Jacques Rousseau sagte: „Die Menschen sind böse; eine traurige und fortdauernde Erfahrung erübrigt den Beweis; jedoch, der Mensch ist von Natur aus gut, ich glaube, es nachgewiesen zu haben.“

Die Leiden der zweiten Generation

Lizzie Doron „Der Anfang von etwas Schönem“, 257 Seiten, 18,80 €, Jüdischer Verlag (Suhrkamp), ISBN: 978-3633542277;

Neulich schrieb jemand über die 1950er Jahre, das sei jene Zeit gewesen, in der die Deutschen kollektiv einen Psychotherapeuten benötigt hätten, als Folge des Traumas NS-Zeit und Zusammenbruch. Als ob das für die Überlebenden des Holocausts beziehungsweise für deren Kinder nicht gelten würde? Lizzie Doron, 55, Schriftstellerin aus Tel Aviv, hat über die inneren Konflikte der „zweiten Generation“ einen Roman geschrieben.

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