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Archiv für Januar, 2014

Was ist Fälschung?

William Gaddis „Die Fälschung der Welt“, 1232 Seiten, 34,99 €, DVA, ISBN: 978-3421045195;

Es ist eines der großen Werke der amerikanischen Literatur, vor über 60 Jahre erstmals erschienen, aber immer noch aktuell und mehr als 1200 Seiten stark. Es ist eines dieser literarischen Werke, die erst verrissen wurden, bevor ihre wirkliche Qualität erkannt worden ist. DVA hat den Roman jetzt neu herausgebracht.

Wenn ein Dorf verschwindet

Annika Scheffel „Bevor alles verschwindet“, 411 Seiten, 19,95 €, Suhrkamp, ISBN: 978-3518423547;

Dies ist kein gewöhnlicher Roman. Es ist irgendwie alles, ein Märchen ebenso. Dazu kommen immer wieder Sprünge zwischen Zeitebenen, die die gewohnte lineare Handlung nicht zulassen. Aber man muss sagen: Das Experiment ist der famosen Annika Scheffel geglückt.

Von Deutschen und Türken

Zülfü Livaneli „Serenade für Nadja“, 336 Seiten, 21,95 €, Klett-Cotta, ISBN: 978-3608939637;

Wer sich mit deutscher Geschichte befasst, muss sich eigentlich wundern über die Vorbehalte, die es heutzutage zwischen Deutschland und der Türkei gibt. Die beiden Staaten waren in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts beste Freunde. Zülfi Livanelli, Liedermacher, Kinoregisseur und Schriftsteller, erzählt dazu eine spannende Geschichte.

Pola Kinski „Kindermund“, 245 Seiten, 19,95 €, Suhrkamp, ISBN: 978-3458175711;

Dass er ein Ekel war, wusste jeder. Dass er furchtbare Sachen erzählt auch. Dass er vieles davon aber tatsächlich praktizierte, daran glaubte weiland niemand. Dabei stimmte, was Klaus Kinski über sich und die Seinen erzählte. Eines seiner Opfer, seine Tochter Pola, hat darüber erzählt.

Die vergebliche Suche nach der Mitte

Jörg Albig „Ueberdog“, 223 Seiten, 19,95 €, Klett-Cotta, ISBN: 978-3608501278;

Der ehemalige „Stern“-Reporter ist so was wie die Klatsch-Röhre der Großstadtsociety. Mit der Mission die Oberflächlichkeit der Schönen und Reichen aufzuzeigen. In „Ueberdog“ treffen all diese Extremtypen aufeinander.

Christoph und Michael Well „Biermösl Blosn – Tokio-Kapstadt-Hausen“, 288 Seiten, 19,90 €, Kein & Aber, ISBN: 978-3036956800;

Schade, dass sie vor gut einem Jahr Lebwohl gesagt haben. Schade,  aber doch verständlich nach so lange Zeit mit so vielen Erfolgen. Die „Biermösl Blosn“ war die andere Seite von Bayern, die bessere. Davon zeugt auch ihr „Roadbook“, voriges Jahr veröffentlicht, mit den Stationen der Karriere des Trios.

Heimatverlust, innen und außen

Nellja Veremej „Berlin liegt im Osten“, 318 Seiten, 22 €, Jung & Jung, ISBN: 978-3990270318;

Berlin ist nicht nur die einzige wirkliche Großstadt in Deutschland, sie ist das Sehnsuchtsziel vieler Menschen aus der ganzen Welt. Sie machen die Hauptstadt zum „Melting Pot“, zum Schmelztiegel der Kulturen. Und so kam auch die junge Russin Lena, die Hauptperson im Debütroman der Russin Nellja Veremej, nach Berlin.

Reinhard Kober (Hrsg.) „Only Cigars“, 186 Seiten, 12,95 €, Union, ISBN: 978-3293004528;

Zigarrenraucher sind die besseren Menschen, das weiß inzwischen jedes Kind. Und darum ist dieses Buch Pflichtlektüre für alle, die bessere Menschen werden wollen – auch ohne rauchen zu müssen. Naja, dieses These ist sicherlich auslegungsfähig. So wie unsere Welt nicht schlechter wäre, wenn es dieses kleine, handliche  Büchlein nicht gäbe.

William Gibson „Misstrauen Sie dem unverwechselbaren Geschmack“, 225 seiten, 21,95 €, Klett-Cotta, ISBN: 978-3608503142;

Ein Begriff hat den heute 65-jährigen William Gibson in den 1980er Jahren unsterblich gemacht. Er prägte das Wort vom Cyberspace, einem virtuellen Raum, einem Computernetz, in dem die Menschen ihr zweites Ich leben. Damals war diese Vorstellung Utopie, heute haben wir Facebook, Second Life, Counterstrike, Amazon und viele andere digitale Lebensbereiche.

Christian Kracht „Imperium“, 256 Seiten, 18,99, Kiepenheuer & Witsch, ISBN: 978-3462041316;

Dass Deutschland Kolonien in der Südsee hatte, ist völlig aus dem Fokus – bis vor zwei Jahren. Damals erschienen mehrere Bücher darüber. Das mit Abstand interessanteste war der Roman des Schweizer Autors Christian Kracht. Er nahm sich die Geschichte des Abenteurers, Gesundheitsapostels und Weltverbesserer August Engelhardt vor.

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