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Archiv für März, 2010

Zu Ostern: Special Bildbände III

Ja, liebe Freunde, es ist kurz vor Ostern. Die Frühjahrsprogramme der Verlage sind (weitgehend) erschienen, und darunter sind auch zahlreiche wunderbare Bildbände – solche für den besonderen Geschmack. In einem neuerlichen Special (siehe auch Herbst 2009 und Frühjahr 2009) wollen wir einige davon – ich behaupte mal die schönsten – auf dem Lesenblog vorstellen.

Seid gespannt und freut Euch auf:

Martín Enrique Hiller „Die Melodie ihres Lebens“, 311 Seiten, 11,95 €, Book on Demand (Vertrieb über shop.1-2-buch.de), ISBN: 978-3940445698;

Melodie_Leben

Die schönsten Geschichten schreibt immer das Leben selber, oder? Und so eine hat sich hier Martín Enrique Hiller vorgenommen – eine Art globalisierte Liebe, die ein Leben lang hält und viele Rückschläge überwindet. Der argentischstämmige Berliner Journalist hat nach eigenem Anschauen eine Geschichte geschrieben, die es noch noch nicht gibt. Das mag etwas übertrieben sein …

Der Vater muss gehen

Benjamin Tienti „Raubvogel“, 105 Seiten, 14,60 €, Luftschacht, ISBN: 978-3902373465;

Raubvogel

„Erzählende Literatur abseits der Genres“, so beschreibt der kleine Wiener Verlag Luftschacht seinen Programmanspruch. Das auf den ersten Blick etwas schwachbrüstig wirkendes Romandebüt „Raubvogel“ passt wegen seiner inhaltlichen Schwere und der außergewöhnlichen Erzählform voll zu diesem Anspruch.

Sibylle Thelen „Die Armenierfrage in der Türkei“, 96 Seiten, 9,90 €, Wagenbach, ISBN: 978-3803126290;

Erst vor ein paar Tagen gab es heftigste diplomatische Verwicklungen, als das schwedische Parlament eine Resolution wegen des türkischen Völkermords an den Armeniern vor bald 100 Jahren verabschiedete. Bis zu 1,5 Millionen Angehörige der christlichen Minderheit waren 1915, also noch vor Gründung der heutigen Türkei umgebracht worden. Die einzigen, die davon nichts wissen wollen, sind die Verantwortlichen in der Türkei. Die Stuttgarter Zeitungsredakteurin und versierte Türkei-Kennerin Sibylle Thelen hat den Stand der Diskussion in einem Buch zusammengefasst.

Boualem Sansal „Das Dorf des Deutschen“, 279 Seiten, 22,90 €, Merlin, ISBN: 978-3875362701;

Sansal_Deutsche

Dass ein algerischer Schriftsteller über einen Deutschen schreibt, erscheint nicht nur auf den ersten Blick seltsam. Dass er Islamismus und Nationalsozialismus in Beziehung setzt auch. Gleichwohl ist „Das Dorf des Deutschen“ eine eindrucksvolle Geschichte, eine, die in Algerien bis heute unerwünscht ist und im „Mutterland“ Frankreich zutiefst umstritten.

Tim Parks „Träume von Flüssen und Meeren“, 512 Seiten, 24,90 €, Antje Kunstmann, ISBN: 978-3888975790;

Parks_Fluesse

Tim Parks ist ein Weltbürger im besten Sinne. Geboren in Manchester, lebt er heute mit Frau und drei Kindern in Verona und lehrt an der Universität Mailand. Er schreibt für die New York Times, und sein neuester – es ist der 14. – Roman spielt in Indien. Und: Er folgt den Spuren eines Toten, des Anthropologen Albert James.

Ursula Nuber „Lass die Kindheit hinter Dir“, 224 Seiten, 19,90 €, Campus, ISBN: 978-3593388168;

Nuber_Kindheit

Wer will schon so sein wie seine Mutter? Oder sein Vater? Und doch sind die Parallelen im Verhalten meist größer als gehofft. Das muss nicht sein, oder wie die Psychologin Ursula Nuber sagt: „Es gibt keine schicksalhafte Entwicklung der eigenen Biografie, wir müssen also nicht zwangsläufig unser ganzes Leben mit den Auswirkungen unserer frühen Erfahrungen kämpfen.“

Sebastian Barry „Ein verborgenes Leben“, 392 Seiten, 19,90 €, Steidl, ISBN: 978-3865219671;

Barry_Leben

Aktueller könnte dieser Roman für deutsche Leser nichts sein, angesichts der täglichen Nachrichten über Missbrauch durch Funktionäre in der katholischen Kirche. Der Ire Sebastian Barry enthüllt ein düsteres Kapitel  aus der Geschichte seines Heimatlands, das Schicksal der „verlorenen Frauen“.

Oguz Atay „Der Mathematiker“, 304 Seiten, 19,90 €, Union (Türkische Bibliothek), ISBN: 978-3293100169;

Mathematiker

Die Literatur der Türkei birgt noch viele Schätze. Stück  für Stück werden sie nun vom Schweizer Unionsverlag mit dessen „Türkischer Bibliothek“ gehoben. Oguz Atay, 1934 bis 1977, ist im deutschsprachigen Raum völlig unbekannt und gilt in seinem Heimatland als einer der besten Romanschriftsteller.

Vivaldi auf Umwegen

Tiziano Scarpa „Stabat mater“, 144 Seiten, 16,90 €, Wagenbach, ISBN: 978-3803132253;

Stabat

„Stabat Mater“, die „schmerzerfüllte Mutter“, das klingt nach tief empfundener Religiösität, nach kargem Leben, nach Traurigkeit und Not. Und genau davon erzählt der in Venedig geborene Tiziano Scarpa, einer der bedeutendsten Gegenwarts-Schriftsteller Italiens.

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