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Archiv für Juli, 2009

Alice überdauert sie alle

Judith Hermann „Alice“, 192 Seiten, 18,95 €, S. Fischer, ISBN: 978-3100331823;

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Ein Buch über den Tod, über Verlust und das Zurückbleiben. Fünf Geschichten erzählt Judith Hermann (39). Im Mittelpunkt steht immer eine Frau namens Alice, die fünf Freunde verliert. Ihre Beziehung zu den Männern ist nicht wichtig, verliert sich in den lakonischen Erzählungen.

Jens Bergmann/Bernhard Pörksen (Hrsg.) „Skandal“, 352 Seiten, 18 €, Herbert von Halem, ISBN: 978-3938258477;

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Skandal, das ist der Ausruf der Bürgerlichkeit. Die Medien feiern den täglichen Skandal. Die Leser/Zuschauer/Hörer/User freuen sich, dass schon wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Und jedes Jahr werden es mehr, weil nur noch die Empörung wirklich zieht.

Charla Muller „365 Nächte“, 268 Seiten, 16,90 €, Kein & Aber, ISBN: 978-3036955377;

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„Als ich meinem Mann zum vierzigsten Geburtstag ein Jahr lang täglich Sex schenken wollte, fiel er buchstäblich hintenüber.“ So beginnt der „persönliche Erfahrungsbericht“ der bibeltreuen, amerikanischen Hausfrau Charla Muller, die nach acht Jahren ordentlicher Ehe noch einmal den Kick sucht – und findet.

Véronique Olmi „Die Promenade“, 240 Seiten, 18,90 €, Antje Kunstmann, ISBN: 978-3888975523;

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Promenade des Anglais, so heißt die bekannteste Uferstraße in Nizza. Außer Engländern und Franzosen flanieren hier seit fast 100 Jahren auch Russen – Flüchtlinge der bolschewistischen Revolution 1917. Ihren Erinnerungen und ihren Nachkommen hat die fabelhafte Véronique Olmi ihren neuesten Roman gewidmet.

Linda Jarosch/Anselm Grün „Königin und wilde Frau“, 194 Seiten, 16,90 €, Vier Türme, ISBN: 978-3878682929;

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Die Frau als Königin, als wilde Frau – ist das die Vollendung der Frauenbewegung? Nein, es geht um die Bibel, um Spiritualität und Selbstverwirklichung.   Autor Anselm Grün (64) ist so etwas wie ein Popstar der Kirche. Der Cellerar der Benediktinerabtei Münsterschwarzach ist der meist gelesene christliche Autor. Co-Autorin Linda Jarosch ist seine leibliche Schwester.

Drei schicksalhafte Tage

James Agee „Ein Todesfall in der Familie“, 368 Seiten, 19,90 €, C. H. Beck, ISBN: 978-3406583889;

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John O’Hara, Richard Yates – zwei amerikanische Schriftsteller der Nachkriegszeit, die derzeit in Deutschland eine fulminante (Wider)Entdeckung erleben. Mit James Agee präsentiert der Münchner Beck-Verlag nun einen weiteren Autoren dieser Generation, 47 Jahre nach der Erstveröffentlichung.

Peter Ackroyd „Die Themse – Biographie eines Flusses“, 576 Seiten, 39,95 €, Knaus, ISBN: 978-3813503166;

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Mit Lebensadern werden Flüsse nur allzu gerne verglichen. Sie sind wie Blutbahnen. Nicht ohne Grund lagen und liegen die Metropolen an Flüssen: Paris, Berlin, New York und natürlich mein München. Und London liegt an der Themse. Diesem mit 346 Kilmeter Länge nicht eben bedeutendem Fluss hat der Londoner Schriftsteller Peter Ackroyd ein beeindruckendes Werk gewidmet.

Sibylle Lewitscharoff „Apostoloff“, 247 Seiten, 19,80 €, Suhrkamp, ISBN: 978-3518420614;

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Wer Bulgarien hört, denkt gemeinhin an Korruption, Armut und Schwarzarbeit. Der Balkan-Staat gilt als der Paria der EU. Sibylle Lewitscharoff entwirft in ihrem jüngsten Roman ein anderes Bild vom Land ihrer Vorväter – und wurde dafür heuer mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet.

Der Osten ist der neue Westen

Michal Hvorecky „Eskorta“, 256 Seiten, 19,90 €, Tropen, ISBN: 978-3608501025;

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So fulminant erzählt sein erster Roman „City“ war, so abgeklärt ist nun Hroveckys neuer Roman über einen entfesselten Kapitalismus und die Zukunft Osteuropas, oder – wie die These  des 1976 geborenen Slowaken lautet: Der Osten ist der neue Westen!

Nilüfer Göle „Anverwandlungen – Der Islam in Europa zwischen Kopftuchverbot und Extremismus“, 158 Seiten, 10,90 €, Wagenbach (brochiert), IBN: 978-3803125989;

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Während in Deutschland noch intensiv über den Bau von Moscheen und den EU-Beitritt der Türkei gestritten wird, ist der Islam in Europa in Wirklichkeit längst einen Schritt weiter – als Teil der Gesellschaft. Allein in Deutschland sollen zwischen drei und vier Millionen Muslimen leben, ein Anlass über deren Bedürfnisse und Hoffnungen zu diskutieren.

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