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Archiv für Januar, 2010

Malba Tahan „Beremís‘ Welt“, 320 Seiten, 19,90 €, Kein & Aber, ISBN: 978-3036955445;

Ich gebe zu, Mathematik fand ich immer extrem unlustig. Weder habe ich verstanden, was die Lehrer mir sagen wollten. Noch wusste ich etwas anzufangen, mit all diesen Integral- und wasweißich Rechnungen. Aber mir war immer klar, es fehlt etwas. Seit „Beremís Welt“ weiß ich was: Mathe kann tatsächlich Spaß machen.

Edward St Aubyn „Muttermilch“, 318 Seiten, 19,95 €, Dumont, ISBN: 978-3832180232;

Muttermilch

Nehmen Sie einen Teil Monty Python, fügen Sie die gleiche Menge Tarantino hinzu, noch eine Prise „Der Doktor und das liebe Vieh“ und – nicht zu vergessen – ein Schuss Thomas Wolfe, fertig sind die Zutaten für Edward St Aubyns jüngstes Meisterstück mit dem harmlos-schrägen Totel „Muttermilch“.

Von Fischen und Menschen

Angelika Overath „Flughafenfische“, 176 Seiten, 17,95 €, Luchterhand, ISBN: 978-3630873077;

Flughafenfische

Der Flughafen an sich ist ja schon eine Art Mikrokosmos, ein Ort der flüchtigen Begegnung von Menschen und Kulturen, ein Ort, an dem man sich verliert, wie jene real existierenden Menschen, die in den staatenlosen Bereichen stranden. Und nun auch noch ein Aquarium am Flughafen, mit Fischen aus aller Herren Länder, eine Welt im Kleinen in der Welt im Kleinen. Das ist der Berührungsort von „Flughafenfische“.

Johannes Martini „Parallelaktion“, 200 Seiten, 17,90 €, Plöttner, ISBN: 978-3938442647;

Parallelaktion

Berlin ist ein „Schlachtfeld“ heißt es einmal. Und wenn Kokaindealer Hermann über die Schönhauser Allee „rast“, dann fühlt man sich an New York erinnert oder an San Franzisco. Aber inzwischen ist die deutsche Hauptstadt eben auch Weltstadt, und das gilt auch für das Verbrechen, wie diese rasante an ein Film-Drehbuch erinnernde Geschichte deutlich macht.

Wolfgang Hermann „Konstruktion einer Stadt“, 112 Seiten, 14,90 €, Limbus, ISBN: 978-3902534279;

Konstruktion_Stadt

So dünn dieses kleinformatige Büchlein ist, so schwer habe ich mich damit getan. Die Beliebigkeit und Lakonie der Westberlin-Betrachtungen des Vorarlberger Autors Wolfgang Hermanns ist mir einfach nur auf die Nerven gegangen. Aus diesen Allerweltsformulierungen einen tieferen Sinn zu entwickeln, das, tut mir leid, ist mir trotz guten Willens nicht gelungen.

Lesenblog wieder online!

Endlich, ich habe den Fehler gefunden. Und: Ja, ich war natürlich selbst dafür verantwortlich.

Aber jetzt steht fest, es wird ein guter Samstag. Der Lesenblog ist wieder online.

Ich freue  mich auf Euren Besuch

Joachim

Schlaf, Kindlein, schlaf!

Frank Walka „Wiegenlieder“, 128 Seiten, 19,90 €, Reclam, ISBN: 978-3150107393;

Das ist eine Rettungsaktion, womöglich eine in letzter Minute. Denn in all dem Radioeinheitsbrei gehen Volkslieder unter und schon gar die Wiegenlieder, die unsere (Groß-)Mütter uns vorsangen: „Schlaf, Kindlein, schlaf „, „Es wird schon gleich dunkel“ oder auch „Guten Abend, gute Nacht“. 42 der schönsten Wiegenlieder finden sich in diesem gefühlvoll illustrierten Buch, dem auch noch eine CD beiliegt.

Unsere klassischen Märchen sind einfach nicht tot zu kriegen. Und so erscheinen Jahr für Jahr auch Bilderbuch-Neuinterpretationen. Sechs der schönsten stellen wir hier vor – zum Vorlesen für Kinder und Enkelkinder und zum Sammeln.

Die Titel:

Peter Verhelst/Hans-Christian Andersen „Das Geheimnis der Nachtigall“;
Hans-Christian Andersen „Die Prinzessin auf der Erbse“;
L. Frank Baum/Lisbeth Zwerger „Der Zauberer von Oz“;
Karla Schneider/Stefanie Harjes „Wenn ich das 7. Geißlein wär'“;
Ayano Imai „Der Stiefel-Kater“;
Jakob und Wilhelm Grimm/Lisbeth Zwerger „Der Rattenfänger von Hameln“;

Wer mehr wissen will:

Eine unbekannte Welt mitten in Europa

Claus Stephani „Blumenkind“, 352 Seiten, 19,80 €, SchirmerGraf, ISBN: 978-3865550675;

Blumenkind

Seit vorigen Herbst geht der Literaturfokus in Richtung Rumänien: Herta Müllers Gegenwartsgeschichte zum Dank. Der im siebenbürgischen Kronstadt geborene Volkskundler Claus Stephani hat eine ganz andere, eine märchenhafte Geschichte aus dem Vielvölkerstaat geschrieben – eine ostjüdische Liebesgeschichte.

Vorwärts in die Vergangenheit

Leon de Winter „Das Recht auf Rückkehr“, 549 Seiten, 22,90 €, Diogenes, ISBN: 978-3257067330;

de-Winter

Wird der Staat Israel auf Dauer weiter existieren?  Zumindest jüdische Schriftsteller haben daran offensichtlich Zweifel. Assaf Gavron ließ in seinem im Jahr 2067 angesiedelten Roman „Hydromania“ Israel auf Stadtstaatsgröße zusammenschrumpfen, und jetzt tat der jüdisch-niederländische Schriftsteller Leon de Winter dasselbe: Im Jahr 2024 besteht Israel lediglich noch aus dem Großraum Tel Aviv, alle anderen Gebiete fielen an die arabische Bevölkerungsmehrheit zurück.

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