Feeds
Artikel
Kommentare

Archiv für September, 2011

Der Tod des Vaters

Karl Ove Knausgard „Sterben“, 576 Seiten, 22,99 €, Luchterhand, ISBN: 978-3630873510;

 

Für dieses Projekt braucht man vor allem eins: Zeit, und Geduld. Denn den knapp 600 Seiten sollen noch tausende folgen. Sechs Bände plant Karl Ove Knausgard, der große norwegische Autor. Vorwiegend erzählt der 43-Jährige seine eigene Geschichte.

Thomas Pollan „Die Strafe Gottes“, 326 Seiten, 24, 90 €, Salis, ISBN: 978-3905801439;

Ohohoh, Thriller sind doch eigentlich gar nicht Sache deutschsprachiger Autoren, abgesehen mal vielleicht von dem Lanschreiber Eschbach. Nagut, Ausnahmen bestätigen die Regel. Thomas Pollan, 40 Jahre alt, Ex-Soldat, Jurist und politischer Berater, jedenfalls hat eine richtig spannende Geschichte geschrieben.

Bob Woodward „Obamas Kriege – Zerreißprobe einer Präsidentschaft“, 496 Seiten, 24,99 €, DVA, ISBN: 978-3421045089;

Man muss sich ja wundern, woher der Mann alles weiß. Aber, dass Bob Woodward, einer der beiden Enthüller der Watergate-Affäre in der vergangenen vier Jahrzehnten beste Verbindungen in die Zentralen der Macht geknüpft hat, ist unstrittig. Der leitende Redakteur der Washington Post hat hinter die offizielle Fassade des Weißen Hauses geschaut und liefert viele interessante Details, vor allem im Hinblick auf den bevorstehenden Präsidentschafts-Wahlkampf.

Das Wunder und das Elend der Liebe

Michal Viewegh „Zeitweiliger Orientierungsverlust“, 188 Seiten, 17,90 €, Deuticke, ISBN: 978-3552061613;

Allles dreht sich um die Liebe. Und darum spricht der tschechische Autor Michal Viewegh in seinem neuesten Erzählband von Liebesgeschichten.  In 16 Episoden beschreibt er die vielen Facetten des wichtigsten Gemütszustands des Menschen. Thema sind Affären, genauso wie nicht erwiderte Liebe und der Verfall und die Obsession und die Trauer.

Über das Suchen und das Finden

Karin Kersten „An Schlaf war nicht zu denken“, 272 Seiten, 21,50 €, Klöpfer & Meyer, ISBN: 978-3863510039;

Eine Detektei oder eine Agentur für Recherche, wie es hier heißt, ist dafür da, verschwundene Menschen zu finden. Detektive brauchen Geduld, sie müssen schlau sein und beobachten können. In diesem dritten Roman der Berliner Autorin geht es um eine solche Suche und um die Unklarheit, dass bald niemand mehr weiß, ob gesucht oder gefunden oder was auch immer wird.

Jedem seine eigene Raucherlunge

Gregor Hens „Nikotin“, 176 Seiten, 17,95 €, S. Fischer, ISBN: 978-3100325839;

Erst neulich rief die Kollegin mittags an. Sie wollte sich krank melden. Warum? Zwei Tage vorher hatte sie aufgefört zu rauchen, jetzt leide sie. Rauchen als Krankheit? Aufhören als Krankheit? Gregor Hens hat diese zwei Tage überstanden und noch mehr. Er raucht nicht mehr und hat dem Suchtmacher Nikotin ein ganzes Buch gewidmet. Perfide Strategie, die er sich ausgedacht hat. Er empfiehlt seinen Lesern zu rauchen: „Tun Sie mir den Gefallen„.

Das Wunderland der Integration

Sophie Albers „Wunderland“, 176 Seiten, 14,99 €, Knaus, ISBN: 978-3813503982;

Wo ist das Wunderland? Na klar, genau dort, wo wir gerade nicht sind. Sophie Albers erzählt in gradlinigen Worten eine alltägliche Geschichte aus dem Einwanderungsland Deutschland. Eine Geschichte, die jene, für die Parallelwelten ein No-Go sind, aber nicht akzeptieren wollen.


Und die Liebe hält ewiglich

Jeanette Winterson „Die steinernen Götter“, 269 Seiten, 22 €, Berlin, ISBN: 978-3827009500;

Weit weg, in einer anderen Zeit, auf einer anderen Welt. Wir befinden uns auf dem erdähnlichen Planet Orbus, in dem menschähnliche Wesen leben, deren Umwelt vom Ökokolaps bedroht ist. Billie Crusoe, kurz Billy, ist unser Führer durch diese Welt. Er weigert sich nämlich  genfixiert zu werden, das heisst, ewig jung zu bleiben.

Gabriele Kögl „Vorstadthimmel“, 276 Seiten, 17,90 €, Wallstein, ISBN: 978-3835308442;

Ein Mann, wie frau ihn sich wünscht: Zahnarzt, ein Lamborghini, den er Panther nennt, eine Villa in bester Lage in Wien, die Ehefrau aus gutem Haus. Alles super also, oder eben doch nicht. Denn als ihm seine ihn anhimmelnde Geliebte offenbart, sie sei schwanger, bricht das fragile Idealbildnis von Heinrich abrupt zusammen. Davon erzählt die Grazerin Gabriele Kögl in ihrem jüngsten Roman.

Auf der Suche nach dem Lebensfeuer

Salman Rushdie „Luka und das Lebensfeuer“, 272 Seiten, 19,95 €, Rowohlt, ISBN: 978-3498057879;

Salman Rushdie ist einer der bekanntesten Schriftsteller der Welt, seit ihn der iranische Staatspräsident und Religionsführer Khomeini vor 22 Jahren wegen seines Buches „Die satanischen Verse“ mit einer Fatwa belegte und seine Glaubensbrüder aufforderte, den Inder zu töten. Die Fatwa gilt zwar formell immer noch, und auch der Name des Schriftstellers verursacht Hassausbrüche in manchen islamischen Staaten, aber Rushdie, in England zum Ritter geschlagen, publiziert längst wiede, zuletzt dieses – ja, ich würde sagen – Märchenbuch.

Nächste »