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Die vielen Facetten des Hungers

J. M. G. Le Clézio “Lied vom Hunger”, 218 Seiten, 18,95 €, Kiepenheuer & Witsch, ISBN: 978-3462041361;

LeClezio

Als Le Clézio vorletztes Jahr den Nobelpreis erhielt, da rieben sich selbst Literaturkritiker die Augen: Wer ist das? Seitdem erfreut sich der Franzose auch hierzulande großer Beachtung. “Lied vom Hunger” ist das jüngste Werk – eines, das die hoch gesteckten Erwartungen weitgehend erfüllt.

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Die Befreiung aus dem Wahnsinn

Natascha Wodin “Nachtgeschwister”, 240 Seiten, 19,90 €, Antje Kunstmann, ISBN: 978-3888975608;

Wodin

Sprache kann Liebe sein, aber kann ein Gedichtband der Anfang für die totale Liebe sein. Ist wohl so. In diesem erstaunlichen, poetischen, fast nackten Stück Literatur beschreibt Natascha Wodin ihre Jahre mit dem Schriftsteller Wolfgang Hilbig, einem zutiefst verstörten gestörten, unerträglichen  Menschen. Was sie verband, war – Liebe!

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Friedrich Christian Delius “Die Frau, für die ich den Computer erfand”, 288 Seiten, 19,90 €, Rowohlt, ISBN: 978-3871346422;

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Kennen Sie Konrad Zuse? Nein? Da sind sie sicher nicht allein. Dabei geht auf den deutschen Tüftler, der 1995 im gesegneten Alter von 85 Jahren starb, die wichtigste Entscheidung der Neuzeit zurück: Der Computer. F.C. Delius hat nun den Versuch unternommen, den Ruf des verkannten Genies wiederherzustellen, auf seine Weise.

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Auch in Tibet wird gemordet

Eliot Pattison “Der tibetische Verräter”, 440 Seiten, 19,95 €, Rütten & Loening, ISBN: 978-3352007651;

Pattison

Ausgerechnet Tibet. Das buddhistische Land am Dach der Welt hat sich bisher als Verbrechenstatort nicht besonders hervorgetan. Wenn allerdings ein amerikanischer Autor über einen ehemaligen chinesischen Polizisten schreibt, der sich nach seinem Rausschmiss illegal in Tibet als Bergführer verdingt und auf einen Doppelmord stößt, dann klingt das durchaus verheißungsvoll, oder?

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David Nicholls “Zwei an einem Tag”, 560 Seiten, 22,90 €, Kein & Aber, ISBN: 978-3036955421;

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Der 15. Juli ist ein ganz besonderer Tag, jedenfalls für Dexter und Emma. 1988, da waren sie zwanzig trafen sie sich das erste Mal – und trennten sich wieder. Und fortan, 20 Jahre lang, ist der 15. Juli immer speziell, ob sich Em und Dex nun sehen oder nicht. “Zwei an einem Tag” ist eine ganz besondere Geschichte, absolut lesenswert.

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Kirsten Marohn “Lappalie”. 204 Seiten, 19,95 €, Books on Demand, ISBN: 978-3837066821;

Lappalie

Zwei Brüder, eine Frau. Der eine begehrt sie, der andere ist mit ihr verheiratet . Das ist nur die eine Geschichte. Die wirkliche “Lappalie” geschah vor zwölf Jahren, als die Hauptfigur Jasmin in der Silvesternacht von ihrem Schwiegervater vergewaltigt wurde. Das veränderte ihr Leben …

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Orhan Pamuk “Das stille Haus”, 368 Seiten, 24,95 €, Hanser, ISBN: 978-3446234000;

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Ich oute mich als Fan: Orhan Pamuk ist ein wunderbarer Erzähler, seine Romane sind im besten Sinne Weltliteratur. “Schnee”, der Roman der ihn weltberühmt machte, öffnete mir die Augen für die Schönheit und die Finsternis des ostanatolischen Hochlands. Wer einmal in Kars war, wird mich verstehen. Und nun hat der Hanser-Verlag auch noch den vor 27 Jahren erschienenen, zweiten Roman des Nobelpreisträgers von 2006 auf deutsch veröffentlicht. Schön, sehr schön!

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Liebe Freunde, aufgepasst: Das Portal www.rezension.org veranstaltet im Februar einen Wettbewerb, bei dem die besten Rezensionen ausgezeichnet werden sollen, mit durchaus attraktiven (Buch-)Preisen. Ich darf Euch die Teilnahme empfehlen, natürlich auch weil wir Mitglied der Jury sind. Die offizielle Mitteilung von Jakob Sieling (rezension.org):

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Charles Carillo “Sag bloß Mama nichts davon”, 384 Seiten, 16,95 €, Pendo, ISBN: 3866122292;

Carillo

Zugegeben, der Titel klingt ziemlich blöd. “Raising Jake”, das Original sagt weit mehr über diesen spannenden und sehr einfühlsam erzählten Vater-Sohn-Konflikt. Und ich kann das beurteilen: Ich habe selber einen Sohn in diesem Alter. Miteinander zu reden müssen wir uns immer wieder schwer erkämpfen.

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Daniel Siemens “Horst Wessel – Tod eines Nationalsozialisten”, 352 Seiten, 19,95 €, Siedler, ISBN: 978-3886809264;

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Den Namen Horst Wessel hat jeder schon einmal gehört, und wenn’s im Geschichtsunterrricht war. Der mit 23 Jahren ermordete SA-Funktionär wurde von der NSDAP zur Symbolfigur verklärt und durch das (verbotene) “Horst-Wessel-Lied” quasi unsterblich. Was dran ist an dem Mythos, das hat der Historiker und Journalist Daniel Siemens jetzt in einer lesenswerten  Untersuchung recherchiert.

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