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Archiv für März, 2012

Die schweren Jahre ab 39

Sue Townsend „Die Tagebücher des Adrian Mole“, 382 Seiten, 20 €, Edition Tiamat, ISBN: 978-3893201501;

Mit 40 wird das Leben offenbar schwer. Ich weiß das nicht, ich habe noch eine Zeitlang bis dahin. Aber Sue Townsend, eine kreuzkomische britische Schriftstellerin, erzählt uns, was alles passieren kann, wenn man älter wird. Nach dem „Intimleben“ und sieben anderen Tagebüchern aus dem Leben von Adrian Mole folgten nun die schweren Jahre.

Yusuf Yesilöz „Hochzeitsflug“, 198 Seiten, 27,80 €, Limmat, ISBN: 978-3857916229;

Homosexualität ist in der muslimisch-patriarchalischen Türkei noch immer ein großes Tabu. Auch wenn es in Istanbul längst eine Schwulenszene gibt, die jeder westlichen Großstadt zur Ehre gereicht, auf dem Land ist alles ganz anders, wie der junge türkische Schweizer Yusuf Yesilöz erzählt.

Kathryn Stockett „Gute Geister“, 608 Seiten, 21,95 €, btb, ISBN: 978-3442752409;

Ein Heimatroman im besten Sinne: Die Amerikanerin Kathryn Stockett beschreibt drei Frauenschicksale in ihrer Heimat Jackson, Mississippi. In einer Zeit, die längst überwunden scheint – Anfang der 60er Jahre, als Rassentrennung die Gesellschaft bestimmte.

Große Journalisten, große Reportagen.

 

Gerhard Waldherr „Bruttoglobaltournee“ (Salis);
Wolfgang Büscher „Hartland – Zu Fuß durch Amerika“
(Rowohlt);

Mehr dazu:

Liebesgeschichte unter Bomben

Francesca Melandri „Eva schläft“, 448 Seiten, 19,95 €, Blessing, ISBN: 978-3896674357;

Südtirol steht heute für Wein, Berge und gutes Essen. Was schon vergessen, sind die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Tirolern und Italienern, die erst endeten als Südtirol einen Autonomiestatus bekam. Die Römerin Francesca Melandri erzählt ihre Liebesgeschichte vor einem politisch höchst schwierigen Hintergrund.

Drei Frauen in ihren Zeiten

Karin Richner „Sieben Jahre Schlaf“, 112 Seiten, 19 €, Bilger, ISBN: 978-3037620175;

Ein Buch, das viel verlangt, ein schmales Buch voller Schwere, die Geschichte von drei Frauen aus drei Generationen. Eine Geschichte voller Tragik, erzählt in zarten, leisen Tönen, unaufdringlich, eimfühlsam. Und das alles in nur 100 Seiten.

Zwischen allen Stühlen

Helmut Krausser „Die letzten schönen Tage“, 222 Seiten, 19,99 €, DuMont, ISBN: 978-3832196196;

Aus solchem Stoff sind Thriller gestrickt: Zwei Männer, eine Frau. Im Mittelpunkt der 38-jährige David, Fotograf und Großstadtbewohner mit einem Hang zu Hedonismus, Fraueneroberer. Dass seine Eroberung Kati sich für ihren bisherigen Freund Serge entscheidet, tritt eine ganze Ereignis-Kaskade los.

икониAlbert Ostermaier „Schwarze Sonne scheine“, 288 Seiten, 22,90 €, Suhrkamp, ISBN: 978-3518422205;

Nicht jeder Dichter beherrscht auch die ausführliche Stilform. Den neuen Roman des oberbayerischen Poeten Albert Ostermaier habe ich in seiner ganzen Blasiertheit – ich gestehe das – nicht bis zum Ende durchgehalten.

Die Leiden auf der Kreuzfahrt

David Wallace „Schrecklich amüsant- aber in Zukunft ohne mich“, 200 Seiten, 20 €, Mare, ISBN: 978-3866481473;

Nie waren Kreuzfahrten so populär wie heute. David Foster Wallace mochte sie nicht. 1995 ging er im Auftrag einer Zeitschrift in Key West für eine Woche an Bord eines solchen Schiffes. Die dabei entstandene Reportage ist nicht nur äußerst komisch, sie ist auch ein Sittengemäldes des Verfalls der amerikanischen Gesellschaft.

Die Brüder von der 5th Avenue

E.L. Doctorow „Homer & Langley“, 219 Seiten, 18,95 €, Kiepenheuer & Witsch, ISBN: 978-3462042986;

Ein Meisterwerk des 81-jährigen Meister-Schriftstellers: „Homer & Langley“ ist eine Großstadtgeschichte über zwei Männer, die als Einsiedler in ihrem alten Haus im New Yorker Zentrum leben und im Laufe der Zeit ihren Bezug zu sich und zu ihrer Umfeld verlieren – nach einer wahren Geschichte.

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