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Archiv für Juli, 2010

Die Rückkehr zur inneren Harmonie

Siri Hustvedt „Die zitternde Frau – Eine Geschichte meiner Nerven“, 224 Seiten, 18,90 €, Rowohlt, ISBN: 978-3498030025;

„Was ich liebte“ war ein brillanter Roman über das Leben im heutigen New York, eine fiktive Geschichte von großer Realität. In ihrem neuesten Buch erzählt die Ehefrau von Paul Auster ihre Geschichte, und diesmal liest sie sich fast wie Fiktion. Es geht um ein mysteriöses, beängstigendes Zittern, das die Autorin befallen hat, das sie ängstigt und das sie auf die Spur des eigenen Ichs führt. Tatsächlich nicht fiktiv.

Reisen bildet, Reisen verändert

Olli Jalonen „Vierzehn Knoten bis Greenwich“, 464 Seiten, 22 €, Mare, ISBN: 978-3866481244;

Eine Reise um die Welt, das kennen wir seit Jules Verne, der dafür 80 Tage brauchte. Und heute sind es junge Mädchen in einem Segelboot. Olli Jalonen, einer der wichtigsten finnischen Schriftsteller, schickt seine vier Weltumrunder auf eine historische Route, auf den Null-Meridian, von Greenwich nach Greenwich.

Fußball als Mythos der Moderne

Fabio Stassi „Die Trophäe“, 304 Seiten, 19,90 €, Kein & Aber, ISBN: 978-3036955407;

Noch ein Tag, dann steht fest, ob es Deutschland wieder ins WM-Finale schafft. Noch fünf Tage, dann entscheidet es sich: Spanien, Holland, Uruguay oder Deutschland? Der Weltmeister-Pokal ist jedenfalls nicht mehr der alte. Die „Coupe Rimet“ durften die Brasilianer nach dem dritten Gewinn 1970 behalten. Um die „schöne Frau“, die Modell stand, geht es in diesem Roman.

Inga Wolfram „Verraten – Sechs Freunde, ein Spitzel, mein Land und ein Traum“, 310 Seiten, 19,90 €, Artemis & Winkler, ISBN: 978-3538072718;

Es sind gerade mal 20 Jahre, dass die Mauer fiel und noch nicht einmal 20 Jahre, seit die DDR durch die Wiedervereinigung Geschichte wurde. Und doch scheint es, dass dieser pervertierter Sozialismus-Versuch, der in einer Spitzel-Diktatur endete, schon lange vorbei oder gar nie existiert hätte. Wie das so war, das rückt Inga Wolframs „Verraten“ zurück in unseren Blick.

Erika Wimmer „Die dunklen Ränder der Jahre“, 268 Seiten, 22,50 €, Folio, ISBN: 978-3852564951;

Wimmer

Eine europäische Nachkriegsgeschichte: Ein alter Mann und seine Tochter. Sie sind sich nie begegnet, weil er 1945 nach einem Totschlag aus Notwehr mit falschem Pass nach Frankreich geflohen ist und die schwangere Freundin zurück ließ. Kein Lebenszeichen mehr seither. Aber jetzt hat Theresa den alten Mann aufgespürt, dessen Nichtdasein in gleichem Maß ihr Trauma war wie seines die Flucht.

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