Warum es mit dem Nagelbett nichts wird

Romain Puértolas „Die unglaubliche Reise des Fakirs, der in einem Ikea-Schrank feststeckte“, 304 Seiten, S. Fischer, 16,99 €, ISBN: 978-3100003959;

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Ein Nagelbett (mit 15.000 rostfreien Nägeln) für nur 99 Euro? Logisch: Ikea. Als der indische Fakir Ayarajmushee Dikku Pradash das Angebot im Katalog sieht, ist klar. Das muss er haben. Und so fliegt er nach Paris und bittet den Taxifahrer ihn in das schwedische Möbelhaus zu bringen. Eine absurde Geschichte? In der Tat.

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Maren ist einfach weg

Thomas Weiss „Flüchtige Bekannte“, 192 Seiten, Berlin, 16,99 €, ISBN: 978-3827012111;

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„Ich muss noch mal kurz hoch ins Büro, Schatz!“ Mit diesem Satz verabschiedet sich die Architektin Maren von ihrem Mann, und ist fortan verschwunden. Ein Verbrechen liegt offensichtlich nicht vor, aber wo ist die Frau  abgeblieben? Der Journalist Joachim macht sich auf die Suche.

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Nichts strahlt in dieser Zukunft

Richard Yates „Eine strahlende Zukunft“, 496 Seiten, DVA, 22,99 €, ISBN: 978-3421046116;

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Gut, dass sich mit DVA ein Verlag aufgemacht hat, Richard Yates wieder zu entdecken. „Eine strahlende Zukunft“ brauchte immerhin 30 Jahre, um ins Deutsche übersetzt zu werden. Diese grandios erzählte Geschichte eines Scheiterns im Amerika der 80er Jahre – Scheitern, das Lebensthema Yates.

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Überleben als Bürde

Nina Jäckle „Der lange Atem“, 180 Seiten, Klöpfer & Meyer, 19 €, ISBN: 978-3863510770;

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Es war der 11. März 2011, als eine der schlimmsten Katastrophen der Menschheitsgeschichte passierte. Vor der japanischen Ostküste gab es ein schweres Erdbeben, dem ein Tsunami folgte, der die Atommeiler bei Fukushima zerstörte. Knapp 20.000 Menschen starben. Weltweit löste das Unglück Erschütterung aus, in Deutschland wurde gar das Ende der Atomkraft beschlossen. Nina Jäckle erzählt eine ganz andere Geschichte.

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Alles ist irgendwie Fotografie

Zsófia Bán „Als nur die Tiere lebten“, 207 Seiten, Suhrkamp, 22,95 €, ISBN: 978-3518424247;

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15 Erzählungen können einen Roman ergeben, in diesem Fall jedenfalls. Es geht um Bilder, um Fotografien. Denn, wie es in einer Geschichte heißt, das Bild „ist der Kaiser des Lebens. Es hat Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, eine Geschichte und ein Gedächtnis, mit einem Wort, es hat alles.“

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Von Büffelmägen und blutigen Kämpfen um Texas

Philipp Meyer „Der erste Sohn“, 608 Seiten, Knaus, 24,99 €, ISBN: 978-3813504798;

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McCarthy, Dos Passos, ach, mit wem allen schon Philipp Meyer verglichen wurde, nachdem sein monumentaler Roman „Der erste Sohn“ erschien. Über fünf Generationen der Familie McCulloghs, über 170 Jahre, erzählt Meyer vom Gründungsmythos der Vereinigten Staaten.

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Das Ungeheuer, das ein Liebender sein wollte

Terézia Mora „Das Ungeheuer“, 688 Seiten, 22,99 €, Luchterhand, ISBN: 978-3630873657;

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Darius bleiben nur die Erinnerungen und ein Haufen Asche und ein paar Aufzeichnungen. Beides stammt von Flora, Darius‘ Frau, die sich ein Jahr zuvor umgebracht hatte. Und Darius sucht nun nach einem Ort, einer Zuflucht, für sein völlig aus den Fugen geratenes Leben.

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Die Spuren der Massenmörder

Madeleine Thien „Flüchtige Seelen“, 256 Seiten, Luchterhand, 19,99 €, ISBN: 978-3630873848;

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In der Rangliste der Massenmörder nehmen die Roten Khmer in Kambodscha eine Sonderrolle wahr. So grausam war kaum eine Mörderbande, so systematisch hat kaum eine Landesregierung ihre Intelligenz vermittelt und den Staat in die Steinzeit zurückversetzt. Die Leiden der Opfer dauern bis heute an.

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Zwei ungleiche Brüder und der Mittelstand

A. M. Homes „Auf dass uns vergeben werde“, 672 Seiten, Kiepenheuer & Witsch, 22,99 €, ISBN: 978-3462046106;

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Mit Familiengeschichten hat die 1961 geborene Amerikanerin A. M. Homes viel Erfahrung. Die sind ihr Thema, nicht erst seit sie ihre eigene Geschichte als Adoptivkind, das von nichts wusste, niederschrieb („Die Tochter der Geliebten“, 2009). Damals zeigte sie auch schob, dass sie großer Humor auszeichnet. Der ist in ihrem jüngsten Buch über ein Brüderpaar sogar stilprägend. Eine Geschichte aus dem puren Leben.

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