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	<title>Lauter Lesenswertes &#187; Reportagen</title>
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	<description>Neue und nicht mehr ganz neue Bücher</description>
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		<title>Die ganze Menschheit in einem Band</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Apr 2010 03:23:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<description><![CDATA[Georg Brunold &#8220;Nichts als die Welt &#8211; Reportagen und Augenzeugenberichte aus 2500 Jahren&#8221;, 608 Seiten, 85 €, Galiani Berlin, ISBN: 978-3869710013; Seit bald 15 Jahren w&#252;nsche ich mir englische Schuhe aus Pferdeleder, solche, die ein ganzes Leben halten. Bisher konnte ich sie mir nicht leisten. Es gibt auch B&#252;cher f&#252;rs Leben. &#8220;Nichts als die Welt&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Georg Brunold &#8220;Nichts als die Welt &#8211; Reportagen und Augenzeugenberichte aus 2500 Jahren&#8221;, 608 Seiten, 85 €, Galiani Berlin, ISBN: 978-3869710013;</em></p>
<p><em><a href="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2010/01/Galiani_Welt.gif"><img class="alignnone size-full wp-image-5998" title="Galiani_Welt" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2010/01/Galiani_Welt.gif" alt="" width="149" height="198" /></a></em></p>
<p>Seit bald 15 Jahren w&#252;nsche ich mir englische Schuhe aus Pferdeleder, solche, die ein ganzes Leben halten. Bisher konnte ich sie mir nicht leisten. Es gibt auch B&#252;cher f&#252;rs Leben. <em>&#8220;Nichts als die Welt&#8221; </em>ist so eines. Mehr noch, es ist <em>&#8220;ein Eingang zur Welt&#8221;</em>, wie es im Klappentext unter Bezug auf Stefan Zweig hei&#223;t. Mit dem kiloschweren Schm&#246;ker ist dem neuen Berliner Verlag Galiani ein gro&#223;er Wurf gelungen.</p>
<p><span id="more-5995"></span><em>&#8220;Reportagen und Augenzeugenberichte aus 2500 Jahren&#8221;</em> hei&#223;t der Untertitel dieser Sammlung von Texten aus allen Zeiten und aus der ganzen Welt. 154 Autoren hat der in Nairobi lebende Schweizer Reporter Georg Brunold versammelt und sich damit einen Jugendtraum erf&#252;llt. So nennt es der eingefleischte Fan von Egon Erwin Kischs Reportagen in einem Interview.</p>
<p>Obwohl als Reporter auf Aktualit&#228;t getrimmt, setzt Brunold mit diesem Buch, das jeden Cent der 85 Euro wert ist, auf Entschleunigung und verkn&#252;pft anerkannt zeitlose  Texte aus der Antike von Herodot, Platon und anderen mit klassischer Literatur etwa von Heine, Stendhal und Tschechow und modernen Reportagen von Norman Mailer, Thimothy Garton Ash und Hans Magnus Enzensberger.</p>
<p>Ein einzigartiges Buch, das Brunold dank vielf&#228;ltiger Unterst&#252;tzung verwirklichen konnte. Es ist so eine Art Wissenschatz der Welt, in dem sich sogar Texte finden, die es bisher nicht auf Deutsch gab, etwa der Reportage von &#8220;New Yorker&#8221;-Reporterin Janet Flanner &#252;ber &#8220;Hitlers Stimmb&#228;nder&#8221; (1936). Dazu hat Daniel Schwartz, Autor des &#228;hnlich monumentalen <a href="http://www.lesenblog.de/2009/06/01/samarkand/" target="_blank">&#8220;Schnee in Samarkand&#8221;</a> , zw&#246;lf schwarz-wei&#223;e Fotoreportagen gestellt.</p>
<p>Und wer sich &#252;ber so viel Belesenheit wundert, dem hilft Brunold noch mit der 80-seitigen &#8220;Bibliothek des Reporters&#8221; aus. Der einstige Chef der Schweizer Kulturzeitschrift &#8220;DU&#8221; nennt die Zusammenstellung seiner 230 Lieblingsb&#252;cher ganz treffend einen &#8220;Werkzeugkasten&#8221;.</p>
<p>Gottlob, und da ist dieses Buch der Beweis, ist Universalwissen auch in Zeiten des Internets noch von dieser Welt. Wunderbar!</p>
<p>Nur eins bleibt anzumerken, abends im Bett lesen ist nicht.  Gefragt ist die klassische Sitzhaltung und ein stabiler Tisch. Aber das ist wirklich der einzige Haken.</p>
<p>Unbedingt kaufen!</p>
<p>Bewertung: *****</p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Liebeserkl&#228;rung an den Balkon der Welt</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2010/01/02/prinzeninseln/</link>
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		<pubDate>Sat, 02 Jan 2010 03:36:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Reportagen]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>

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		<description><![CDATA[Joachim Sartorius &#8220;Die Prinzeninseln&#8221;, 112 Seiten, 18 €, Mare, ISBN: 978-3866481169; Es ist nur ein schmales B&#252;chlein, aber es weckt mehr Gef&#252;hle als mancher gro&#223;e Roman: Der in Berlin lebende Lyriker Joachim Sartorius hat eine Liebeserkl&#228;rung an die Prinzeninseln, jene Istanbul vorgelagerten Inseln, auf denen von jeher die reichen und m&#228;chtigen der Metropole ihren Sommersitz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Joachim Sartorius &#8220;Die Prinzeninseln&#8221;, 112 Seiten, 18 €, Mare, ISBN: 978-3866481169;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4411" title="prinzeninseln" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/08/prinzeninseln-92x150.gif" alt="prinzeninseln" width="92" height="150" /></em></p>
<p>Es ist nur ein schmales B&#252;chlein, aber es weckt mehr Gef&#252;hle als mancher gro&#223;e Roman: Der in Berlin lebende Lyriker Joachim Sartorius hat eine Liebeserkl&#228;rung an die Prinzeninseln, jene Istanbul vorgelagerten Inseln, auf denen von jeher die reichen und m&#228;chtigen der Metropole ihren Sommersitz haben.</p>
<p><span id="more-4410"></span></p>
<p>Kizil Adalar hei&#223;en die Prinzelinseln auf t&#252;rkisch, aber B&#252;y&#252;k Ada (die gr&#246;&#223;te), Heybeli Ada und Burgaz Ada &#8211; um nur die drei gr&#246;&#223;ten zu nennen &#8211; haben auch griechische Namen: Prinkipo, Halki und Antigoni.</p>
<p>Und das kommt nicht von ungef&#228;hr: Denn die Inseln widerspiegeln seit 2000 Jahren die ungeheuer vielf&#228;ltige Geschichte von Istanbul alias Byzanz alias Konstantinopel. Heute ist sie allerdings tats&#228;chlich nur noch einen Katzensprung von der Metropole entfernt.</p>
<p>Eine Stunde dauert die Fahrt von der Anlegestelle unterhalb des Topkapi auf die der asiatischen Seite vorgelagerten Inseln. Allerlei Volk ist auf den Booten unterwegs, wie es Sartorius beschreibt. Fast geht es zu wie in einem Vorortbus. Das war fr&#252;her noch anders, als es einen halben Tag dauerte, mit dem Ruderboot &#252;bergesetzt zu werden.</p>
<p>Nur ein paar Tage war ich k&#252;rzlich in Istanbul, zu kurz f&#252;r einen Besuch auf den Prinzeninseln. Meine t&#252;rkischen Begleiter aber erz&#228;hlten immer wieder voller Ehrfurcht von den Inseln. Jetzt wei&#223; ich warum. Geradezu verliebt erz&#228;hlt Sartorius von den Menschen auf den Inseln, von den pr&#228;chtigen Sommervillen und deren in den letzten 150 Jahren immer wieder wehselnden Besitzern.</p>
<p>Nicht als Journalist, auch nicht als Reiseschriftsteller, sondern am ehesten noch als pr&#228;zise beobachtender Tourist, dessen eigentliche Heimat ganz woanders ist, erz&#228;hlt der ehemalige Diplomat von seinem Besuch auf der Insel und von t&#252;rkischer Lebenslust und vom griechisch-orthodoxen Verm&#228;chtnis, etwa dem Kloster Hagia Triada auf Heybeli:</p>
<p><em>„Der Blick von dort aus erhebt den Geist und verleiht mir Fl&#252;gel. Ich &#252;berblicke die Welt, Wasser und Inseln und Schiffe und St&#228;dte und Menschen und Asien und Europa in einem gewaltigen Panorama, Stille und weite zerrei&#223;en die Augen. Hier ist wirklich der Balkon der Welt.&#8221;</em></p>
<p>Bis heute sind auf den Inseln ausschlie&#223;lich Pferdedroschken und Fahrr&#228;der erlaubt. Auch das erh&#228;lt ihnen ihnen ihren fast zeitlosen Charme. Und die Kneipe, in der sich der Autor mit den (hoch gebildeten) Istanbuler Sommerfrischlern &#8211; zum Essen, zum (Raki-) Trinken und zum Philosophieren &#252;ber die Welt- repr&#228;sentiert t&#252;rkische Lebensart.</p>
<p>Joachim Sartorius, der sich aus seiner Diplomatenzeit in Ankara noch Bruchst&#252;cke der t&#252;rkischen Sprache erhalten hat, ist ein poetisches Buch gelungen, das Lust macht. Oder, wie es Nobelpreistr&#228;ger Orhan Pamuk schreibt:</p>
<p><em>&#8220;F&#252;r mich, der ich viele Sommer auf den Prinzeninseln verbrachte, ist dieses Buch der hinrei&#223;ende Bericht von der Bet&#246;rung eines Dichters durch die Landschaft, das Licht und die Menschen dieser Inselwelt.&#8221;</em></p>
<p>Beim n&#228;chsten Mal in Istanbul wird genug Zeit sein f&#252;r die Prinzeninseln, ganz gewiss.</p>
<p>Bewertung: *****</p>
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		<title>Wahres Reisen findet im  Kopf statt</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2009/10/31/atlas_inseln/</link>
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		<pubDate>Sat, 31 Oct 2009 03:02:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Lieblingsbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
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		<description><![CDATA[Judith Schalansky &#8220;Atlas der abgelegenen Inseln&#8221;, 144 Seiten, 34 €, Mare, ISBN: 978-3866481176; Diese Buch faszinierte mich schon, bevor ich es in H&#228;nden hielt: Ein Atlas mit 50 Inseln, die alle eins gemein haben: Sie sind weit weg von jeglicher Zivilisation. Was f&#252;r eine grandiose Idee &#8211; und noch dazu wundersch&#246;n editiert. Ein Buch f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Judith Schalansky &#8220;Atlas der abgelegenen Inseln&#8221;, 144 Seiten, 34 €, Mare, ISBN: 978-3866481176;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4781" title="Atlas_Inseln" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/09/Atlas_Inseln-103x150.gif" alt="Atlas_Inseln" width="103" height="150" /></em></p>
<p>Diese Buch faszinierte mich schon, bevor ich es in H&#228;nden hielt: Ein Atlas mit 50 Inseln, die alle eins gemein haben: Sie sind weit weg von jeglicher Zivilisation. Was f&#252;r eine grandiose Idee &#8211; und noch dazu wundersch&#246;n editiert. Ein Buch f&#252;r Weltenbummler und &#196;stheten.</p>
<p><span id="more-4780"></span>Schon mal geh&#246;rt von der Insel namens &#8220;Einsamkeit&#8221;? Nein? Das wundert nicht, sie liegt im Nordpolarmeer, jenseits von Sibirien. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei minus 16 Grad, und nat&#252;rlich lebt dort niemand. Aber immerhin bis 1996 war die &#8220;Zur&#252;ckgezogenheitsinsel&#8221;, wie die w&#246;rtliche &#220;bersetzung hei&#223;t, Armee-St&#252;tzpunkt. Der Kalte Krieg war so.</p>
<p>St. Helena, mitten im Atlantik, auf halbem Weg zwischen Afrika und S&#252;damerika, stand wenigstens einmal im politischen Focus. Schlie&#223;lich verbrachte Napoleon hier die letzten sechs Lebensjahre, in der Verbannung.</p>
<p>Oder blicken wir auf die zu Chile geh&#246;rende Pazifikinsel Robinsón Crusoe. Immerhin 633 Menschen leben heute auf dem entlegenen Eiland. Dass Crusoe, der ber&#252;hmteste Schiffbr&#252;chige der Welt, auch jemals hier war, ist wohl nur eine Legende. Ganz egal.</p>
<p>Im Untertitel schreibt die von 29 Jahren in Greifswald geborene Judith Schalansky von &#8220;F&#252;nfzig Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde&#8221;. Wohl richtig, aber f&#252;r echtes Reisen braucht man keine Billigflieger und keine Kreuzfahrtschiffe.</p>
<p>Wahres Reisen findet im Kopf und mit einem Globus statt. Schalansky, in Greifwald aufgewachsen, auf der &#8220;Insel&#8221; DDR beweist dies eindrucksvoll. Ich liebe dieses Buch.</p>
<p>Bewertung: *****</p>
<p><em><br />
</em></p>
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		<title>Das Spiel mit der &#246;ffentlichen Emp&#246;rung</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2009/07/29/skandal/</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Jul 2009 04:08:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Reportagen]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Jens Bergmann/Bernhard P&#246;rksen (Hrsg.) &#8220;Skandal&#8221;, 352 Seiten, 18 €, Herbert von Halem, ISBN: 978-3938258477; Skandal, das ist der Ausruf der B&#252;rgerlichkeit. Die Medien feiern den t&#228;glichen Skandal. Die Leser/Zuschauer/H&#246;rer/User freuen sich, dass schon wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Und jedes Jahr werden es mehr, weil nur noch die Emp&#246;rung wirklich zieht. Es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Jens Bergmann/Bernhard P&#246;rksen (Hrsg.) &#8220;Skandal&#8221;, 352 Seiten, 18 €, Herbert von Halem, ISBN: 978-3938258477; </em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2921" title="skandal" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/02/skandal-92x150.gif" alt="skandal" width="92" height="150" /></em></p>
<p>Skandal, das ist der Ausruf der B&#252;rgerlichkeit. Die Medien feiern den t&#228;glichen Skandal. Die Leser/Zuschauer/H&#246;rer/User freuen sich, dass schon wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Und jedes Jahr werden es mehr, weil nur noch die Emp&#246;rung wirklich zieht.</p>
<p><span id="more-2920"></span></p>
<p>Es ist ein Spiel, das die Medien spielen und auch die M&#228;chtigen und Prominenten. Schadet ein Skandal oder steigert er den Marktwert des Betreffenden? Mehr als zwei Dutzend Studierende der Universit&#228;t Hamburg, allesamt angehende Journalisten, fragten nach, was einen Skandal zum Skandal macht und unterhielten sich mit Medienleuten, Politikern, Wirtschaftsbossen, Schauspielern &#252;ber &#8220;Die Macht der &#246;ffentlichen Emp&#246;rung&#8221; (Untertitel).</p>
<p>Die Antworten, die sie bekamen (oder auch nicht) sind so spannend und vielseitig wie die Befragten: Ob Ex-Minister Joschka Fischer oder Entf&#252;hrungsopfer Natascha Kampusch, F&#228;lscher Tom Kummer oder Aufdecker Hans Leyendecker, Dopings&#252;nder Patrik Sinkewitz oder Udo R&#246;bel, der vor 20 Jahren zu den Geiselnehmern von Gladbeck um der guten Story willen ins Auto stieg, jeder so genannte Skandal hat Folgen. Und auch wenn viele Skandale provoziert werden, die Folgen sind letztlich unabsehbar.</p>
<p>Diese Ph&#228;nomenologie heutiger Medienwirklichkeit ist nicht nur ein Buch f&#252;r Fachleute, sie hilft auch ein St&#252;ck weit unsere Medienwirklichkeit besser zu verstehen und wie wir alle Mitwirkende in diesem gro&#223;en Spiel sind. Die Initiatoren dieses Experiments Jens Bergmann und Bernhard P&#246;rksen haben beispielhaft hinter die Kulissen geschaut oder schauen lassen.</p>
<p>Bewertung: ****</p>
<p><em><br />
</em></p>
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		<title>Lebensader f&#252;r Menschen und Kulturen</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2009/07/19/themse/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Jul 2009 03:56:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Reportagen]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Peter Ackroyd &#8220;Die Themse &#8211; Biographie eines Flusses&#8221;, 576 Seiten, 39,95 €, Knaus, ISBN: 978-3813503166; Mit Lebensadern werden Fl&#252;sse nur allzu gerne verglichen. Sie sind wie Blutbahnen. Nicht ohne Grund lagen und liegen die Metropolen an Fl&#252;ssen: Paris, Berlin, New York und nat&#252;rlich mein M&#252;nchen. Und London liegt an der Themse. Diesem mit 346 Kilmeter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Peter Ackroyd &#8220;Die Themse &#8211; Biographie eines Flusses&#8221;, 576 Seiten, 39,95 €, Knaus, ISBN: 978-3813503166;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-3731" title="themse" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/06/themse-101x150.gif" alt="themse" width="103" height="159" /></em></p>
<p>Mit Lebensadern werden Fl&#252;sse nur allzu gerne verglichen. Sie sind wie Blutbahnen. Nicht ohne Grund lagen und liegen die Metropolen an Fl&#252;ssen: Paris, Berlin, New York und nat&#252;rlich mein M&#252;nchen. Und London liegt an der Themse. Diesem mit 346 Kilmeter L&#228;nge nicht eben bedeutendem Fluss hat der Londoner Schriftsteller Peter Ackroyd ein beeindruckendes Werk gewidmet.</p>
<p><span id="more-3730"></span></p>
<p>Ohne Themse kein London, ohne Themse kein britisches Empire. seit 4000 Jahren leben Menschen an dem tr&#228;ge dahinflie&#223;enden Strom, befahren von allerlei Fahrzeugen, kleinen Ruderbooten ebenso wie riesigen Kreuzfahrtschiffen, die r&#252;ckw&#228;rts bis London gleiten.</p>
<p>Peter Ackroyd, so etwas wie der Prototyp des britischen Privatgelehrten, hat den Fluss in allen Facetten erkundet und auf fast 600 Seiten beschrieben: <em>&#8220;Wir tragen die Assoziationen, die sich in der Vergangenheit mit dem Fluss verkn&#252;pften, weiter in uns, und wenn wir sie nicht kennen, verstehen wir nicht die besondere Art seiner Pr&#228;senz in der modernen Welt.&#8221;</em> Richard v. Weizs&#228;cker nannte dies einst &#8220;von der Geschichte lernen&#8221;.</p>
<p>&#8220;Biographie eines Flusses&#8221; hat Ackroyd sein j&#252;ngstes Werk genannt. Es ist Sachbuch und Roman in einem, vor allem ist es fulminant erz&#228;hlt &#8211; ob es nun um historische Beziehungen gibt, die Themse als &#8220;Vater&#8221;, als Wirtschaftsfaktor oder als Kunstobjekt.</p>
<p>Ackroyd  spricht von der Themse voller Respekt und Hochachtung, sie ist kein Subjekt, sondern Handelnde. Und das &#228;u&#223;ert sich in einer poetischen Sprache, voller Tr&#228;ume. Der Autor l&#228;sst uns <em>&#8220;goldene Tore&#8221;</em> durchfahren und zeigt uns sogar den Ort, an dem sich einst das sprichw&#246;rtliche &#8220;Old England&#8221;  befand.</p>
<p>Bewertung: *****</p>
<p><em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die zwei Seiten einer Medaille</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2009/06/25/acevit/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Jun 2009 04:23:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Reportagen]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>

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		<description><![CDATA[Ayseg&#252;l Acevit &#8220;Zu Hause in Almanya&#8221;, 196 Seiten, 17,90 €, Campus, ISBN: 978-3593386997; Das Bild, das meine Tochter von Ausl&#228;ndern hat, bek&#252;mmert mich: Wann immer sie abends in M&#252;nchen unterwegs ist und von jungen M&#228;nnern angemacht oder bedroht wird, sind es nur &#8220;die T&#252;rken&#8221;. Schlimm? Schlimm! Jetzt habe ich mit ihr einen Deal geschlossen: Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ayseg&#252;l Acevit &#8220;Zu Hause in Almanya&#8221;, 196 Seiten, 17,90 €, Campus, ISBN: 978-3593386997; </em></p>
<p><a href="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/11/almanya.gif"><img class="alignnone size-medium wp-image-2198" title="almanya" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/11/almanya-191x300.gif" alt="" width="81" height="128" /></a></p>
<p>Das Bild, das meine Tochter von Ausl&#228;ndern hat, bek&#252;mmert mich: Wann immer sie abends in M&#252;nchen unterwegs ist und von jungen M&#228;nnern angemacht oder bedroht wird, sind es nur &#8220;die T&#252;rken&#8221;. Schlimm? Schlimm! Jetzt habe ich mit ihr einen Deal geschlossen: Ich korrigiere ihre Studienarbeiten, und sie liest dieses Buch. Sie ist einverstanden. Es besteht wieder Hoffnung!</p>
<p><span id="more-2197"></span></p>
<p>&#8220;Zu Hause in Almanya&#8221; ist endlich mal ein gekonnter Beitrag zur Integration (was f&#252;r ein bescheuerter Begriff). Es ist leichtf&#252;&#223;ig, lesenswert, am&#252;sant und vor allem: Es kommt ohne erhobenen Zeigefinger aus. T&#252;rken und Deutsche sind nur zwei Seiten einer Medaille, sie leben gemeinsam in einem Land, die einen als Mehrheit, die anderen als Minderheit.</p>
<p>Das ist nat&#252;rlich nur die Theorie. Tats&#228;chlich ist die Wohnungssuche f&#252;r Deutscht&#252;rken meist dann beendet, wenn der Vermieter den Namen der Interessentin h&#246;rt. Die t&#252;rkischst&#228;mmige &#196;rztin muss sich von ihren Patienten bei der ersten Begegnung als Sprechstundenhilfe ansprechen lassen.</p>
<p>T&#252;rken haben&#8217;s schwer in Deutschland, ganz gleich, ob sie die Sprache beherrschen, Abitur haben oder mit Kopftuch und in bunte T&#252;cher gekleidet unterwegs sind. Sie sind immer die Au&#223;enseiter. Kein Wunder, wenn sie sich immer wieder so benehmen (siehe meine Tochter) und keine Veranlassung sehen, &#8220;richtig&#8221; deutsch zu lernen.</p>
<p>Die Journalistin Ayseg&#252;l Acevit, die im Ruhrgebiet aufwuchs und heute f&#252;r den WDR arbeitet, aber immer wohlwohlend in die Herzen ihrer deutschen Mitb&#252;rger, und sie spricht immer von &#8220;uns&#8221;. Gut so! Sie hadert aber mit jenen eingewanderten T&#252;rken, die mit dem Herzen noch in der Heimat sind und sich auf ihr neues Zuhause nicht einlassen wollen.</p>
<p>Der Schlussabschnitt, ein Einblick in die t&#252;rkische Geschichte und die jahrhundertealten Ressentiments gegen die Osmanen, ist nicht n&#246;tig, aber sicher hilfreich zum gegenseitigen Verst&#228;ndnis.</p>
<p>Ein leichtf&#252;&#223;iger Einblick in die Lebenswelt der T&#252;rken in Deutschland, der deutschen T&#252;rken, der Deutscht&#252;rken in der T&#252;rkei und nicht zuletzt der Deutschen &#252;berhaupt. Ich bin gespannt darauf, was meine Tochter sagt.</p>
<p>Empfehlenswert dazu ist auch der Film &#8220;Import-Export&#8221; von Eren &#214;ns&#246;z.</p>
<p>Bewertung: *****</p>
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		<title>Und der Geist siegt am Ende doch</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 04:18:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Hans-J&#252;rgen Jakobs &#8220;Geist oder Geld &#8211; Der gro&#223;e Ausverkauf der freien Meinung&#8221;, 240 Seiten, 18 €, Pendo, ISBN: 978-3866121584; Der Qualit&#228;ts-Journalismus ist auf den Hund gekommen, in Deutschland und weltweit. Geld regiert die Welt der Medien. Die Gier hat auch die Nachrichten-Branche erfasst: Es geht um die Jagd nach Rendite, nicht um die nach exklusiven [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Hans-J&#252;rgen Jakobs &#8220;Geist oder Geld &#8211; Der gro&#223;e Ausverkauf der freien Meinung&#8221;, 240 Seiten, 18 €, Pendo, ISBN: 978-3866121584;</em></p>
<p><a href="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/11/jakobs.gif"><img class="alignnone size-medium wp-image-2219" title="jakobs" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/11/jakobs-186x300.gif" alt="" width="82" height="132" /></a></p>
<p>Der Qualit&#228;ts-Journalismus ist auf den Hund gekommen, in Deutschland und weltweit. Geld regiert die Welt der Medien. Die Gier hat auch die Nachrichten-Branche erfasst: Es geht um die Jagd nach Rendite, nicht um die nach exklusiven Informationen. Die Konsequenzen tragen die Leser/Seher/Nutzer (B&#252;rger) &#8211; und die Demokratie.</p>
<p><span id="more-2218"></span></p>
<p>Hans-J&#252;rgen Jakobs geh&#246;rt zu den Alpha-Journalisten in Deutschland. Der studierte Volkswirt war Wirtschaftsredakteur, Spiegel-Reporter, Chef der Medienseite der SZ und leitet heute Sueddeutsche-Online. Er wei&#223; also, wovon er spricht, wenn er den &#8220;gro&#223;en Ausverkauf der freien Meinung&#8221; beklagt.</p>
<p>Beim Privatfernsehen sind die Experimentierfreude, die Innovation und das Qualit&#228;tsstreben der Anfangsjahre l&#228;ngst verschwunden. Von wegen &#8220;Verlegerfernsehen&#8221;, SAT 1 ist l&#228;ngst in die Arme von Heuschrecken gefallen. Und da z&#228;hlt nur noch die Renditesteigerung &#8211; Gier!</p>
<p>Die Zeitungsbranche steht in den USA kurz vor dem kollektiven Ruin. Die meisten gro&#223;en Medienh&#228;user sind in H&#228;nden branchenfremder Investoren. Deren Motiv: Rendite! Aber auch die anderen leiden unter Leserverlust und Anzeigenschwund. Die Renditen fallen auf normale Margen, zehn Prozent und weniger. Die erfolgsverw&#246;hnte Branche kollabiert.</p>
<p>Ganz so ist es in Deutschland nicht, aber die Trends sind unverkennbar. Die Manager an der Spitze der Medienh&#228;user sparen an den Redaktionen. Sie sparen an der Qualit&#228;t und sparen sich f&#246;rmlich zu Tode. Denn im Wettbewerb mit den neuen (Internet-)Medien k&#246;nnen die traditionellen Massenmedien nur &#252;berleben, wenn sie Qualit&#228;t anbieten &#8211; mehr als bisher.</p>
<p>In seinem 200-seitigen Parforceritt durch die Situation der Medien l&#228;sst Jakobs nichts aus, argumentiert scharf und kommentiert couragiert. Mit den Medien ist&#8217;s so wie mit dem Klimawandel. Noch ist Zeit das Ruer rumzurei&#223;en, aber es bedarf eines Umdenkens (Mediengeb&#252;hr statt GEZ) kreativer Konzepte (Stiftungsmodelle) und eines baldigen Einstiegs (Qualit&#228;tsdebatte).</p>
<p>Die Zeitung, so Jakobs &#220;berzeugung, wird es auch Ende des 21. Jahrhunderts geben, aber sie wird d&#252;nner, elit&#228;rer und teurer sein. Die digitale Revolution umfasst bei den Nachrichten die schnelle Neuigkeit, f&#252;r Hintergr&#252;ndiges ist nach Meinung des Online-Chefredakteurs das Medium weniger geeignet. Und der Amateurreporter ersetzt niemals den professionellen Journalisten.</p>
<p>Web-Nerds werden sagen: Typisch f&#252;r einen Vertreter der Holzmedien. Sie l&#228;uten schon lange das Totengl&#246;ckchen f&#252;r die Zeitung. Und doch hat Jakobs recht. Aber &#8211; wer sagt das schon? Ich lebe von meiner T&#228;tigkeit als Printjournalist und betreibe Online als Hobby.</p>
<p>F&#252;r Leute, die sich auskennen, bietet Jakobs nichts wirklich Neues. Politikern und politisch Interessierten k&#246;nnte dieses Buch allerdings in vielerlei Hinsicht die Augen &#246;ffnen.</p>
<p>Bewertung: *****</p>
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		<title>In Samarkand treffen sich Zeiten und Wege</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Jun 2009 04:23:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lieblingsbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Reportagen]]></category>

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		<description><![CDATA[Daniel Schwartz &#8220;Schnee in Samarkand&#8221;, 988 Seiten, 49,95 €, Eichborn, ISBN: 978-3821858319; Dieses Buch sollte man nicht lesen wie ein normales Buch. Es ist einfach nicht normal. Der Untertitel &#8220;Reisebericht aus 3000 Jahren&#8221;, nun ja, er charakterisiert diesen opulenten 1000-Seiten-W&#228;lzer wohl am besten. &#8220;Schnee in Samarkand&#8221; ist allerdings eine neue Dimension. Samarkand und der Pamir, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Daniel Schwartz &#8220;Schnee in Samarkand&#8221;, 988 Seiten, 49,95 €, Eichborn, ISBN: 978-3821858319; </em></p>
<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2756" title="samarkand" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/02/samarkand-101x150.gif" alt="samarkand" width="101" height="150" /></p>
<p>Dieses Buch sollte man nicht lesen wie ein normales Buch. Es ist einfach nicht normal. Der Untertitel &#8220;Reisebericht aus 3000 Jahren&#8221;, nun ja, er charakterisiert diesen opulenten 1000-Seiten-W&#228;lzer wohl am besten. &#8220;Schnee in Samarkand&#8221; ist allerdings eine neue Dimension.</p>
<p><span id="more-2755"></span>Samarkand und der Pamir, Kirgistan und Tadschikistan, die Seidenstra&#223;e und die Chinesische Mauer, Alexander der Gro&#223;e und die Taliban, der ferne Osten steckt seit Jahrtausenden voller Geheimnisse. Und der Schweizer Fotograf und Journalist Daniel Schwartz (54) kennt sie fast alle.</p>
<p>Er war der erste Ausl&#228;nder, der 1987/88 die Chinesische Mauer in ihrer ganzen L&#228;nge erwanderte. Seither ist er der gleichen Faszination erlegen, wie viele hundert Jahre vor ihm Entdecker wie Marco Polo. &#8220;Schnee in Samarkand&#8221; ist allerdings nicht nur der Bericht &#252;ber seine eigenen Reisen. Schwartz hat Literatur aus 3000 Jahren dazugepackt &#8211; Unbekanntes und Bekanntes.</p>
<p>Von Herodot bis Humboldt, von Robert Byron bis Ibn Khaldun. Wo heute abenteuerliche  Sandpisten und moderne Glasfaserkabel die Gesellschaften miteinander verbinden, wanderten und bekriegten sich Seleukiden, Kushan, Sassaniden, Uiguren und Sogdier, Samaniden und Ghaznawiden.</p>
<p>Diese Detailf&#252;lle &#252;berfordert bisweilen, vor allem jene Leser, die sich in Mittelasien nicht auskennen. Es liefert aber viele unbekannte Einblicke und ganz neue Pespektiven &#8211; Wissen &#252;ber eine Region, die uns aufgrund ihrer kulturellen Traditionen gepr&#228;gt hat und der nicht zuletzt wegen ihrer Ressourcen die Zukunft geh&#246;rt. In diesem Buch wird &#8220;Weltgeschichte&#8221; beschrieben.</p>
<p>&#8220;Schnee in Samarkand&#8221; ist ein wahrhaft epochales Werk, eine altmodisch anmutende Enzyklop&#228;die, deren haptischer Faszination man sich trotz der Dominanz des Internets nicht entziehen kann. Ich werde noch in Jahren immer wieder in diesem Buch schm&#246;kern und dabei Neues entdecken. Grandios!</p>
<p>Bewertung: *****</p>
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		<title>Die Verlorenheit hinter der S&#252;nde</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Apr 2009 04:53:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildband]]></category>
		<category><![CDATA[Reportagen]]></category>

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		<description><![CDATA[Rainer Wieland/Petra M&#252;ller (Hrsg.) &#8220;Frauen sch&#246;n und stark&#8221;, 128 Seiten, 19,95 €, Knesebeck, ISBN: 978-3868730319; Eine ausgezeichnete Idee: Bilder von Frauen durch Frauen erkl&#228;ren zu lassen. Malerei und Literatur in einem. 56 Frauen von heute interpretieren zumeist auf eine ganz pers&#246;nliche Art Bilder von Frauen &#8211; die, und das ist die Pikanterie, fast immer von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Rainer Wieland/Petra M&#252;ller (Hrsg.) &#8220;Frauen sch&#246;n und stark&#8221;, 128 Seiten, 19,95 €, Knesebeck, ISBN: 978-3868730319; </em></p>
<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2935" title="cfrauenstark" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/02/cfrauenstark-112x150.gif" alt="cfrauenstark" width="112" height="150" /></p>
<p>Eine ausgezeichnete Idee: Bilder von Frauen durch Frauen erkl&#228;ren zu lassen. Malerei und Literatur in einem. 56 Frauen von heute interpretieren zumeist auf eine ganz pers&#246;nliche Art Bilder von Frauen &#8211; die, und das ist die Pikanterie, fast immer von M&#228;nnern  gemalt wurden.</p>
<p><span id="more-2934"></span>Aufschlussreich ist schon die Wahl der Bilder. Schriftstellerin Amelie Fried hat sich Vereers &#8220;M&#228;dchen mit dem Perlenohrring vorgenommen, Friede Springer &#8220;Die S&#252;nde von Edvard Munch und die Theologin Uta Ranke Heinemann die &#8220;Unbefleckte Empf&#228;ngnis&#8221; von B. E. Murillo.</p>
<p><em>&#8220;Murillo hat ihr endg&#252;ltiges, ihr am Ende g&#252;ltiges Bild gemalt. &#8230; Zweifelsohne hat sich Maria, wie alle M&#252;tter dieser Erde, gegen die T&#246;tung ihres Sohnes aufgelehnt. Und wenn sie gekonnt h&#228;tte, h&#228;tte sie seine Kreuzigung verhindert.&#8221;</em> Papst Johannes Paul II. hatte das Gegenteil behauptet.</p>
<p>Friede Springer wiederum sieht <em>&#8220;die Verlorenheit hinter der S&#252;nde&#8221; </em>und kann sich von dem Blick der von den Norweger portr&#228;tierten jungen Frau <em>&#8220;kaum l&#246;sen&#8221;. </em>56 Frauenportr&#228;ts von Frauenportr&#228;tiert, 56 Mal ein anderer Blick auf die Welt und unsere Gesellschaft.</p>
<p>Dass &#8220;Mona Lisa&#8221;-Moderatorin Maria von Welser die Mona Lisa bespricht, versteht sich von selbst. <em>&#8220;W&#228;rme, Offenheit, Vertrautheit&#8221;</em> strahle dieses Gesicht aus, so die Fernsehmoderatorin, auch wenn sie sich nicht schl&#252;ssig ist, ob eine Frau dargestellt ist oder doch ein J&#252;ngling.</p>
<p>Trefflicher und authentischer l&#228;sst sich Kunst kaum erkl&#228;ren.</p>
<p>Bewertung: ****</p>
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		<title>Deutschland ist sch&#246;n</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2009/04/05/launer_dtl/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Apr 2009 04:56:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildband]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Reportagen]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerhard Launer &#8220;&#220;ber Deutschland&#8221;, 157 Seiten, 39,95 €, Knesebeck, ISBN: 978-3868730234; So sch&#246;n ist Deutschland. Rund 200.000 Luftbilder hat Gerhard Launer in seinem Archiv. F&#252;r diesen Bildband hat er mehr als 100 der sch&#246;nsten Fotos genommen und sie mit Texten ber&#252;hmter Schriftsteller kombiniert. Ein treffliches Buch zum 60. der Staatsgr&#252;ndung. &#8220;Diese Entdeckung tat mir unendlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Gerhard Launer &#8220;&#220;ber Deutschland&#8221;, 157 Seiten, 39,95 €, Knesebeck, ISBN: 978-3868730234; </em></p>
<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2930" title="claunerdeutschland" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/02/claunerdeutschland-150x127.gif" alt="claunerdeutschland" width="162" height="138" /></p>
<p>So sch&#246;n ist Deutschland. Rund 200.000 Luftbilder hat Gerhard Launer in seinem Archiv. F&#252;r diesen Bildband hat er mehr als 100 der sch&#246;nsten Fotos genommen und sie mit Texten ber&#252;hmter Schriftsteller kombiniert. Ein treffliches Buch zum 60. der Staatsgr&#252;ndung.</p>
<p><span id="more-2928"></span></p>
<p><em>&#8220;Diese Entdeckung tat mir unendlich wohl&#8221;, </em>schrieb Hermann Hesse 1928, als er das erste Mal Deutschland von oben sah. Nun wohltuend ist nicht alles, was Launer zeigt.</p>
<p>Er hat Wohnblocks fotografiert, die H&#252;hnerst&#228;llen &#228;hneln, er zeigt die negativen Seiten der Industrialisierung, Asphaltw&#252;sten, aber eben auch die Sch&#246;nheit und Variabilit&#228;t der Landschaften: Vom Kaiserstuhl in Baden mit seinen Weinbergen, das Wattenmeer und die Inseln vor Friesland.</p>
<p>Gerhard Launer, Jahrgang 1949, wollte urspr&#252;nglich Musiker werden. Ein Unfall kam ihm dazwischen, er wurde Pilot und kombinierte in bis heute einzigartiger Weise das Fliegen und die Fotografie. Mit zwei eigenen Flugzeugen und Spezialkameras hat er in 30 Jahren ganz Deutschland  abgelichtet.</p>
<p>Und auch die Texte zu den Bildern dokumentieren Vielfalt: VonFriedrich Nietzsche bis Jan Weiler, von Uwe Tellkamp bis Alfred D&#246;blin.</p>
<p>Ein sch&#246;nes Buch zum Verschenken, nicht nur f&#252;r jene, die einen &#220;berblick haben wollen, sondern auch f&#252;r solche, die Einblick w&#252;nschen.</p>
<p>Bewertung: ****</p>
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