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	<title>Lauter Lesenswertes &#187; Krimi</title>
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	<description>Neue und nicht mehr ganz neue Bücher</description>
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		<title>Auch in Tibet wird gemordet</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Feb 2010 03:17:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Eliot Pattison &#8220;Der tibetische Verr&#228;ter&#8221;, 440 Seiten, 19,95 €, R&#252;tten &#38; Loening, ISBN: 978-3352007651; Ausgerechnet Tibet. Das buddhistische Land am Dach der Welt hat sich bisher als Verbrechenstatort nicht besonders hervorgetan. Wenn allerdings ein amerikanischer Autor &#252;ber einen ehemaligen chinesischen Polizisten schreibt, der sich nach seinem Rausschmiss illegal in Tibet als Bergf&#252;hrer verdingt und auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Eliot Pattison &#8220;Der tibetische Verr&#228;ter&#8221;, 440 Seiten, 19,95 €, R&#252;tten &amp; Loening, ISBN: 978-3352007651;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4466" title="Pattison" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/08/Pattison-90x150.gif" alt="Pattison" width="90" height="150" /></em></p>
<p>Ausgerechnet Tibet. Das buddhistische Land am Dach der Welt hat sich bisher als Verbrechenstatort nicht besonders hervorgetan. Wenn allerdings ein amerikanischer Autor &#252;ber einen ehemaligen chinesischen Polizisten schreibt, der sich nach seinem Rausschmiss illegal in Tibet als Bergf&#252;hrer verdingt und auf einen Doppelmord st&#246;&#223;t, dann klingt das durchaus verhei&#223;ungsvoll, oder?</p>
<p><span id="more-4465"></span></p>
<p>Pattison, 58, ein Rechtsanwalt, Journalist und Autor aus Pennsylvania, ist oft in China unterwegs gewesen. Er kennt also das Land und die Verh&#228;ltnisse dort und hat inzwischen schon sechs Romane &#252;ber den in Tibet untergetauchten Ex-Inspektor Shan Tao Yun geschrieben.</p>
<p>Und eigentlich ist die umstrittenen chinesische Provinz ein gelungener Tatort. Es geht um ein politisches Komplott, um korrupte Parteifunktion&#228;re, um die Zerst&#246;rung der urspr&#252;nglichen Kultur und um eine Ministerin mit Dreck am Stecken.</p>
<p>Denn eine der beiden Toten war eine einflussreiche chinesische Politikerin. Und ihr angeblicher M&#246;rder, Oberst Tan, ist der einzige, der unserem Helden Shan helfen kann, seinen entf&#252;hrten Sohn wiederzufinden.</p>
<p>&#196;u&#223;erst verzwickt ist also dieser exotische Krimi, der aber das bekannte Denkmuster nicht verl&#228;sst dank seiner westlichen Herkunft. Und neben der Mordaufkl&#228;rung gibt&#8217;s auch viele aufschlussreiche Informationen &#252;ber den Alltag in Tibet und die Konflikte mit den chinesischen Besatzern.</p>
<p>Bewertung: ****<em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wenn der Postmann einmal monatlich klingelt</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2010/01/13/arndt_postmann/</link>
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		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 03:26:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Martin von Arndt &#8220;Der Tod ist ein Postmann mit Hut&#8221;, 200 Seiten, 17,90 €, Kl&#246;pfer &#38; Meyer, ISBN: 978-3940086372; Es hat schon einige zehn Seiten gedauert, bis ich warm wurde mit diesem Roman. Aber dann! &#8220;Ah, look at all the lonely people&#8221;, diese Zeile aus der Beatles &#8220;Eleanor Rigby&#8221; ist dem Buch vorangestellt, und sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Martin von Arndt &#8220;Der Tod ist ein Postmann mit Hut&#8221;, 200 Seiten, 17,90 €, Kl&#246;pfer &amp; Meyer, ISBN: 978-3940086372;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-4688" title="von_Arndt" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/09/von_Arndt-94x150.gif" alt="von_Arndt" width="94" height="150" /></em></p>
<p>Es hat schon einige zehn Seiten gedauert, bis ich warm wurde mit diesem Roman<em>.</em> Aber dann! <em>&#8220;Ah, look at all the lonely people&#8221;</em>, diese Zeile aus der Beatles &#8220;Eleanor Rigby&#8221; ist dem Buch vorangestellt, und sie ist der Schl&#252;ssel zum Verst&#228;ndnis. Einsame Menschen sind das Thema dieser ernsthaft-komischen Geschichte.</p>
<p><span id="more-4687"></span>Julio, 40 Jahre alt, bekommt an jedem ersten Mittwoch im Monat einen Einschreibebrief. Inhalt: Ein leeres Blatt Papier. Und auch das &#220;bergaberitual ist immer das gleiche. Der Postmann l&#228;sst auf seinem Terminal unterschreiben und bekommt dann einen Schnaps. Das einzige, was sich &#228;ndert, ist die Stadt, in der das Einschreiben abgeschickt wurde &#8211; jedes Mal eine andere &#246;sterreichische Provinzstadt.</p>
<p>Julio ist ein Verlierer. Der Deutsche studierte Musik und lebt davon, Hintergrundmusik einzuspielen f&#252;r chinesische Fast-Food-Restaurants. Er lebt in Scheidung, ist orientierungs- und perspektivlos.</p>
<p>Auch der pensionierte Chefinspektor Koloman, ein Nachbar Julios, ist so ein Verlierer. Alleinstehend, korpulent, krank und im Beruf immer wieder an den kniffligsten F&#228;llen gescheitert, soll er Julio helfen, den geheimnisvollen Briefversender zu entlarven.</p>
<p>Die beiden einsamen M&#228;nner finden sich. Koloman muss sterben, das ist von vorneherein klar, aber vorher noch bringt er Julio auf Trab. Die Geschichte ist in Innsbruck angesiedelt, was ihr noch einen zus&#228;tzlichen provinziellen Drive gibt.</p>
<p>Dazu gibt es noch eine Geschichte in der Geschichte, das Vernehmungsprotokoll eines Verbrechens, das Koloman bearbeitet hatte und jetzt Julio zum Lesen gibt. Wieder so eine Verlierergeschichte &#8230;</p>
<p>Ist das Buch mit dem originellen Titel nun ein Krimi? Nein! Was dann? Keine Ahnung, es ist unterhaltsam geschrieben. Manchmal verliert sich der sprachlich inspirierte Schriftsteller aus dem Schw&#228;bischen in der Belanglosigkeit, manchmal gelingen ihm wunderbare Metaphern, die uns seine Anti-Helden auf eine sehr sch&#246;ne, indirekte Weise n&#228;herbringen.</p>
<p>Im Verlauf nimmt der Roman deutlich Fahrt auf, macht neugierig und &#252;berrascht. Ich freue mich schon auf Martin von Arndts n&#228;chstes Werk.</p>
<p>Bewertung: ****</p>
<p><em><br />
</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Zwiesp&#228;ltigkeit des aufbrechenden S&#252;dafrikas</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2010/01/09/galgut_betrueger/</link>
		<comments>http://www.lesenblog.de/2010/01/09/galgut_betrueger/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 03:27:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jonas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[S&#252;dafrika ist ein in vielerlei Sicht erstaunliches Land: Nach Jahrzehnten der Unterdr&#252;ckung ist der einstige Apartheid-Staat trotz vieler Probleme heute der wirtschaftliche Schrittmacher auf dem Kontinent und sogar Austragungsort der Fu&#223;ball-WM. Auf der anderen Seite stehen weltweit rekordverd&#228;chtige Aids- und Kriminalit&#228;tsraten. Literarische Zeugen dieser Gegens&#228;tze sind  Damon Galgut und Malla Nunn. Die Titel: Damon Galgut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>S&#252;dafrika ist ein in vielerlei Sicht erstaunliches Land: Nach Jahrzehnten der Unterdr&#252;ckung ist der einstige Apartheid-Staat trotz vieler Probleme heute der wirtschaftliche Schrittmacher auf dem Kontinent und sogar Austragungsort der Fu&#223;ball-WM. Auf der anderen Seite stehen weltweit rekordverd&#228;chtige Aids- und Kriminalit&#228;tsraten. Literarische Zeugen dieser Gegens&#228;tze sind  Damon Galgut und Malla Nunn.</p>
<p><a href="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2010/01/Suedafrika.gif"><img class="alignnone size-medium wp-image-5925" title="Suedafrika" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2010/01/Suedafrika-300x232.gif" alt="" width="229" height="176" /></a></p>
<p>Die Titel:</p>
<p><em>Damon Galgut &#8220;Der Betr&#252;ger&#8221;;<br />
</em><em>Malla Nunn &#8220;Ein sch&#246;ner Ort zu sterben&#8221;;</em></p>
<p><em><span id="more-3787"></span></em></p>
<p><em>Damon Galgut &#8220;Der Betr&#252;ger&#8221;, 301 Seiten, 19,90 €, Manhattan, ISBN: 978-3442546497;</em></p>
<p><em><img title="damon_galgut" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/06/damon_galgut-95x150.gif" alt="damon_galgut" width="95" height="150" /></em></p>
<p>In der Mitte seines Lebens ist Adam Napier aus Kapstadt am Ende: Er hat keinen Job mehr, kein Haus und will nun, wie in seiner Jugend, Gedichte schreiben. Von seinem Bruder bekommt er ein Haus in der Karoo, einer abgelegenen Gegend an, das dieser einst kaufte, aber nie bewohnte. Doch Adam, kommt nicht auf die F&#252;&#223;e. Er selbst und alles um ihn herum verf&#228;llt.</p>
<p>Seinem Nachbarn Blom, der ihm helfen m&#246;chte, begegnet er mit Verachtung. Bis er eines Tages von Cannings, einem Bekannten aus der Schulzeit angesprochen wird. Zwar kann sich Adam an diesen nicht erinnern, ger&#228;t aber in den Bann des neureichen Farmers und dessen schwarzer Frau.</p>
<p>Cannings Farm Gondwana ist ein gr&#252;nes Paradies in der tristen Halbw&#252;ste. Von hier aus treibt der skrupellose Betr&#252;ger seine Gesch&#228;fte, und Adam rutscht immer tiefer hinein, bis es zur Katastrophe f&#252;r alle Beteiligten kommt &#8230;</p>
<p>Damon Galgut, Jahrgang 1963, schildert aus der Innenperspektive die gesamte Zwiesp&#228;ltigkeit Afrikas, einem Land, das sich im Aufbruch befindet, in dem aber Korruption, lange unterdr&#252;ckte Gewalt und Gl&#252;cksrittertum bl&#252;hen. Und doch bleibt immer auch Optimismus und die Hoffnung auf den Sieg des Guten erkennbar</p>
<p>Damon Galgut in einem Interview: &#8220;Seit 14 Jahren als Demokratie versuchen wir, klar zu kommen und nat&#252;rlich gibt es viele Dinge, die falsch laufen. (&#8230;) Aber da ist immer auch das Wissen, dass es noch viel schlimmer sein k&#246;nnte. Wir wurschteln uns so durch, es gibt viele Kompromisse und es ist schwierig, wir befinden uns auf einem holprigen Weg, aber grunds&#228;tzlich ist es eine funktionierende Gesellschaft, eine funktionierende Demokratie und es gibt auch viel, auf das wir stolz sein k&#246;nnen.&#8221;</p>
<p>Bewertung: ****</p>
<p>============</p>
<p><em>Malla Nunn &#8220;Ein sch&#246;ner Ort zu sterben&#8221;, 407 Seiten, 19,95 €, R&#252;tten &amp; Loening, ISBN: 978-3352007712;</em></p>
<p><em><a href="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2010/01/Nunn.gif"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-5926" title="Nunn" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2010/01/Nunn-93x150.gif" alt="" width="93" height="150" /></a></em></p>
<p>Malla Nunn, geboren in Swasiland, blickt zur&#252;ck in das alte S&#252;dafrika, in die Zeit, als es Wei&#223;en verboten war, Nicht-Wei&#223;e zu heiraten. Die Schriftstellerin verarbeitet in ihrer R&#252;ckblende auf die Situation 1952 auch Erfahrungen ihrer Eltern.</p>
<p>Die Unsittlichkeitsgesetze betrafen aber nicht nur eine Heirat, sondern es stand grunds&#228;tzlich unter Strafe, dass sich Menschen unterschiedlicher Hautfarbe nahe kamen. Letzte Instanz dar&#252;ber zu wachen war der s&#252;dafrikanische Geheimdienst.</p>
<p>Und mit dem hat es Polizist Emmanuel Cooper aus Johannesburg zu tun, als er wegen einer Mordermittlung in ein  Kaff an der mosambikanischen Grenze zu Mosambik f&#228;hrt. Der &#246;rtliche  Polizeichef schwimmt tot im Fluss. Coopers Ermittlungen erregen Misstrauen, vor allem in der Familie des Ermordeten, die von der Reinheit der Rasse tr&#228;umen.</p>
<p>Der tote Captain aber offenbar nicht. Er hatte sich in eine junge Schwarze verliebt, pornografishce Fotos gemacht und sie sich dann als „Nebenfrau“ geangelt. Je tiefer der ausw&#228;rtige Ermittler in diesen Sumpf eindringt, umso mehr ger&#228;t er selber in Gefahr &#8230;</p>
<p>F&#252;r Malla Nunn ist die Kriminalgeschichte nur die Kulisse f&#252;r ihre Beschreibung der unmenschlichen Apartheids-Gesellschaft. Bilderreich, mit Sinn f&#252;r Details erz&#228;hlt sie ein ungew&#246;hnliche geschichte mit einem ungew&#246;hnlichen Schauplatz.</p>
<p>Wie sagte sinngem&#228;&#223; vor 25 Jahren Richard von Weizs&#228;cker: Wir m&#252;ssen die Geschichte kennen, um die Gegenwart zu verstehen. Malla Nunns Buch ist ein guter Einstieg f&#252;r S&#252;dafrika.</p>
<p>Bewertung: ****</p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>T&#246;dliche Hetzjagd durch die Nacht</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2009/11/26/gay_vorkommnisse/</link>
		<comments>http://www.lesenblog.de/2009/11/26/gay_vorkommnisse/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 03:23:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[William Gay &#8220;Besondere Vorkommnisse&#8221;, 286 Seiten, 19,90 €, Arche, ISBN: 978-3716026052; Was f&#252;r Vorschusslorbeeren (und deshalb werben sie auch auf dem Titel), Stephen King himself hat diesen Krimi geadelt. Rabenschwarz und verst&#246;rend ist dieser Thriller um den nekrophilen Bestattungsunternehmer Fenton Breece. Wir schreiben das Jahr 1951, ein gottverlassenes Nest in Tennessee. Corrie und Kenneth Tyler [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>William Gay &#8220;Besondere Vorkommnisse&#8221;, 286 Seiten, 19,90 €, Arche, ISBN: 978-3716026052;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-3780" title="william_gay" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/06/william_gay-90x150.gif" alt="william_gay" width="90" height="150" /></em></p>
<p>Was f&#252;r Vorschusslorbeeren (und deshalb werben sie auch auf dem Titel), Stephen King himself hat diesen Krimi geadelt. Rabenschwarz und verst&#246;rend ist dieser Thriller um den nekrophilen Bestattungsunternehmer Fenton Breece.</p>
<p><span id="more-3779"></span></p>
<p>Wir schreiben das Jahr 1951, ein gottverlassenes Nest in Tennessee. Corrie und Kenneth Tyler sind entsetzt, als sie feststellen, was Bestatter Breece mit dem Leichnam ihres Vaters angestellt hat. Sie beschlie&#223;en, ihn zu erpressen und verlangen 15.000 Dollar, worauf Breece einen skrupellosen Killer auf sie ansetzt (die einzige Parallele zu McCarthy &#8220;No Country for old Men&#8221;, das Stephen King als Referenz nennt).</p>
<p>Granville Sutter, so hei&#223;t der Killer, kennt keine Gnade, und er nimmt die Verfolgung der Geschwister auf, durch eine Gegend, wie sie gottverlassener und morbider kaum sein k&#246;nnte.</p>
<p>Nichts f&#252;r zartbesaitete Leser, aber ein mitrei&#223;ender Zeitvertreib f&#252;r d&#252;stere Novemberabende.</p>
<p>Bewertung: ****</p>
<p><em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bismarck und Kohl, aber leider viel zu d&#252;nn</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2009/09/10/bismarck/</link>
		<comments>http://www.lesenblog.de/2009/09/10/bismarck/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 03:31:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Stephanie U. Bart &#8220;Goodbye Bismarck&#8221;, 200 Seiten, 17,90 €, Pl&#246;ttner. ISBN: 978-3938442623; Zwei alternde Linke, die noch einmal eine Aktion starten wollen, ein zwischen Pflichtbewusstsein und subversiver Kunst schwankender Amtsleiter sowie ein paar spie&#223;ige Polizisten und sonstige Hamburger B&#252;rger, aus diesen Ingridenzien ist  der Erstling der in Berlin lebenden Autorin SU Bart gestrickt. Die eigentliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Stephanie U. Bart &#8220;Goodbye Bismarck&#8221;, 200 Seiten, 17,90 €, Pl&#246;ttner. ISBN: 978-3938442623;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-3807" title="goodbye_bismarck" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/06/goodbye_bismarck-94x150.gif" alt="goodbye_bismarck" width="94" height="150" /></em></p>
<p>Zwei alternde Linke, die noch einmal eine Aktion starten wollen, ein zwischen Pflichtbewusstsein und subversiver Kunst schwankender Amtsleiter sowie ein paar spie&#223;ige Polizisten und sonstige Hamburger B&#252;rger, aus diesen Ingridenzien ist  der Erstling der in Berlin lebenden Autorin SU Bart gestrickt.</p>
<p><span id="more-3808"></span></p>
<p>Die eigentliche Geschichte passt in eine Polizeimeldung: Am Tag der Deutschen Einheit, am 3. Oktober 1990, wird der Kopf des 35 Meter hohen Bismarck-Denkmals in Hamburg St. Pauli mit einer Karikatur von Helmut Kohl verh&#252;llt &#8211; der eine schuf 1871 die Einheit des Deutschen Reichs, der andere war f&#252;r die Wiedervereinigung 1990 zust&#228;ndig.</p>
<p>Die Entfernung der Verh&#252;llung dauert zehn Tage, aus mehreren Gr&#252;nden: Die Feuerwehrleiter ist zu kurz, die Hubschrauberpiloten &#252;ben sich in Verweigerung, und Spezialisten stehen nicht sofort zur Verf&#252;gung.</p>
<p>Basierend auf einer wahren Begebenheit hat die geborene Esslingerin die 200-Seiten-Geschichte erz&#228;hlt. Spannung will sie f&#252;r die etwas d&#252;nne Geschichte erzeugen, indem sie zwei Handlungsstr&#228;nge konstruiert und mit vielen R&#252;ckblenden arbeitet.</p>
<p>Zwischen den potenziellen &#8220;Attent&#228;tern&#8221; und der staatlichen Seite werden flugs noch ein paar menschliche Beziehungen hergestellt &#8211; die aber f&#252;r die eigentliche Geschichte unwichtig sind. Eine &#252;berraschende Pointe am Schluss gibt dem Roman aber noch so etwas wie eine interessante Wendung.</p>
<p>&#220;ber die Schw&#228;chen des Romans hilft dies nicht hinweg. Die eigentliche Geschichte ist viel zu d&#252;nn und vorhersehbar, um &#252;ber 200 Seiten  Spannung zu erzeugen. Die Charaktere sind  d&#252;nn und gen&#252;gen allen m&#246;glichen Klischees. Viel zu viele Personen werden benannt und anskizziert, obwohl sie f&#252;r die Geschichte keine Rolle spielen. Das verwirrt und bremst den Fluss.</p>
<p>Und wirklich komisch fand ich den Roman auch nicht. Dabei bem&#252;ht sich Bart um Selbstironie f&#252;r ihre Protagonisten. Sie versucht deren widerstreitende Gef&#252;hle darzustellen und nebenbei ganz typisch deutsche Biografien aufzurollen. Dabei hatte ich allerdings das Gef&#252;hl, dass Bart vor dem eigentlichen Schreiben den Lebenslauf jeweils konstruierte und ihn hernach Punkt f&#252;r Punkt abarbeitete.</p>
<p>Aber es ist tats&#228;chlich nicht die &#8211; durchaus ausbauf&#228;hige &#8211; Sprache, an der Bart gescheitert ist, sondern der viel zu banale Plot. Weniger w&#228;re mehr gewesen &#8211; vielleicht eine Kurzgeschichte &#252;ber den verkohlten Bismarck.</p>
<p>Bewertung: **</p>
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		<title>Huuuch, Transen in der T&#252;rkei &#8230;</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2009/07/07/prophetenmorde/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Jul 2009 03:12:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehmet Murat Somer &#8220;Die Prophetenmorde&#8221;, 239 Seiten, 16,90 €, Tropen, ISBN: 978-3608502015; Abseits der Istiklal, der Einkaufsstra&#223;e in Istanbuls Touri-Viertel Beyoglu steppt jede Nacht der B&#228;r: Eine bunte Transvestitenszene ist hier zu Hause und lebt offen ihre Neigungen aus &#8211; etwas was man in der T&#252;rkei nie und nimmer vermuten w&#252;rde. Der Schriftsteller Mehmet Murat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Mehmet Murat Somer &#8220;Die Prophetenmorde&#8221;, 239 Seiten, 16,90 €, Tropen, ISBN: 978-3608502015;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-3592" title="prophetenmorde" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/05/prophetenmorde-101x150.gif" alt="prophetenmorde" width="92" height="137" /></em></p>
<p>Abseits der Istiklal, der Einkaufsstra&#223;e in Istanbuls Touri-Viertel Beyoglu steppt jede Nacht der B&#228;r: Eine bunte Transvestitenszene ist hier zu Hause und lebt offen ihre Neigungen aus &#8211; etwas was man in der T&#252;rkei nie und nimmer vermuten w&#252;rde. Der Schriftsteller Mehmet Murat Somer will den Transen mit seinen Schmunzel-Krimis, den Hop-&#199;iki-Yaya-Thrillern, zu einer Normalit&#228;t verhelfen.</p>
<p><span id="more-3591"></span></p>
<p>Kein europ&#228;isches Land pflegt seine Macho-Traditionen so konsequent wie die T&#252;rkei. Umso absurder dieser Krimi, dert irgendwie doch keiner ist. Denn f&#252;r die meisten  T&#252;rken (es kann nicht sein, was nicht sein darf), ist die dargestellte Szene so unm&#246;glich als w&#252;rde morgen das Raumschiff Enterprise in Istanbul landen.</p>
<p>Stellenweise lesen sich Somers flockige Beschreibungen des Milieus sehr unerhaltsam, dann sind sie in ihrer Banmalit&#228;t wieder kaum ertr&#228;glich. Im Mittelpunkt steht ein namenloser Hobby-Ermittler &#8211; stark, nahkampferfahren, klug und erfolgreich. Nachts f&#252;hrt er einen Transen-Schuppen, tags&#252;ber schreibt er icherheits-Software.</p>
<p>Als die &#252;berschaubare Transvestiten-Szene nach eine Reihe von Morden umsatzsch&#228;digend f&#252;r unseren Helden schrumpft und die Polizei &#8211; wir erinnern uns, weil nicht sein kann &#8230; &#8211; die Aufkl&#228;rung mit geringer Priorit&#228;t vorantreibt,  beginnt er zu ermitteln, wer seine Stammkunden umgebracht hat, die gemein haben, dass sie nach Propheten benannt sind.</p>
<p>Das &#8220;schr&#228;gste Buch der Saison&#8221;, wie der Verlag wirbt, sind die Propheten-Morde sicher nicht, wirklich spannend auch nicht, interessant ganz sicher, zeigen sie doch, wie normal die t&#252;rkische Gesellschaft bei allem S&#228;belrasseln sein kann.</p>
<p>Gelsen haben muss man das Buch deshalb aber sicher nicht.</p>
<p>Bewertung: ***</p>
<p><em><br />
</em></p>
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		<title>Zahlreiche Morde und andere Ungl&#252;cksf&#228;lle</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2009/05/12/atkinson/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 May 2009 05:01:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanna</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Kate Atkinson &#8220;Lebensl&#252;gen&#8221;, 432 Seiten, 18,95 €, Droemer, ISBN: 978-3426198193; Alles ist gut: Drei Menschen und ein Tier in Edinburgh. Joanna Hunter (36), &#196;rztin, ihr Baby Gabriel, die Haushaltshilfe Reggie (16) und Sadie, der Hund. Doch dann bekommt dieses Idyll Risse. Gewalt wird das beherrschende Thema &#8211; und Jackson Brodie &#252;bernimmt die Ermittlungen. Erst ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Kate Atkinson &#8220;Lebensl&#252;gen&#8221;, 432 Seiten, 18,95 €, Droemer, ISBN: 978-3426198193; </em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2699" title="atkinson" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/01/atkinson-99x150.gif" alt="atkinson" width="86" height="131" /></em></p>
<p>Alles ist gut: Drei Menschen und ein Tier in Edinburgh. Joanna Hunter (36), &#196;rztin, ihr Baby Gabriel, die Haushaltshilfe Reggie (16) und Sadie, der Hund. Doch dann bekommt dieses Idyll Risse. Gewalt wird das beherrschende Thema &#8211; und Jackson Brodie &#252;bernimmt die Ermittlungen.</p>
<p><span id="more-2700"></span></p>
<p>Erst ein Zugungl&#252;ck, dann ein Autounfall. Reggie, Waisenkind mit furchtbaren Erlebnissen, wird von Schl&#228;gertypen gejagt, die eigentlich hinter ihrem kriminellen Bruder her sind.Au&#223;erdem verschwindet Joanna mit ihrem Kind. Liegt es daran, dass der M&#246;rder ihrer Familie aus der Haft entlassen wurde?</p>
<p>Und auch Held Jackson Brodie hat gerade keine gute Zeit: Er muss einem Jungen heimlich ein paar Haare herausrei&#223;en, um die DNA f&#252;r einen Vaterschaftstest vergleichen zu lassen. Dummerweise handelt es sich wom&#246;glich um sein Kind. Dass er auch noch ungl&#252;cklich verheiratet ist, das ist f&#252;r Brodie da nicht mehr entscheidend.</p>
<p>&#8220;Lebensl&#252;gen&#8221; ist der dritte Roman der geb&#252;rtigen New Yorkerin mit dem etwas spleenigen Ermittler Brodie &#8211; und es ist nicht der beste. Zwar ist die Autorin brillant darin, kleine Details einzufangen und die Geschichte mit all ihren &#252;berraschenden Wendungen zu erz&#228;hlen, trotzdem bin ich mit dem Buch nicht warm geworden.</p>
<p>Manchmal ist weniger mehr. Ein paar Morde weniger h&#228;tten dieser rasanten Geschichte gut getan.</p>
<p>Bewertung: ***</p>
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		<title>Warum zieht man sich vor dem Erfrieren aus?</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Feb 2009 03:53:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jonas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Judith Kuckart &#8220;Die Verd&#228;chtige&#8221;, 288 Seiten, 19,90 €, Dumont, ISBN: 978-3832180720; „Der Mann, den ich liebe, ist am Sonntag vor zwei Wochen in der Geisterbahn verschwunden.“ Marga Burg, die diese Vermisstenanzeige aufgibt, ist eine Frau voller Geheimnisse. Robert, der Polizeibeamte, der aussieht wie George Clooney, aber gerade von seiner Frau verlassen wurde, ist fasziniert von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Judith Kuckart &#8220;Die Verd&#228;chtige&#8221;, 288 Seiten, 19,90 €, Dumont, ISBN: 978-3832180720; </em></p>
<p><a href="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/10/kuckart.gif"><img class="alignnone size-medium wp-image-1658" title="kuckart" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/10/kuckart-198x300.gif" alt="" width="81" height="123" /></a></p>
<p><em>„Der Mann, den ich liebe, ist am Sonntag vor zwei Wochen in der Geisterbahn verschwunden.“ </em>Marga Burg, die diese Vermisstenanzeige aufgibt, ist eine Frau voller Geheimnisse. Robert, der Polizeibeamte, der aussieht wie George Clooney, aber gerade von seiner Frau verlassen wurde, ist fasziniert von der Zeugin, der Verd&#228;chtigen, was auch immer. Ist dieses Buch nun Kriminalroman oder Liebesgeschichte &#8211; oder doch beides?</p>
<p><span id="more-1657"></span></p>
<p>Judith Kuckart (50) geh&#246;rt seit ihrem Debut &#8220;Die Wahl der Waffen&#8221;, erschienen 1990, zu den vielbeachteten Schreibtalenten. Krimis waren bisher nicht ihr Genre, aber ihr war aufgefallen, dass in all ihren bisherigen Romanen &#8211; von &#8220;Der Bibliothekar&#8221; bis zuletzt &#8220;Kaiserstra&#223;e&#8221; &#8211; immer jemand verschwand. Was liegt da n&#228;her als das Verschwinden zu thematisieren.</p>
<p>Die im westf&#228;lischen Schwelm aufgewachsene Autorin, die heute in Berlin und Z&#252;rich lebt, arbeitet seit zehn Jahren auch erfolgreich als Regisseurin. Die N&#228;he zum Film merkt man auch ihrem neuesten Buch an. Schnelle Schnitte und ein raffiniertes Wechselspiel zwischen Realit&#228;t und Illusion zeichnen &#8220;Die Verd&#228;chtige&#8221; aus, dazu die sprachliche Feinheiten einer gro&#223;en Autorin.</p>
<p>Der Verschwundene ist Mathias B&#246;hm, ein Filmausstatter. Marga hatte eine Aff&#228;re mit ihm. Ihr seltsames Verhalten weckt Roberts Verdacht, aber auch seine Neugierde und sein Interesse:  Hat sie sich vielleicht ihres Geliebten entledigt? Oder doch nicht? Je n&#228;her Robert Marga kommt &#8211; und das in jeder Hinsicht &#8211; umso undurchschaubarer wird die Frau.</p>
<p>Er forscht ihr nach in der Geisterbahn, wo sie zwei Wochen lang gearbeitet hatte, durchsucht die Wohnung des verschwundenen Mathias B&#246;hm und versucht etwas zu erfahren &#252;ber Margas geistig zur&#252;ckgebliebenen, fresss&#252;chtigen Bruder Andreas, mit dem sie seit dem Tod der Eltern unter einem Dach haust.</p>
<p>Viel Stoff f&#252;r eine Kriminalgeschichte, und doch ist &#8220;Die Verd&#228;chtige&#8221; mehr: Liebesgeschichte, M&#228;rchen, Wechselspiel, Filmdrehbuch. <em>&#8220;Unter dem Satz lag ein zweiter&#8221;</em>, hei&#223;t es irgendwann. Nichts ist wie es scheint, gilt f&#252;r diesen Roman, der manchmal ins Unplausible abrutscht und dann wieder Wissen vermittelt, etwa &#252;ber &#8220;K&#228;lteidiotie&#8221;, der Reflex der Menschen, sich unmittelbar vor dem Erfrierungstod noch einmal zu entkleiden.</p>
<p>Kein klassischer Krimi, keine eindimensionale Liebesgeschichte. Irgendwie alles und manchmal dadurch auch zu wenig.</p>
<p>Bewertung: ****</p>
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		<title>Wer ist gut, wer b&#246;se?</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jan 2009 03:23:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jonas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>

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		<description><![CDATA[Massimo Carlotto &#8220;Die dunkle Unermesslichkeit des Todes&#8221;, 188 Seiten, 18,90 €, Tropen bei Klett-Cotta, ISBN: 978-3608502008; Der Mann raucht Zigarre, das macht ihn sympathisch. Und er sa&#223; in den 1980er Jahren zu Unrecht wegen Mordes im Gef&#228;ngnis, das macht ihn interessant. Die italienische Presse bezeichnet Massimo Carlotto (52) jedenfalls als den &#8220;besten Krimiautor Italiens&#8221;. Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Massimo Carlotto &#8220;Die dunkle Unermesslichkeit des Todes&#8221;, 188 Seiten, 18,90 €, Tropen bei Klett-Cotta, ISBN: 978-3608502008; </em></p>
<p><a href="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/08/carlotto.gif"><img class="alignnone size-medium wp-image-1068" title="carlotto" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/08/carlotto-197x300.gif" alt="" width="83" height="127" /></a></p>
<p>Der Mann raucht Zigarre, das macht ihn sympathisch. Und er sa&#223; in den 1980er Jahren zu Unrecht wegen Mordes im Gef&#228;ngnis, das macht ihn interessant. Die italienische Presse bezeichnet Massimo Carlotto (52) jedenfalls als den &#8220;besten Krimiautor Italiens&#8221;.</p>
<p><span id="more-1067"></span></p>
<p>Ein b&#246;ses Buch: Der Weinh&#228;ndler Silvio Contin verliert nach einem kaltbl&#252;tigen Raub&#252;berfall Frau und Sohn. Als 15 Jahre sp&#228;ter einer der beiden T&#228;ter wegen seiner t&#246;dlichen Erkrankung gnadenhalber aus dem Gef&#228;ngnis entlassen werden soll, schl&#228;gt Silvios gro&#223;e Stunde: Rache!</p>
<p>Oder doch Vergebung? Das ist die gro&#223;e Frage dieses Krimis, in dem es um menschliche Abgr&#252;nde geht, darum, wie flie&#223;end mitunter die Grenzen zwischen T&#228;ter und Opfer sind. Und flie&#223;end ist auch der Unterschied zwischen gut und b&#246;se. Weder Silvio noch der R&#228;uber Raffaelo wecken im Leser ungeteilte Sympathie.</p>
<p>Autor Carlotto hat hier seine eigene Geschichte eingearbeitet. Als junger Mann wurde er verd&#228;chtigt, eine  Studentin ermordet zu haben. Nach  Jahren auf der Flucht und wurde nach seiner Verhaftung zu 18 Jahren Haft verurteilt. 1993 wurde der Druck der &#214;ffentlichkeit zu gro&#223;: Der unschuldig Verurteilte wurde begnadigt. Er wurde Schriftsteller.</p>
<p>Bewertung: ****</p>
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		<title>Die d&#252;stere Eifel birgt ein Familiengeheimnis</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2008/12/26/kaes/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Dec 2008 03:08:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Krimi]]></category>

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		<description><![CDATA[Wolfgang Kaes &#8220;Das Feuermal&#8221;, 480 Seiten, 8,95 €, Rowohlt-Taschenbuch, ISBN: 978-3499246159; Tats&#228;chlich stehe ich nicht auf Krimis oder auf Thriller. Diesen hier aber wollte ich unbedingt lesen und das nicht nur, weil Wolfgang Kaes ein so liebenswerter Kollege ist. Ich hab&#8217;s  nicht bereut. &#8220;Das Feuermal&#8221; hat die meisten meiner Vorurteile &#252;ber das Genre widerlegt: Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Wolfgang Kaes &#8220;Das Feuermal&#8221;, 480 Seiten, 8,95 €, Rowohlt-Taschenbuch, ISBN: 978-3499246159; </em></p>
<p><a href="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/08/kaes.gif"><img class="alignnone size-medium wp-image-1005" title="kaes" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/08/kaes-174x300.gif" alt="" width="82" height="141" /></a></p>
<p>Tats&#228;chlich stehe ich nicht auf Krimis oder auf Thriller. Diesen hier aber wollte ich unbedingt lesen und das nicht nur, weil Wolfgang Kaes ein so liebenswerter Kollege ist. Ich hab&#8217;s  nicht bereut. &#8220;Das Feuermal&#8221; hat die meisten meiner Vorurteile &#252;ber das Genre widerlegt: Der Roman ist nicht nur spannend, sondern hintergr&#252;ndig.</p>
<p><span id="more-1004"></span></p>
<p>Kaes-Fans kennen die Hauptfiguren schon aus den ersten drei Romanen des Bonner Autor: Der Detektiv Max Maifeld, spezialisiert auf knifflige Geschichten, und Kriminalhauptkommissar Josef Morian &#8211; zwei sympathische Figuren mit Ecken und Kanten.</p>
<p>Diesmal geht es um ein bisher unbekanntes Bild von Dali, um eine Serie r&#228;tselhafter Morde, die offensichtlich irgend was mit Maifeld zu tun haben, und um abgelegenes  Dorf in der Eifel, in dem eine sehr reiche Familie herrscht wie einst die F&#252;rsten.</p>
<p>Die Geschichte ist sehr komplex, aber auch sehr lebensecht und wirkt bis zum Schluss nicht konstruiert (einzige Ausnahme ist eine Blitz-Liebesgeschichte, die&#8217;s eigentlich nicht gebraucht h&#228;tte). Vor allem aber hat der als exzellenter Reporter bekannte Kaes gl&#228;nzend recherchiert: &#252;ber Dali, &#252;ber den europ&#228;ischen Kunstmarkt, &#252;ber die Stasi, &#252;ber den 1938 gebauten Westwall und j&#252;dische Familie, die vor den Nazis Richtung Belgien fl&#252;chteten.</p>
<p>Vor allem aber kennt Kaes die Eifel und ihre Bewohner, wei&#223; um die Abgeschiedenheit und eine nicht zu leugnende R&#252;ckst&#228;ndigkeit. Und doch l&#228;sst der geb&#252;rtige Mayener immer wieder Sympathie erkennen. Und nicht zu vergessen: Auch sein Held Max stammt aus der Eifel.</p>
<p>F&#252;r ihn geht es in der Geschichte um deutlich mehr als um ein paar Ermordete, es geht um seine Familiengeschichte, um d&#252;stere Geheimnisse und um Verwandte, von denen er bis dahin nichts ahnte. Um ein komplexes Beziehungsgeflecht, das sich nach und nach entbl&#228;ttert, bei dem ein Geheimnis das n&#228;chste nach sich zieht. Und wie es sich geh&#246;rt, hat jede Figur ihre Rolle in der Geschichte.</p>
<p>Selbst beim unwichtigsten Polizeibeamten bem&#252;ht sich Kaes um eine pr&#228;zise Charakterisierung. Man merkt, dass der 50-J&#228;hrige einst schwankte, Reporter oder Polizist zu werden. Er mag die Polizei und hat Respekt vor deren Ermittlungsarbeit. Der Bonner Polizeipr&#228;sident Wolfgang Albers lobte laut &#8220;Generalanzeiger&#8221;, Kaes sei &#8220;Fachmann&#8221;, und er wisse, &#8220;wie die Polizei tickt und funktioniert&#8221;.</p>
<p>Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Das spricht nicht nur f&#252;r die Geschichte, sondern auch f&#252;r die flotte Sprache. Kaes ist sehr pr&#228;zise, bisweilen vielleicht ein wenig detailverliebt. Aber das gibt der Geschichte auch ihre Authenzit&#228;t.</p>
<p>Bewertung: *****</p>
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