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	<title>Lauter Lesenswertes &#187; Afrika</title>
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	<description>Neue und nicht mehr ganz neue Bücher</description>
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		<title>Am deutschen Holz soll Afrika genesen</title>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 03:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Thomas von Steinaecker &#8220;Schutzgebiet&#8221;, 384 Seiten, 19,90 €, Frankfurter Verlagsanstalt, ISBN: 978-3627001605; Literatur ist die Darstellung einer erfundenen Geschichte, um ein real existierendes Problem pointiert darzustellen. Ist da so? Klingt nach Deutschlehrer? Aber wom&#246;glich w&#252;rde Thomas von Steinaecker das unterschreiben. Der Schriftsteller hat eine afrikanische Kolonie erfunden und erz&#228;hlt eine am&#252;sante Geschichte, die als R&#228;uberpistole [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Thomas von Steinaecker &#8220;Schutzgebiet&#8221;, 384 Seiten, 19,90 €, Frankfurter Verlagsanstalt, ISBN: 978-3627001605;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-5588" title="Schutzgebiet" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/12/Schutzgebiet-93x150.gif" alt="Schutzgebiet" width="93" height="150" /></em></p>
<p>Literatur ist die Darstellung einer erfundenen Geschichte, um ein real existierendes Problem pointiert darzustellen. Ist da so? Klingt nach Deutschlehrer? Aber wom&#246;glich w&#252;rde Thomas von Steinaecker das unterschreiben. Der Schriftsteller hat eine afrikanische Kolonie erfunden und erz&#228;hlt eine am&#252;sante Geschichte, die als R&#228;uberpistole gelesen werden kann, aber auch als Analogie zur j&#252;ngsten Wirtschaftskrise.</p>
<p><span id="more-5587"></span></p>
<p>Tola, so hei&#223;t die Kolonie oder auch das &#8220;Schutzgebiet&#8221; befindet sich in S&#252;dwestafrika. Wir schreiben das Jahr 1913, und der noch unerfahrene Architekt Peters m&#246;chte eine Stadt bauen, eine kreisrunde. Er geh&#246;rt zu jener Gilde an Gescheiterten, wie sie sich vor 100 Jahren an Orten wie diesen sammelten: Gl&#252;cksritter, die nach einer neuen, einer letzten Chance suchen.</p>
<p>Tola ist <em>&#8220;die fortschrittlichste und friedlichste Kolonie  Deutschlands&#8221;</em> hei&#223;t es einmal. Der Holzunternehmer Ludwig Gerber aus Niederbayern, der gerade das Erbe seines Vaters durchgebracht hat, plant einen gro&#223;en Coup: Er will die endlosen afrikanischen Grasl&#228;nder mit deutschem  Mischwald aufforsten und wittert das gro&#223;e Gesch&#228;ft. Doch schon der unternehmerische Start l&#228;uft schief. Denn das Schiff mit den Fachkr&#228;ften aus Deutschland kentert auf der &#220;berfahrt. Alle sterben bis auf jenen Peters &#8230;</p>
<p>Steinaecker erz&#228;hlt eine rasante, fantastische Geschichte und er erz&#228;hlt sie so, dass man nicht aufh&#246;ren kann zu lesen. Vor allem aber nimmt er sich die Zeit, ein Psychogramm seiner Helden aufzubl&#228;ttern, das f&#252;r jeden erkennbar die Bez&#252;ge zur Jetztzeit aufzeigt. Er schreibt &#252;ber Gier, Gr&#246;&#223;enwahn und jene Gl&#252;cksritter, genannt Investmentbanker, die unser Wirtschaftssystem ins Abseits bef&#246;rdert haben.</p>
<p>Am Ende stehen die Franzosen vor den Toren des Forts, in dem  die seltsame Utopisten-Bande aus Deutschland ein sch&#246;neres Leben sucht. Und die Franzosen fragen sich, warum man sie nicht reinl&#228;sst. Dann l&#228;sst er feuern.</p>
<p>Bewertung: ****</p>
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		<title>Namibia, wie es ist und sein soll</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 03:48:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Bildband]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Christian Heeb/Roland F. Karl &#8220;Namibia&#8221;, 191 Seiten, 49,90 €, Bruckmann, ISBN: 978-3765448706; Mehr als 100 B&#252;cher hat der Schweizer Fotograf Christian Heeb ver&#246;ffentlicht. Daraus kann man schon schlie&#223;en, dass er wei&#223;, was seine Leser wollen. Namibia ist in Deutschland ein beliebtes Reiseziel bei gut gebildeten, &#228;lteren, verm&#246;genden Menschen. Die m&#246;chten die Natursch&#246;nheiten des Landes sehen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Christian Heeb/Roland F. Karl &#8220;Namibia&#8221;, 191 Seiten, 49,90 €, Bruckmann, ISBN: 978-3765448706; </em></p>
<p><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-5661" title="Namibia" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/12/Namibia-120x150.gif" alt="Namibia" width="165" height="205" /></p>
<p>Mehr als 100 B&#252;cher hat der Schweizer Fotograf Christian Heeb ver&#246;ffentlicht. Daraus kann man schon schlie&#223;en, dass er wei&#223;, was seine Leser wollen. Namibia ist in Deutschland ein beliebtes Reiseziel bei gut gebildeten, &#228;lteren, verm&#246;genden Menschen. Die m&#246;chten die Natursch&#246;nheiten des Landes sehen, freuen sich, wenn sie auf einer deutschsprachigen Lodge &#252;bernachten k&#246;nnen und wissen ein bisschen was &#252;ber die koloniale Vergangenheit. F&#252;r die ist dieser Bildband genau richtig.</p>
<p><span id="more-5660"></span>Gerade die Landschaftsbilder sind au&#223;erordentlich sch&#246;n: Ob nun von der W&#252;ste Namib, vom Wildreservat Etosha Pfanne, die Kalahari-Steppe, ob Luftbilder, &#220;berblicks- oder Detailaufnahmen, Heeb ist ein Fotok&#252;nstler.</p>
<p>Er hat auch ein Gesp&#252;r f&#252;r Menschen und f&#252;r Architektur, was gerade dem Deutschl&#228;nder (nambianisch f&#252;r Leute aus Deutschland) gef&#228;llt, denn L&#252;deritz, Swakopmund und viele Ecken auch in der Hauptstadt Windhoek sehen aus wie ein Schwarzwaldnest, das in die W&#252;ste versetzt wurde.</p>
<p>Und trotzdem, ein schaler Nachgeschmack bleibt. Die Texte des Reisejournalisten Roland F. Karl sind oberfl&#228;chlich und verniedlichend. W&#252;rden sie doch nur beschreiben, was die Bilder erz&#228;hlen. Tats&#228;chlich geben sie ein touristisch verzerrtes Bild dieses Landes mit einer sp&#228;tkolonialistischen Attitude: Schwarze sind Sehensw&#252;rdigkeiten, Wei&#223;e (deutscher Abstammung) Gutsherren.</p>
<p>Fazit: Zum Anschauen ist dieser gro&#223;formatige und darum nicht flugzeugtaugliche Bildband gut, um etwas &#252;ber Land und Leute zu erfahren nur wenig geeignet, au&#223;er man m&#246;chte seine Klischees pflegen. Dann kann man aber gleich zu Hause bleiben.</p>
<p>Bewertung: ***(*)</p>
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		<title>Gescheitert als Farmer und als Autor</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2009/08/14/stuberger_farmer/</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Aug 2009 03:38:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Autobiografie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ulf G. Stuberger &#8220;Ich war ein wei&#223;er Farmer in Afrika&#8221;, 256 Seiten, 19,95 €, Herbig, ISBN: 978-3776625752; Dieses Buch ist dreist. Da l&#228;sst sich ein verkrachter deutscher Journalist, Verschw&#246;rungstheoretiker und &#252;beraus begeistert von sich selbst, als Eselfarmer in Namibia nieder, scheitert, kehrt zur&#252;ck und tritt noch einmal voll nach: Alle deutschst&#228;mmigen Namibia sind Sklaventreiber, Rassisten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ulf G. Stuberger &#8220;Ich war ein wei&#223;er Farmer in Afrika&#8221;, 256 Seiten, 19,95 €, Herbig, ISBN: 978-3776625752; </em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-3044" title="stuberger_farmer" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/03/stuberger_farmer-100x150.gif" alt="stuberger_farmer" width="100" height="150" /></em></p>
<p>Dieses Buch ist dreist. Da l&#228;sst sich ein verkrachter deutscher Journalist, Verschw&#246;rungstheoretiker und &#252;beraus begeistert von sich selbst, als Eselfarmer in Namibia nieder, scheitert, kehrt zur&#252;ck und tritt noch einmal voll nach: Alle deutschst&#228;mmigen Namibia sind Sklaventreiber, Rassisten und sonstige Ausbeuter. Sch&#246;ne Schei&#223;e, f&#228;llt mir dazu nur ein.</p>
<p><span id="more-3043"></span></p>
<p>Zugegeben, ich habe keine f&#252;nf Jahre in Namibia gelebt, sondern nur ein paar Wochen. Zugegeben, ich habe dort Freunde &#8211; deutschst&#228;mmig und wei&#223; &#8211;  zum Beispiel bei der Allgemeinen Zeitung. Also m&#246;glicherweise oder ganz bestimmt kenne ich mich in dem Land nicht so aus wie Ulf Stuberger, aber ich bin mir trotzdem sicher, das passt so nicht.</p>
<p>Dass Stuberger &#220;bles widerfahren ist mit Farmer Hansen (so das Pseudonym seines Verp&#228;chters), mag schon so gewesen sein. Wobei er sich mit seinen Ehe-Beschreibungen der Hansens l&#228;cherlich macht: Frustrierte, gelangweilte, wei&#223;e Frauen sind auch in Deutschland keine Seltenheit. Dass es ewig Gestrige in der einstigen Kolonie Deutsch-S&#252;dwest gibt, wer w&#252;rde das ernsthaft bezweifeln wollen?</p>
<p>Nein, es ist die Pauschalierung, die mich &#228;rgert. Diese (unjournalistische) Schlussfolgerung: Wenn einer so ist, werden alle anderen auch so sein. Und Stubergers verkappter Rassismus: Afrikaans, von ihm als &#8220;Bimbo-Holl&#228;ndisch&#8221;  geschm&#228;ht, ist nun mal die Umgangssprache des bis 1989 von S&#252;dafrika annektiertem Staats.</p>
<p>Stuberger steht auf die einstige Revolutionspartei Swapo und auf Ex-Staatschef Sam Nujoma &#8211; jenen Menschenfreund, der eine Hauptstra&#223;e Windhoeks nach seinem Spezi Robert Mugabe benannte, seinen Clan (und sein Volk) an Schl&#252;sselstellen gesetzt und sich vor nordkoreanischen Arbeitern einen viele Millionen Dollar teures Denkmal bauen lie&#223;.</p>
<p>Die Rehoboth Baster, eine Gruppe Mischlinge, diskreditiert er auf rassistische Weise, die Damara wurden ihrer Geschichte beraubt (tats&#228;chlich geschah das vor der Kolonialisierung, und die deutsche Minderheit presst ihre schwarzen Lohnsklaven materiell aus, h&#228;lt sie dumm und l&#228;sst sie ihre Toten hinter der M&#252;llkippe begraben. Wie sch&#246;n, wenn man seine Vorurteile zwischen zwei Buchdeckel klemmen kann.</p>
<p>Nat&#252;rlich ist Namibia ein Land mit gro&#223;en Schwierigkeiten. Es hat Jahrzehnte  Apartheid hinter sich. Auch heute noch  gibt es trotz einer vorbildlichen Verfassung Rassismus -  aber auf beiden Seiten: Wenn die Swapo alle Wei&#223;en aus F&#252;hrungspositionen entfernt, ist das auch kein St&#228;rkebeweis.</p>
<p>Aber es gibt auch immense Anstrengungen, der Gesamtbev&#246;lkerung Bildung zukommen zu lassen, es gibt &#8211; im Unterschied zu Stuberger &#8211;  &#228;u&#223;erst arbeitnehmerfreundliche Arbeitsschutzgesetze, starke, Streik bereite Gewerkschaften und vor allem (auch das glaubt Stuberger nicht) freie, kritische Medien, etwa die englischsprachige Zeitung &#8220;The Namibian&#8221;.</p>
<p>Genug nun, &#8220;Ich war ein wei&#223;er Farmer &#8230;&#8221; ist zu Recht kaum beachtet worden. Bleibt zu hoffen, dass es auch keine Neuauflage erlebt.</p>
<p>Bewertung: *</p>
<p>P.S.: Eine interessante Auseinandersetzung mit dem Buch aus Sicht einer Insiderin findet Ihr <a href="http://namibierin.blogspot.com/2008/12/ulf-g-stuberger-in-namibia-verbitterter.html" target="_blank">hier.</a></p>
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		<title>Die Sehnsucht nach Malindi</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2009/07/03/malindi/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 04:43:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jonas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Troy Blacklaws &#8220;Malindi&#8221;, 283 Seiten, 19,80 €, Liebeskind, ISBN: 978-3935890502; Malindi, was f&#252;r ein Name. Malindi klingt nach Palmen, Strand und Einsamkeit. Und der Ort an Kenias K&#252;ste ist die gro&#223;e Sehnsucht des wei&#223;en Jungen. Dorthin, so glaubt er, ist sein Vater verschwunden. Aber idyllisch ist der Deb&#252;troman des S&#252;dafrikaners Troy Blacklaws ganz und gar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Troy Blacklaws &#8220;Malindi&#8221;, 283 Seiten, 19,80 €, Liebeskind, ISBN: 978-3935890502;</em></p>
<p><em> </em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-3004" title="malindi" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/03/malindi-96x150.gif" alt="malindi" width="96" height="150" /></p>
<p>Malindi, was f&#252;r ein Name. Malindi klingt nach Palmen, Strand und Einsamkeit. Und der Ort an Kenias K&#252;ste ist die gro&#223;e Sehnsucht des wei&#223;en Jungen. Dorthin, so glaubt er, ist sein Vater verschwunden. Aber idyllisch ist der Deb&#252;troman des S&#252;dafrikaners Troy Blacklaws ganz und gar nicht.</p>
<p><span id="more-3003"></span></p>
<p>S&#252;dafrika 1976. Der wei&#223;e Teenager Douglas verliert seinen vierzehnj&#228;hrigen Zwillingsbruder durch einen tragischen Unfall beim Kricket. Die Mittelstandsfamilie in Kapstadt wird dadurch v&#246;llig aus der Bahn geworfen. der Vater haut ab, und die Mutter zieht ins Hinterland &#8211; an einen Ort, wo die Rassentrennung das Leben bestimmt.</p>
<p>W&#228;hrend in Kapstadt die Apartheid noch relativ zivilisiert abl&#228;uft, trifft Douglas  in Klipdorp auf die volle Unmenschlichkeit<em></em>. Im w&#252;stenartigen Karoo, in einer <em>&#8220;Landschaft aus Steinen, Staub und Dornen&#8221;,</em> gelten Willk&#252;r und die Macht des St&#228;rkeren.</p>
<p>Vor allem in der Schule. Erziehung hei&#223;t die Kinder brechen, sie mit Stockschl&#228;ge auf die gew&#252;nschte Linie bringen. Douglas, vom Elternhaus zur Toleranz erzogen, wird konfrontiert mit den brutalen Regeln der Rassentrennung, mit (wei&#223;en) Siegern und (schwarzen) Verlierern.</p>
<p>Nur zwei Menschen bieten sich als Retter an: Marika, seine erste Liebe und der Tankwart Moses. Gemeinsam versuchen sie ein Schrottauto wieder flott zu machen, um nach Kapstadt und vielleicht sogar Malindi abzuhauen.</p>
<p>Troy Blacklaws schreibt aus eigener Anschauung. Gro&#223; geworden in der N&#228;he von Kapstadt studierte der 43-J&#228;hrige nach seinem Milit&#228;rdienst (und der Konfrontation mit der Apartheid) Literaturwissenschaft, war zu Studienzwecken in Europa und lebt heute in Singapur.</p>
<p>Seine Sprache ist lakonisch und eindringlich. Die Geschichte zieht den Leser v&#246;llig in den Bann. der deutschen &#220;bersetzung hat es sicher nicht geschadet, dass sie von Schriftsteller Michael Kleeberg (<a href="http://www.lesenblog.de/2007/12/09/190/" target="_blank">&#8220;Karlmann&#8221;</a>) kommt.</p>
<p>Bewertung: ****</p>
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		<title>Sansibar und die v&#246;llige Verwirrung</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2009/04/30/buch_sansibar/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Apr 2009 04:20:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jonas</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Hans Christian Buch &#8220;Sansibar Blues&#8221;, 240 Seiten, 28 €, Eichborn, ISBN: 978-3821862187; Sansibar kennt jeder, denn Alfred Anders &#8220;Sansibar oder der letzte Grund&#8221; ist seit Jahrzehnten Pflichtlekt&#252;re im Deutschunterricht. Dass Sansibar (als Tauschobjekt f&#252;r Helgoland) auch mal einen Moment lang deutsche Geschichte schrieb, wissen schon weniger. Und der fabelhafte Hans-Christoph Buch hat darum noch noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Hans Christian Buch &#8220;Sansibar Blues&#8221;, 240 Seiten, 28 €, Eichborn, ISBN: 978-3821862187;</em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-2753" title="sansibar" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/02/sansibar-85x150.gif" alt="sansibar" width="85" height="150" /></em></p>
<p>Sansibar kennt jeder, denn Alfred Anders &#8220;Sansibar oder der letzte Grund&#8221; ist seit Jahrzehnten Pflichtlekt&#252;re im Deutschunterricht. Dass Sansibar (als Tauschobjekt f&#252;r Helgoland) auch mal einen Moment lang deutsche Geschichte schrieb, wissen schon weniger. Und der fabelhafte Hans-Christoph Buch hat darum noch noch eine pittoreske Geschichte geschrieben.</p>
<p><span id="more-2752"></span></p>
<p>Der &#8220;Sansibar Blues&#8221; ist eine Geschichte, die mehrere Epochen umfasst, jene als die Insel vor Ostafrika in deutschen Besitz kam und die Tochter des Sultans von einem Hamburger Kaufmann entf&#252;hrt wurde und im Deutschen Reich Bismarcks eine neue Heimat fand und jene, als das kommunistische Sansibar die DDR nach der Unabh&#228;ngigkeit 1964 staatlich anerkannte.</p>
<p>Der Schriftsteller und Journalist Hans-Christoph Buch, vielgereist und ber&#252;hmt f&#252;r seine Reportagen  hat ein vielschichtiges Werk geschaffen und sich aus den unterschieldichsten Quellen bedient, angefangen von fr&#252;hen Afrikaforschern bis zu eigenen Reiseerlebnissen.</p>
<p>Er selber nennt seinen Roman <em>&#8220;ein System kommunizierender R&#246;hren, das sich aus getrennetn Reservoiren speist&#8221;</em>. Kein Wunder also, das selbst der s&#252;damerikanische Revolution&#228;r Che Guevara eine tragende Rolle spielt, ebenso wie der polnische Reporter Kapuscinski, den im Gegensatz zu Che keiner kennt.</p>
<p>Auch die ber&#252;hmten Afrika-Forscher David Livingstone und Henry Morton Stanley spielen eine Rolle sowie der Sklavenh&#228;ndler Tippu Tipp. Immer wieder verkn&#252;pft der inzwischen auch schon 65-j&#228;hrige Autor Fakt und Fiktion und jongliert zwischen historischer Wahrheit und eigener Vorstellungskraft.</p>
<p><em>&#8220;Anstatt Klarheit zu schaffen, m&#246;chte ich die Verwirrung vergr&#246;&#223;ern&#8221;, </em>sagt Buch. Das gelingt ihm mit seinem virtuosen Verwirrspiel, das viel Einblick gibt in eine alles andere als klar durchdachte Bismarcksche Kolonialgeschichte.</p>
<p>Und am Ende ist dem Leser klar: Es gibt nichts, was es nicht gibt.</p>
<p>Bewertung: ****</p>
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		<item>
		<title>Von stolzen Tuaregs und alten Schriften</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2009/04/22/timbuktu/</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Apr 2009 05:12:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Bildband]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[John O. Hunwick/Alida Jay Boye &#8220;Timbuktu&#8221;, 175 Seiten, 39 €, Frederking &#38; Thaler, ISBN: 978-3894057558; Wer Timbuktu h&#246;rt, der denkt bestimmt nicht an eine 30.000-Einwohner-Stadt irgendwo in Afrika. Tuimbuktu, das klingt bis heute nach Geheimnissen, nach blaugewandeten Kriegern, die auf Kamelen durch die W&#252;ste reiten, nach mit Sch&#228;tzen beladenen Karawanen. All das ist wederr ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>John O. Hunwick/Alida Jay Boye &#8220;Timbuktu&#8221;, 175 Seiten, 39 €, Frederking &amp; Thaler, ISBN: 978-3894057558; </em></p>
<p><em><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-3392" title="timbuktu" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2009/04/timbuktu-117x150.gif" alt="timbuktu" width="127" height="164" /></em></p>
<p>Wer Timbuktu h&#246;rt, der denkt bestimmt nicht an eine 30.000-Einwohner-Stadt irgendwo in Afrika. Tuimbuktu, das klingt bis heute nach Geheimnissen, nach blaugewandeten Kriegern, die auf Kamelen durch die W&#252;ste reiten, nach mit Sch&#228;tzen beladenen Karawanen.</p>
<p><span id="more-3391"></span></p>
<p>All das ist wederr ganz falsch noch ganz richtig. Die Stadt im S&#252;den der Sahara war viele Jahrhunderte nicht nur ein Kreuzungspunkt der Handelsrouten, es war auch ein bedeutendes geistiges Zentrum des Islam und der Wissenschaften.</p>
<p>Der Erforschung dieser Geschichte hat John Hunwick sein berufliches Leben gewidmet. Der Autor des neuen Bildbans gilt als bedeutendster westlicher Spezialist f&#252;r die Saharastadt. Wunderbare Bilder von Johns Bruder Joseph Hunwick illustrieren die profunden Texte des Afrikakenners und zeigen auf, was geblieben ist vom einstigen Glanz.</p>
<p>Zum Beispiel mehrere teils Jahrhunderte alte Moscheen, gebaut aus Lehm und damit weltweit einzigartig. Geblieben ist auch trotz des Einzugs der Moderne die Kultur der Tuareg.</p>
<p><em>&#8220;Timbuktu gleicht keiner anderen der St&#228;dte der Schwarzen &#8230; und war bekannt f&#252;r seine best&#228;ndigen Institutionen, politischen Freiheiten, die moralische Reinheit seiner Sitten &#8230;&#8221;</em>, so schrieb der arabische Gelehrte Tarik al-Fatash und zwar im Jahr 1665.</p>
<p>Angeh&#246;rige vieler V&#246;lker lie&#223;en sich in Timbuktu nieder, lebten in Frieden, trieben Handel. Die Gegenwart meint es allerdings nicht ganz so gut mit der &#8220;Stadt der 333 Heiligen&#8221;, wie Timbuktu bis heute genannt wird.</p>
<p>Die Republik Mali, zu der die Stadt geh&#246;rt, ist einer der &#228;rmsten Staaten der Welt. Sklaven gibt es nat&#252;rlich nicht mehr, aber die traditionellen Salzkarawanen ziehen immer noch regelm&#228;&#223;ig durch die Stadt unweit des Niger-Flusses.</p>
<p>Ein gro&#223;artiges Buch, weniger Touristen- oder Abenteurer-Bildband als Geschichtsbuch, reich illustriert  &#8211; ein Muss f&#252;r Afrikafans.</p>
<p>Bewertung: *****</p>
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		<title>Afrikas Gl&#252;ck aus luftiger H&#246;he</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Nov 2008 03:55:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Bildband]]></category>
		<category><![CDATA[Lieblingsbuch]]></category>

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		<description><![CDATA[George Steinmetz &#8220;Afrika &#8211; Das Gl&#252;ck der Weite&#8221;, 215 Seiten, 39,90 €, Frederking &#38; Thaler, ISBN: 978-3894057145; Wer Afrika liebt, wird dieses Buch nicht mehr aus der Hand geben. Der kalifornische Fotograf George Steinmetz hat den Kontinent in allen Richtungen &#252;berquert, von Nord nach S&#252;d und Ost nach West und dabei fantastische Bilder geschossen &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>George Steinmetz &#8220;Afrika &#8211; Das Gl&#252;ck der Weite&#8221;, 215 Seiten, 39,90 €, Frederking &amp; Thaler, ISBN: 978-3894057145; </em></p>
<p><a href="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/10/afrika_2.gif"><img class="alignnone size-medium wp-image-1661" title="afrika_2" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/10/afrika_2-300x222.gif" alt="" width="135" height="99" /></a></p>
<p>Wer Afrika liebt, wird dieses Buch nicht mehr aus der Hand geben. Der kalifornische Fotograf George Steinmetz hat den Kontinent in allen Richtungen &#252;berquert, von Nord nach S&#252;d und Ost nach West und dabei fantastische Bilder geschossen &#8211; eine unglaubliche Vielfalt an Farben und Formen.</p>
<p><span id="more-1660"></span></p>
<p>Mit 21 war George das erste Mal in Afrika unterwegs, per Anhalter, in Lastwagen und &#252;berf&#252;llten Landrovern. Damals, so schreibt er in seiner Einleitung, &#8220;f&#252;hlte ich mich so klein wie ein winziges Insekt. (&#8230;) Ich sehnte mich nach einem umfassenden &#220;berblick.&#8221; Den hat er sich tats&#228;chlich verschafft, und wie.</p>
<p>Emde der 70er Jahre, als George Steinmetz sich in den schwarzen Kontinent verliebte, war Afrika noch viel geheimnisvoller, auch viel gef&#228;hrlicher als heute. So erlebte Steinmetz einen B&#252;rgerkrieg im Tschad, ohne zu wissen, was er wirklich tat. Und er besuchte das Zentralafrikanische Kaiserreich des ber&#252;chtigten Despoten Bokassa.</p>
<p>Steinmetz brachte sich das Fotografieren bei und kehrte nach Afrika zur&#252;ck, wieder und wieder. F&#252;r das legend&#228;re Magazin &#8220;National Geographic&#8221; machte er in den vergangenen 30 Jahren etliche Fotoreportagen, manche davon preisgekr&#228;nt, und f&#252;r das deutsche Pendant &#8220;Geo&#8221;.</p>
<p>Der neue Bildband bietet unglaubliche Perspektiven und Farben: Das Gewimmel der Robben auf dem orangeroten Sand von Namibias Menschen leerer Skelettk&#252;ste zum Beispiel oder die wie eine Sandburg wirkende Gro&#223;e Moschee in Djenn&#233; in Mali oder der gr&#252;ne undurchdringlich wirkende Regenwald durch den der Niger m&#228;andert.</p>
<p><em>&#8220;Von den Salzkarawanen in Niger bis hin zu den Zebraherden in Botswana, von den gr&#246;&#223;ten St&#228;dten in S&#252;dafrika bis zu den kleinsten D&#246;rfern am Rande der Sahara -die unvergleichlichen Fotografien von George Steinmetz zeigen Vielfalt und Kontraste eines farbigen Kontinents. Selten hat ein Mensch den afrikanischen Kontinent so hautnah erfahren&#8221;, </em>hei&#223;t es im Klappentext. Richtig!</p>
<p>Bewertung: *****</p>
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		<title>Die vision&#228;re Kraft kommt aus dem Nichts</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Nov 2008 03:32:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joachim</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Roman]]></category>

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		<description><![CDATA[Peter Orner &#8220;Die Wiederkehr der Mavala Shikongo&#8221;, 344 Seiten, 21,50 €, Hanser, ISBN: 978-3446230606; Was f&#252;r Ostdeutschland der Fall der Mauer und f&#252;r Gesamtdeutschland die Wiedervereinigung im Oktober 1990, das ist f&#252;r Namibia der Befreiungskrieg und die Staatsgr&#252;ndung im M&#228;rz 1990. Nicht von ungef&#228;hr, dass beide geschichtlichen Einschnitte fast zur selben Zeit stattfanden. Nur, bis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Peter Orner &#8220;Die Wiederkehr der</em> <em>Mavala Shikongo&#8221;, 344 Seiten, 21,50 €, Hanser, ISBN: 978-3446230606;</em></p>
<p><a href="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/08/orner.gif"><img class="alignnone size-medium wp-image-864" title="orner" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/08/orner-198x300.gif" alt="" width="84" height="127" /></a></p>
<p>Was f&#252;r Ostdeutschland der Fall der Mauer und f&#252;r Gesamtdeutschland die Wiedervereinigung im Oktober 1990, das ist f&#252;r Namibia der Befreiungskrieg und die Staatsgr&#252;ndung im M&#228;rz 1990. Nicht von ungef&#228;hr, dass beide geschichtlichen Einschnitte fast zur selben Zeit stattfanden. Nur, bis heute ist der namibische B&#252;rgerkrieg ein Tabuthema in Namibia.</p>
<p><span id="more-863"></span></p>
<p>Erstaunlich, dass es ausgerechnet ein amerikanischer Lehrer ist, der das Thema aufarbeitet &#8211; auf seine Weise. Seit der Staatsgr&#252;ndung wird das einstmals unter s&#252;dafrikanischem Apartheid-Protektorat von der damals marxistischen Befreiungsarmee Swapo regiert. Sie k&#228;mpfte damals von Angola aus in Guerilla-Taktik gegen die wei&#223;en &#8220;Landesverteidiger&#8221;.</p>
<p>&#220;bergriffe waren in diesem in Europa weitgehend unbeachteten Krieg an der Tagesordnung &#8211; auf beiden Seiten. Nach der Befreiung wurden die Gegens&#228;tze in dem Vielv&#246;lkerstaat unter den Tisch gekehrt. Tats&#228;chlich besetzt das Mehrheitsvolk der Ovambos inzwischen fast alle Schl&#252;sselstellungen, das Nachsehen haben die bis heute wirtschaftlich dominierenden Wei&#223;en, aber auch schwarze Minderheiten wie Hereros, Nama, Damara und San (Buschm&#228;nner).</p>
<p><em>&#8220;Namibia schaffte es nie in die BBC-Nachrichten&#8221;</em>, schreibt Orner. Der amerikanische Lehrer Larry Kaplanski ist 1991 der einzige Wei&#223;e in Goas, einem Gott verlassenen Nest im Nirgendwo in der Halbw&#252;ste. Mavala Shikongo kehrt in ihr Heimatdorf zur&#252;ck, sie ist ebenfalls Lehrerin &#8211; und sie k&#228;mpfte f&#252;r die Unabh&#228;ngigkeit. F&#252;r die M&#228;nner in ihrem Dorf hat sie nur Verachtung &#252;brig.</p>
<p>Und so bleiben diese schmachtend zur&#252;ck, erz&#228;hlen Geschichten, weil sie nichts anderes zu tun haben in dieser Ein&#246;de, in der nichts passiert und sich doch die ganze Welt widerspiegelt. Nur manchmal treffen sich Kaplanski und Skikongo nachts auf dem alten Friedhof und machen Liebe, ohne sich menschlich wirklich nahe zu kommen.</p>
<p>In vielen kleinen Kapiteln berichtet Orner, der selber als Lehrer in Namibia arbeitete, vom Nichts. Ungeheuer poetisch, aber auch langsam flie&#223;end. Orners Thema ist die Unm&#246;glichkeit der Verst&#228;ndigung, das Festhalten an vertrauten Gegens&#228;tzen. Detailreich, voll Wissen und Verst&#228;ndnis und mit einem pr&#228;zisen Blick auf das gro&#223;e Ganze schildert er Lebensl&#228;ufe der Menschen in diesem Dorf.</p>
<p>So unspektakul&#228;r wie die Geschichten, so lakonisch ist auch das Ende des 300-Seiten-Romans. Mavala Shikongo verl&#228;sst das Dorf und verschwindet ins Nirgendwo, Lehrer Kaplanski kehrt zur&#252;ck nach Ohio: <em>&#8220;Ich habe ihr Gesicht nicht mehr richtig vor Augen. An ihre H&#228;nde, die nicht klein waren, kann ich mich besser erinnern, daran, wie diese H&#228;nde einmal meine F&#252;sse als Geiseln nahmen und sie rieben, und ich verfluchte sie dabei.&#8221;</em></p>
<p>Ein wundersch&#246;nes Buch f&#252;r jene, die Afrika im Allgemeinen und Namibia im Besonderen lieben.</p>
<p>Bewertung: *****</p>
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		<title>Afrika, wie es sonst keiner sieht</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2008/05/27/498/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 May 2008 03:51:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hanna</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Bildband]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Michael Poliza &#8220;Eyes over Africa&#8221;, 406 Seiten, 98 €, teNeues, ISBN: 978-3832792091; Ein unglaubliches Buch. Und f&#252;r Freunde des schwarzen Kontinents ein Muss, trotz des opulenten Preises. 150 Orte in mehr als 15 L&#228;ndern, vom Norden Afrikas bis nach Kapstadt, beflogen der deutsche Fotograf Michael Poliza und dessen Freund Stefan Breuer per Hubschrauber. Ihnen gelangen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Michael Poliza &#8220;Eyes over Africa&#8221;, 406 Seiten, 98 €, teNeues, ISBN: 978-3832792091</em>;</p>
<p><a href="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/05/afrika2.jpg"><img class="alignnone size-medium wp-image-518" title="afrika2" src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/05/afrika2.jpg" alt="" width="91" height="108" /></a></p>
<p>Ein unglaubliches Buch. Und f&#252;r Freunde des schwarzen Kontinents ein Muss, trotz des opulenten Preises. 150 Orte in mehr als 15 L&#228;ndern, vom Norden Afrikas bis nach Kapstadt, beflogen der deutsche Fotograf Michael Poliza und dessen Freund Stefan Breuer per Hubschrauber. Ihnen gelangen faszinierende Aufnahmen.</p>
<p><span id="more-498"></span></p>
<p>Was Olivier F&#246;llmi in seinem <a href="http://www.lesenblog.de/2007/12/13/geschenktipp-2-ein-afrika-voller-leben/" target="_blank">Afrika-Bildband</a> geschafft hat, n&#228;mlich den Menschen auf dem schwarzen Kontinent ein Denkmal zu setzen, das gelingt Poliza mit seinen Luftbildern &#8211; ein faszinierender &#220;ber-Blick eines Erdteils mit einzigartiger Natur und seit Jahrtausenden von Menschen gepr&#228;gten Kulturlandschaften</p>
<p>Poliza spielt auf seinem Streifzug von &#196;gypten, &#252;ber &#196;thiopien und Tansania bis Namibia und S&#252;dafrika mit Farben und Stimmungen, mit den Gegens&#228;tzen und dem warmen Morgenlicht. Bilder, die fast kitschig wirken, aber doch nur die Realit&#228;t abbilden &#8211; eines Kontinents, bei dem man als Westeurop&#228;er f&#228;lschlicherweise immer nur an Krieg und Krankheit denkt.</p>
<p>Oryx-Antilopen in namibischer W&#252;ste auf rotem Kalahari-Sand, Tempelanlagen in &#196;gypten, m&#228;andernde Fl&#252;sse im Dschungel, geometrisch aufgebaute D&#246;rfer &#8211; aus der Luft wirkt all dies unwirklich, fast wie gemalt. Und f&#252;r ambitionierte Hobbyfotografen verr&#228;t Poliza auch noch die jeweils Blende und die ISO-Werte.</p>
<p>Bemerkenswert dazu: Der renommierte teNeues-Verlag l&#228;sst Polizas Aufnahmen noch in einer vorz&#252;glichen Druckqualit&#228;t leuchten. Da rechtfertigt sich der hohe Preis.</p>
<p>Bewertung: *****</p>
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		<title>Abenteuer Wissen auf die leichte Tour</title>
		<link>http://www.lesenblog.de/2008/03/23/401/</link>
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		<pubDate>Sun, 23 Mar 2008 06:02:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Felix</dc:creator>
				<category><![CDATA[Afrika]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[James Laxer, &#8220;&#214;l&#8221;, 144 Seiten, 9,90 €, Gerstenberg Global, ISBN: 978-3836925853; Gerald Caplan, &#8220;Verschw&#246;rung gegen Afrika&#8221;, 160 Seiten, 9,90 €, Gerstenberg Global, ISBN: 978-3836925860; Politik f&#252;r Einsteiger: Die Welt wird immer komplizierter, immer mehr Menschen kommen nicht mehr mit und steigen aus. Die neue Reihe&#8221;Gerstenberg global&#8221; arbeitet dagegen. In lockerer Form werden Grundsatzthemen abgehandelt. &#8220;Klimawandel&#8221;, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>James Laxer, &#8220;&#214;l&#8221;, 144 Seiten, 9,90 €, Gerstenberg Global, ISBN: 978-3836925853;</em></p>
<p><em>Gerald Caplan, &#8220;Verschw&#246;rung gegen Afrika&#8221;, 160 Seiten, 9,90 €, Gerstenberg Global, ISBN: 978-3836925860; </em></p>
<p><a href="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/03/oel1.gif" title="oel1.gif"><img src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/03/oel1.thumbnail.gif" alt="oel1.gif" /></a> <img src="http://www.lesenblog.de/wp-content/uploads/2008/03/afrika.thumbnail.gif" alt="afrika.gif" /></p>
<p>Politik f&#252;r Einsteiger: Die Welt wird immer komplizierter, immer mehr Menschen kommen nicht mehr mit und steigen aus. Die neue Reihe&#8221;Gerstenberg global&#8221; arbeitet dagegen. In lockerer Form werden Grundsatzthemen abgehandelt.</p>
<p><span id="more-401"></span></p>
<p>&#8220;Klimawandel&#8221;, &#8220;Genozid&#8221;, &#8220;Imperium&#8221; waren die ersten drei Titel, jetzt folgten &#8220;&#214;l&#8221; und &#8220;Verschw&#246;rung gegen Afrika&#8221;. Die handlichen , nicht zu dicken B&#252;cher, alle f&#252;r 9,90 Euro, erkl&#228;ren einfach, ohne schlicht zu sein.</p>
<p>Der Titel &#252;ber Afrika r&#228;umt zudem mit vielen Vorurteilen auf. Was wir in den Medien zum Stichwort Afrika serviert bekommen, sind Horrormeldungen &#252;ber einen von Kriegen und Revolutionen zerrissenen Kontinent, in dem Aids und Hungerkatastrophen weit verbreitet sind.</p>
<p>Falsch ist das nicht, aber es ist nur die halbe Wahrheit, wie Caplan deutlich macht. F&#252;r das heutige Elend in Afrika sind vor allem wir Europ&#228;er verantwortlich. Erst haben wir uns als Kolonialm&#228;chte den Kontinent untertan gemacht und Grenzen geschaffen, die v&#246;llig willk&#252;rlich sind. Und noch heute ist Afrika ein Spielball der Gro&#223;m&#228;chte.</p>
<p>Die &#8220;Verschw&#246;rung gegen Afrika&#8221; &#8211; ein programmatischer Titel &#8211; stellt all diese Zusammenh&#228;nge dar, portr&#228;tiert die gegenw&#228;rtige Situation des Kontinents, schildert die politischen Zusammenh&#228;nge und die k&#252;nftigen Interessen, etwa der Chinesen.</p>
<p>Das Buch ist locker erz&#228;hlt, qu&#228;lt nicht durch zu gro&#223;e Detailverliebtheit und beinhaltet viele Serviceelemente wie Grafiken und Zeitleisten, die das Verst&#228;ndnis erleichtern.</p>
<p>&#8220;&#214;l&#8221; des kanadischen Professors und Journalisten James Laxer gen&#252;gt den gleichen Anspr&#252;chen. Seit 30 Jahren besch&#228;ftigt er sich mit dem Thema: Sein Buch erz&#228;hlt die spannende Geschichte der Erd&#246;lindustrie, ihrer gro&#223;en Imperien und starken M&#228;nner.</p>
<p>Es hilft uns verstehen, warum aus dem Treibstoff Erd&#246;l trotz oder gerade wegen seiner Begrenztheit eine tickende Bombe geworden ist, und es zeigt auf, wie wir alle daran mitwirken k&#246;nnen, diese Bombe rechtzeitig zu entsch&#228;rfen.</p>
<p>Gerade zurzeit erleben wir ja, wie fatal Finanzspekulationen mit dem Schmiermittel Erd&#246;l die Weltwirtschaft ins Schleudern bringen k&#246;nnen. Viele kleine Detailinformationen runden die faktenreiche Darstellung ab.</p>
<p>Ein Buch f&#252;r junge Erwachsene.</p>
<p>Bewertung: ****</p>
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