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Archiv für Januar, 2009

Gerd B. Ziegler „Tarot – Entdecke deine Möglichkeiten“, 318 Seiten, 14,95 €, Goldmann-Arkana, ISBN: 978-3442338085;

Gerd B. Ziegler „Tarot – Spiegel deiner Bestimmung“, 303 Seiten, 14,95 €, Goldmann-Arkana, ISBN: 978-3442338047;

Je schwieriger die Zeiten, umso stärker die Sehnsucht nach Regeln und Orientierung. Tarot ist so ein Beispiel dafür, das Kartenlegen. Gerd Bodhi Ziegler ist einer der besten Kenner des Crowley-Tarots, eines in den 1940er Jahren entwickelten Kartensatzes. Goldmann-Arkana hat im vorigen Jahr zwei Standardwerke von Ziegler veröffentlicht.

Alexandra Lavizzari „Fast eine Liebe“, 145 Seiten, 18 €, Edition Ebersbach, ISBN: 978-3938740552;

Alles hat seine Zeit, auch die Liebe. Und für diese Liebe war’s zu spät: Die Liason zwischen der Schweizer Reisejournalistin Annemarie Schwarzenbach und der amerikanischen Schriftstellerin Carson McCullers endete unerfüllt und tragisch. Alexandra Lavizzari, Schweizer Journalistin und Autorin, hat diese Beziehung auf berührende Weise dokumentiert.

Ernst Jandl/Erhard Dietl „Ottos Mops hopst“, 32 Seiten, 14,95 €, cbj, ISBN: 978-3570133903;

Was alles mit Sprache möglich ist, durch Ernst Jandl haben wir’s erfahren. Der österreichische Dichter (1925 -2000) ist der herausragendste Vertreter experimenteller Lyrik in deutscher Sprache. Der Jugendbuchverlag cbj hat jetzt einige der besten Gedichte wieder veröffentlicht, glänzend illustriert von Erhard Dietl.

Wer ist gut, wer böse?

Massimo Carlotto „Die dunkle Unermesslichkeit des Todes“, 188 Seiten, 18,90 €, Tropen bei Klett-Cotta, ISBN: 978-3608502008;

Der Mann raucht Zigarre, das macht ihn sympathisch. Und er saß in den 1980er Jahren zu Unrecht wegen Mordes im Gefängnis, das macht ihn interessant. Die italienische Presse bezeichnet Massimo Carlotto (52) jedenfalls als den „besten Krimiautor Italiens“.

Ulli Olvedi „Über den Rand der Welt“, 300 Seiten, 19,90 €, Pendo, ISBN: 978-3866121829;

„Der Tod macht das Leben klarer“, hat der Philosoph Wilhelm Schmid vor zwei Wochen in einem Interview mit dem Magazin „Spiegel“ gesagt. Klarheit im Leben ist auch das Thema dieses Romans über das Sterben einer 68-jährigen, krebskranken, unzufriedenen Frau. Die Begegnung mit einem geistlichen Lehrer in Tibet öffnet ihr Herz für einen anderen Zugang zum Tod.

Von der Abschaffung des Menschen

Dietmar Dath „Die Abschaffung der Arten“, 600 Seiten, 24,80 €, Suhrkamp, ISBN: 978-3518420218;

Gesellschaftsutopien, in denen Menschen erklärt werden ohne Menschen oder durch Übermenschen, sind nicht selten: Man denke an „König der Löwen“, „Planet der Affen“ oder an die Pentalogie „Canopus in Argos“ von Nobelpreisträgerin Doris Lessing. „Die Abschaffung der Arten“ ist eine höchst komplexe neue Variante. Die Utopie spielt 500 Jahre nach dem Ende der Zivilisation.

Tova Reich „Mein Holocaust“, 331 Seiten, 21,95 €, DVA, ISBN: 978-3421043696;

Vor über zwölf Jahren wurde in Auschwitz heftig diskutiert, ob es die Würde der Gedenkstätte schändet, wenn vis-à-vis ein Supermarkt gebaut wird (siehe Spiegel). Die Amerikanerin Tova Reich hat dem Irrsinn nun noch einen draufgesetzt: „Mein Holocaust“ überschreitet alle Tabus, manche meinen auch die Grenzen des guten Geschmacks.

Uwe Tellkamp „Der Turm – Geschichte aus einem versunkenen Land“, 976 Seiten, 24,80 €, Suhrkamp, ISBN: 978-3518420201;

Was soll man über dieses Buch noch schreiben? Es ist der beste Roman des Jahres, wie die Jury des Deutschen Buchpreises befand. Kritiker lobten das 100o-Seiten-Werk als „neues Buddenbrooks“, als „den Roman der DDR“, den Wenderoman. Beeindruckend ist vor allem die langsame, fast bedächtige Erzählweise – fast schon ein Anachronismus für unsere heutige Zeit.

Orlando Figes „Die Flüsterer“, 1088 Seiten, 34,90 €, Berlin, ISBN: 978-3827007452;

Das große Rußland erhebt sich von den Knien“, sagte einst Boris Jelzin. Dass das Riesenreich überhaupt dort landete, war die Folge des Scheiterns des russischen Kommunismus. Dessen ungezählter Opfer hat sich der britische Historiker Orlando Figes angenommen und vielen namenlosen Ermordeten ein Vermächtnis gegeben.

Robert Seethaler „Die weiteren Aussichten“, 316 Seiten, 19,90 €, Kein & Aber, ISBN: 978-3036955254;

Mit Herbert S. wollte schon im Kindergarten niemand spielen. Er hatte immer schwitzige, Hände, bewegte sich ungelenkt und trug so eine merkwürdige Mütze. Als er 27 ist, da hat er nur noch einen Freund, einen  Goldfisch. Da begegnet ihm Hilde, etwas dick, etwas schweigsam, aber total verliebt in Herbert, den Schlacks.

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