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Archiv für Dezember, 2007

Nichtsnutz, Halunke, Kretin, Kanaille

Pawel Sanajew, „Begrabt mich hinter der Fußleiste“, 237 Seiten, 17,90 €, Kunstmann-Verlag, ISBN: 978-3888974649;

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„Mein Name ist Sascha Saweljew. Ich gehe in die zweite Klasse und wohne bei meinen Großeltern. Meine Mutter hat mich gegen einen Giftzwerg und Erbschleicher eingetauscht und meiner Großmutter aufgebürdet, für die ich ein schweres Kreuz bin.“ So furios beginnt Pawel Sanajews furios erzählte, tragikomische Lebensgeschichte.

Sarah Wiener, „Das große Sarah Wiener Kochbuch“, 272 Seiten, 24,95 €, Knaur-Verlag, ISBN: 978-3426643631;

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„Sehr verehrtes, gnädiges Fräulein Wiener“, schrieb jüngst ein Großbauer aus Niedersachsen in einem Heiratsantrag, „ich lebe in meinem Gutshaus, mit meiner Hündin Cora, ländlich gesittet …“ Das Fräulein, inzwischen 45, erhörte ihn nicht. Stattdessen schrieb sie ein neues Kochbuch.

Friedrich Ani, „Hinter blinden Fenstern“, 320 Seiten, 19,90 €, Zsolnay-Verlag, ISBN: 978-3552054042;

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Mit Friedrich Ani startete dieser Blog im Frühjahr, da passt es gut zu Heilig-Abend den nächsten Polonius-Fischer-Krimi des gebürtigen Kochlers zu empfehlen. Auch dieser strotzt wieder vor Liebe zu München und den Eigenarten des Millionendorfs.

Szenen einer Ehe auf amerikanisch

Philip Roth, „Mein Leben als Mann“, 413 Seiten, 24,90 €, Hanser-Verlag, ISBN: 978-3446207653;

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Der „Jedermann“ dieses großen amerikanischen Erzählers war eine gefeierte Neuerscheinung im vergangenen Jahr. Jetzt hat der Hanser-Verlag die schon 1974 erstmals erschienene Selbstbeichte von Philip Roth neu herausgebracht: Szenen einer Ehe auf amerikanisch.

Bruce Wagner, „Der Goldblütenpalast“, 304 Seiten, 22,90 €, Verlag Rogner & Bernhard, ISBN: 978-3807710242;

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Das Leben als Schauspiel, und Hollywood schreibt das Drehbuch. Nach „Am Ende des Regenbogen“ führt uns Bruce Wagner, Ex-Schauspieler, Ex-Starlettgatte und viel gerühmter Drehbuchautor, erneut ins Innere der Traumfabrik – mit all ihren Widersprüchlichkeiten.

Wer anders ist, ist ohnmächtig

Boris Strugatzki, „Die Ohnmächtigen“, 339 Seiten, 22,50 €, Klett-Cotta (Hobbit-Presse), ISBN: 978-3608937749;

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Als Arkadi noch lebte, schufen die Strugatzkis Meilensteine der Zukunftsliteratur, „Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein“ und „Picknick am Wegesrand“, das unter dem Titel „Stalker“ verfilmt worden ist. In seinem jüngsten Werk, dem zweiten Solo-Roman, knüpft Boris an alte Zeiten an.

Hanns-Josef Ortheil, „Das Verlangen nach Liebe“, 318 Seiten, 19,95 €, Luchterhand-Literaturverlag, ISBN: 978-3630872636;

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Die Geschichte einer Liebe. Nach 18 Jahren treffen sich die Kunsthistorikerin Judith und Konzertpianist Johannes wieder, ausgerechnet in Italien, und versetzt die beiden zurück in frühere Zeiten, als sie noch jung, unzertrennlich und glücklich waren.

Gefangen im Pietismus der Alten

Jan Siebelink, „Im Garten des Vaters“, 528 Seiten, 24 €, Arche-Verlag, ISBN: 978-3716023709;

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Die Dosis zählt, ist eine alte Weisheit. Das gilt für Medikamente wie für Gift, es gilt auch für Religion. Der Niederländer Jan Siebelink hat die Geschichte von Hans Sievez aufgeschrieben, eines Mannes, der vor dem strengen Pietismus seines Vaters flüchtet und dann doch wieder verliert – ein Roman mit autobiografischen Elementen.

Dorothea Kallenberg/Horst Haas, „Venedig und seine Lagune“, 189 Seiten, 34,90 €, Nomada-Verlag, ISBN: 978-3938121016;

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Noch ein Venedig-Bildband: Während die Fotografen Lohfert und Groothuis die Magie der Lagunenstadt in schwarz-weiß demonstrieren, dominiert bei Kallenberg und Haas ein nebeliges Hellblau. Totalen wechseln mit Detailaufnahmen.

Jacob und Wilhelm Grimm/Susanne Janssen „Hänsel und Gretel“, 56 Seiten, 14,90 €, Hinstorff-Verlag, ISBN: 978-3356012262;

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Eine Neuauflage von Hänsel und Gretel? Kennt nicht jedes Kind dieses Märchen? Und doch gehört dieses liebevoll editierte Werk in jeden Bücherschrank – von Erwachsenen. Der Grund sind die fantastisch-schauerlichen Illustrationen von Susanne Janssen. Sie hat das Grimmsche Märchen auf ihre ganz eigene Weise neu interpretiert.

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